Wirbel um Barça-Ablöse für Neymar Die große Preisfrage

Hat der FC Barcelona im Sommer für die Verpflichtung von Neymar mehr als 90 Millionen Euro gezahlt? Laut einem Medienbericht soll Brasiliens Superstar der teuerste Spieler der Welt sein, Präsident Rosell bestreitet das: "Neymar hat 57,1 Millionen gekostet - Punkt."

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SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Neymar wurde von zwei Betreuern gestützt, als er am vergangenen Donnerstag den Rasen des Coliseum Alfonso Pérez in Getafe verließ, sein rechter Knöchel war bandagiert. Der brasilianische Offensivspieler des FC Barcelona war in der 23. Minute des Pokalspiels umgeknickt. Einen knappen Monat wird er seinem Verein fehlen.

Doch auch aus dem Krankenstand dominiert Neymar die Schlagzeilen in Spanien. Im Kern behandeln sie die Frage, ob Barça falsche Angaben über die Ablösesumme des Brasilianers gemacht hat, der im Sommer vom FC Santos nach Barcelona gewechselt war, und ob Neymar vielleicht sogar der teuerste Fußballer der Welt ist; teurer als Cristiano Ronaldo und Garath Bale. Für Ronaldo hatte Real Madrid im Juni 2009 rund 93 Millionen Euro an Manchester United überwiesen. Bale war Real im vergangenen Jahr mindestens 91 Millionen Euro wert.

Der FC Barcelona bezahlte für Neymar nach eigener Auskunft 57 Millionen Euro. Laut der spanischen Zeitung "El Mundo" liegt der Gesamtwert des Transfers aber deutlich darüber. Demnach soll Barça 95 Millionen Euro für Neymars Verpflichtung überwiesen haben, wobei sich die Summe in eine Vielzahl von Posten aufteilen soll: 40 Millionen gingen laut "El Mundo" an die gemeinsame Firma von Neymar und seinem Vater, 17 Millionen erhielt demnach der FC Santos. Darüber hinaus sind laut "El Mundo" unter anderem Optionen zum Kauf dreier Nachwuchsspieler des FC Santos für insgesamt 7,9 Millionen, zwei Freundschaftsspiele für zusammen neun Millionen und eine Kommission von 2,6 Millionen Euro für Neymars Vater enthalten.

"El Mundo" beruft sich auf Dokumente, die der FC Barcelona offenbar der spanischen Justiz zur Verfügung gestellt hat. Denn der Transfer beschäftigt seit knapp zwei Wochen die Staatsanwaltschaft in Madrid. Ein Barça-Mitglied beschuldigt Vereinspräsident Sandro Rosell, im Zuge der Neymar-Verpflichtung falsche Angaben über die Ablösesumme gemacht und Gelder unterschlagen zu haben. Der Verein hat empört auf die Ermittlungen reagiert und verweist auf diverse Geheimhaltungsklauseln im Vertragswerk mit Neymar, will allerdings kooperieren.

"Wir haben nichts zu verstecken", sagt Präsident Rosell

Das hat Rosell am Montagabend noch einmal verdeutlicht. Er gab eine Pressekonferenz, Hauptthema war der geplante Umbau von Barças Stadion Nou Camp. Irgendwann kam das Gespräch auf die Berichte über den angeblichen Kaufpreis Neymars - ESPN in Brasilien bringt sogar eine Summe von 140 Millionen Euro ins Gespräch - , und auf die Anschuldigungen gegen den Präsidenten.

"Neymar hat 57,1 Millionen Euro gekostet - Punkt. Ich sage das zum x-ten Mal. Jetzt muss es damit genug sein", sagte Rosell. Natürlich, der Transfer sei geprägt gewesen "vom Feilschen und harten Verhandlungen", doch es gebe nichts zu beanstanden. "Alles ist absolut sauber und absolut legal", erklärte der Präsident. Deshalb fürchtet er die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft nicht. Im Gegenteil. Rosell forderte den zuständigen Richter auf, ihn vorzuladen. Dann könne er Aufklärung leisten. "Denn wir haben nichts zu verstecken", sagte der Präsident.

Neymar selbst hatte in der vergangenen Woche Auskunft zu den Unklarheiten um seinen Wechsel von Brasilien nach Spanien gegeben. Er wisse ja, dass es "viele Gerede" gebe, sagte er der katalanischen Zeitung "Sport": "Ich habe mit meinem Vater gesprochen, um herauszufinden, worum es geht. Er hat die Verträge unterschrieben, ihm vertraue ich total", sagte Neymar. Nichts sei an dem Vertragswerk illegal, beteuert der Fußballer, der sich nach eigener Aussage am liebsten darauf konzentrieren möchte, Fußball zu spielen. Das sei schließlich sein Job.

buc

insgesamt 84 Beiträge
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Majunche 21.01.2014
1. Immer noch günstiger als Bale
Bei Tottenham war von 101 Millionen die Rede...
daddy_felix 21.01.2014
2.
Wieso gibts es da jetzt so ein riesiges Theater? Kann es uns nicht egal sein, ob die jetzt wahnsinnig viel Geld bezahlt haben oder übertrieben viel Geld?
-volver- 21.01.2014
3. :)
weder bale noch neymar sind soviel wert... die clubs wollen wohl legenden erzwingen mit solchen zahlungen.
jüttemann 21.01.2014
4. Auch die BiLi spürt es
Diese Ablöse- und Gehälterinflation hat auch Auswirkungen auf die Bundesliga. Auch für die Top-Clubs der BuLi wird es jetzt immer teuerer, Spitzenspieler zu bekommen oder die eigenen Spitzenspieler zu halten. Selbst die Bayern, die sich eben anschicken, die beste Mannschaft der Welt zu werden, bekommen inzwischen gehöriges Fracksausen. http://www.bild.de/sport/fussball/karl-heinz-rummenigge/wir-fahren-auf-eine-wand-zu-34328158.bild.html
nummer50 21.01.2014
5. Neymar-Götze
Eventuell hat Bayern München auch wegen diesen unklaren Ablösesummen die Finger von Neymar gelassen und stattdessen den wesentlich preiswerteren Mario Götze genommen? Zudem ist Götze Deutscher und hat keine Anpassungsprobleme im kalten Deutschland.
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