Leipzigs Remis beim FCA So wird in Augsburg protestiert

RB Leipzig musste auch in Augsburg mit Kritik der Ultras leben. Der Protest verlief, anders als in Dortmund, gewaltfrei - und geschmackvoller. Fußball wurde auch gespielt, die Gäste wurden ausgekontert.
Augsburger Fan-Protest vor dem Spiel gegen Leipzig

Augsburger Fan-Protest vor dem Spiel gegen Leipzig

Foto: GUENTER SCHIFFMANN/ AFP

Ausgangslage: Sportlich waren die Rollen klar verteilt. Heimschwache Augsburger wollten sich mit einem Sieg weiter von den Abstiegsrängen entfernen und Leipzig hätte bis auf zwei Punkte an den FC Bayern heranrücken können. Doch wenn Rasenballsport zuletzt auswärts antrat, rückte der Fußball schon mal in den Hintergrund - wie in Dortmund und Mönchengladbach. Ob es in Augsburg auch Ultra-Pläne für RB-kritische Banner gegeben hat, ist unklar, der FCA hatte das Thema durch die angekündigte Genehmigung sämtlicher Spruchbänder aber selbst auf die Agenda gesetzt.

Die "Fanszene Fuggerstadt", ein Dachverband der Augsburger Fanklubs, in dem auch Ultras vertreten sind, wehrte sich gegen den Generalverdacht und sprach in einer Stellungnahme vom Verrat an den Werten der "FCA-Familie". Zu dieser Familie gehörten in der Hinrunde auch Schmähplakate gegen den eigenen Spieler Georg Teigl, der als ehemaliger Leipziger im Hinspiel vor der RB-Fankurve applaudiert hatte und eine Woche später dafür von den eigenen Anhängern angefeindet wurde. Wegen dieser Gemengelage spracht die Polizei in Augsburg im Vorfeld von einem Risikospiel.

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Remis beim FC Augsburg: Zu früh gefreut

Foto: GUENTER SCHIFFMANN/ AFP

Ergebnis: Leipzig kam über ein 2:2 nicht hinaus, hier geht es zum Spielbericht.

Startaufstellungen
Augsburg: Hitz - Danso, Kacar, Hinteregger - Framberger, Moravek, Kohr, Stafylidis - Koo - Bobadilla, Ji.
Leipzig: Gulácsi - Schmitz, Orban, Compper, Halstenberg - Keita, Ilsanker, Demme, Forsberg - Sabitzer, Werner.

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Protest à la Augsburg: Was in Dortmund zu geschmacklosen Plakaten sowie Gewalt außerhalb des Stadions führte und in Mönchengladbach zumindest bannertechnisch seine Fortsetzung fand, ging in Augsburg trotz des Vorgeplänkels mit dem eigenen Verein glimpflich aus - mit Ankündigung: "Eine geplante Choreografie wird von uns genauso durchgezogen wie es in Augsburg seit jeher üblich ist: Ohne vorherige Anmeldung oder Autorisierung", hatte die "Fanszene Fuggerstadt" in ihrer Stellungnahme geschrieben. Die Choreografie formulierte klare Ablehnung, aber eben unter Wahrung des guten Geschmacks: "DFL, RB und DFB Hand in Hand, fahren den Fußball an die Wand." Später gab es dann auch vereinzelte Banner gegen RB, die die Grenze des guten Geschmacks meist nicht überschritten.

Während des Spiels gab es vereinzelt weiteren Protest in Augsburg

Während des Spiels gab es vereinzelt weiteren Protest in Augsburg

Foto: GUENTER SCHIFFMANN/ AFP

Erste Hälfte: Augsburg begann nicht wie Augsburg für gewöhnlich. In der 19. Minute gingen die Gastgeber in Führung, das war dem Team von Trainer Manuel Baum in den vergangenen sieben Bundesliga-Partien nicht gelungen. Konstantinos Stafylidis überwand Leipzigs Torhüter Péter Gulácsi mit einem Traumtor in den Winkel. Baums Umstellungen, der FCA spielte erstmals mit Dreierkette in der Abwehr, hatten sich ausgezahlt. Leipzig kam vor der Pause nur zu zwei Torschüssen - und trotzdem ging es mit einem Remis in die Pause. Naby Keita schickte Timo Werner in den Strafraum, der Stürmer schüttelte Gojko Kacar ab und Torhüter Marwin Hitz konnte den Flachschuss nur noch an den Innenpfosten lenken.

Zweite Hälfte: Leipzig kam viel zielstrebiger aus der Pause und ging durch Marvin Comppers Kopfball im Anschluss an eine Ecke von Emil Forsberg in Führung (52.). Was RB zu einem absoluten Topteam in der Bundesliga noch fehlt, zeigte die 60. Minute: Ein eigener Angriff wurde trotz mehrerer guter Abschlussmöglichkeiten nicht verwertet, stattdessen lief RB in einen, nicht mal gut ausgespielten, Konter von Augsburg. Am Ende stand Innenverteidiger Martin Hinteregger frei vor Gulácsi und sicherte dem FCA mit dem Tor zum 2:2 einen insgesamt verdienten Punkt.

Österreichischer Jubel: Leipzig und Augsburg, da gibt es doch noch eine Geschichte. Der Österreicher Hinteregger, früher in Diensten von Leipzigs Schwesterklub RB Salzburg, hatte sich vor der Saison kritisch über den deutschen Verein aus dem Red-Bull-Imperium geäußert. "Salzburg geht systematisch an Leipzig kaputt", sagte Hinteregger über die vielen Transfers von Salzburg in Richtung RBL. "Selbst wenn Leipzig Meister wird und Augsburg absteigt, bin ich froh, in Augsburg zu sein." Da jubelt es sich als Torschütze dann besonders euphorisch.

Martin Hinteregger (M.) baut sich vor der Augsburger Fankurve auf

Martin Hinteregger (M.) baut sich vor der Augsburger Fankurve auf

Foto: GUENTER SCHIFFMANN/ AFP

Erkenntnis des Spiels: Augsburgs Fangemeinde lebt und protestiert inhaltlich. Und Leipzig hat viele Ansätze eines Spitzenteams, ein bisschen was fehlt aber doch noch.