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24. März 2015, 19:17 Uhr

Strafzahlungen

Neymar-Transfer könnte Barça 157 Millionen Euro kosten

Der Spieler hat 57 Millionen Euro gekostet - doch mit Strafen könnte Neymar den FC Barcelona rund hundert Millionen Euro teurer zu stehen kommen. Nie hat ein Verein mehr für einen Transfer ausgegeben.

Der katalanischen Fußballseele ging es schon lange nicht mehr so gut wie dieser Tage. Der FC Barcelona hat das Viertelfinale der Champions League erreicht, am Wochenende darauf das Prestigeduell gegen Real Madrid gewonnen und seinen Vorsprung an der Tabellenspitze ausgebaut. Lionel Messi ist wieder gut gelaunt und vielleicht in der Form seines Lebens. Doch der sportliche Höhenflug kann nur schwer darüber hinwegtäuschen, dass die Lage ernst ist bei dem Klub. Es geht um Neymar und um die explodierenden Kosten rund um seinen Transfer.

Am Montag, dem Tag nach dem Clásico-Sieg, forderte Staatsanwalt Josep Perals harte Strafen für den früheren Barça-Präsidenten Sandro Rosell und dessen Nachfolger Josep Maria Bartomeu wegen ihrer Verstrickung in den Neymar-Deal: Zwei Jahre und drei Monate soll Bartomeu ins Gefängnis, Rosell sogar siebeneinhalb Jahre. Zudem sollen sie 3,83 beziehungsweise 25,1 Millionen Euro zahlen - und der Verein selbst noch einmal 22 Millionen. Sie werden verdächtigt, den spanischen Staat um rund 13 Millionen Euro Steuern betrogen zu haben.

Die spanische Sportzeitung "Marca" hat daraufhin eine Rechnung aufgestellt, die sämtliche bisherigen und möglicherweise kommenden Kosten des Neymar-Transfers für den FC Barcelona zusammenfasst. Dabei kommt eine Summe von mehr als 158 Millionen Euro zustande. Der Wechsel des 23-jährigen Brasilianers vom FC Santos zu den Katalanen wäre damit der teuerste Transfer in der Geschichte des Fußballs.

Die "Marca" beruft sich auf Zahlen, die der Verein Anfang vergangenen Jahres öffentlich gemacht hat, und zugleich auf solche, die Recherchen spanischer Medien hervorgebracht haben.

So setzt sich die Summe zusammen:

Der FC Barcelona hatte mehrfach betont, dass der Transfer nur 57,1 Millionen Euro teuer gewesen sei, doch die spanischen Finanzbehörden deckten in den vergangenen Monaten etliche verborgene Zahlungen wie die an die Firma von Neymars Vater aus. Der Klub habe diese Abmachungen getroffen, um den 2011 vorvereinbarten Deal mit Santos nicht zu gefährden, heißt es. Denn auch Real Madrid hatte sich um das brasilianische Talent bemüht.

Ein Gericht muss nun entscheiden, ob es tatsächlich zum Prozess kommt. Wenn ja, dürften die kommenden Monate trotz aller sportlichen Erfolge unangenehm werden für den FC Barcelona. Rosell ist über den Fall Neymar bereits gestürzt, nun könnte der Fall auch Bartomeus geplante Wiederwahl als Präsident gefährden.

psk

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