FC Barcelona vor 23. Meisterschaft Das neue Triple-Barça

Als Josep Guardiola beim FC Barcelona anfing, holte er auf Anhieb das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League. Sein alter Wegbegleiter Luis Enrique will es ihm nun gleichtun. Könnte klappen.

Suárez, Neymar und Messi: Barças neues Traumtrio
AFP

Suárez, Neymar und Messi: Barças neues Traumtrio


Sie sind nur noch 90 Minuten entfernt vom ersten Titel der Saison. Gewinnt der FC Barcelona beim amtierenden Meister Atlético Madrid (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), ist Barça wieder Meister, zum 23. Mal. Es wäre gleichzeitig die Revanche für das Saisonfinale im vergangenen Jahr. Da feierte Atlético noch im Camp Nou.

Doch nun ist alles anders bei Barça: Lionel Messi zelebriert wieder den Fußball, den die Fans so lieben. Und er hat mittlerweile eine Rolle inne, mit der er alles auf dem Platz kontrolliert. Er ist Vorbereiter, Nachfolger von Xavi als Passtremolo im Mittelfeld und Vollstrecker in einem.

Dass Messi wieder zu seiner Höchstform gefunden hat, ist auch dem neuen Barça-Trainer Luis Enrique zu verdanken. Der Spanier, einst mit dem ehemaligen Barcelona-Coach und heutigen Bayern-Trainer Josep Guardiola in einem Team, gibt dem argentinischen Superstar alle Freiheiten. Das geht sogar so weit, dass Messi seinen Mitspielern taktische Anweisungen erteilt. In der ersten Hälfte der Saison spielte Barças teuerster Sommertransfer Luis Suárez noch auf außen, Messi kam durch die Mitte. Dann stellte der Superstar höchstpersönlich um, Suárez verriet das einem Reporter.

Nun sind Suárez, Messi und der Brasilianer Neymar das neue südamerikanische Traumtrio in der Offensive. Das bessere Pendant zu Reals Dreiersturm BBC - Bale, Benzema und Cristiano Ronaldo, der in dieser Saison wohl keinen einzigen Titel holen wird.

"In jedem Wettbewerb sind wir nur einen Sieg davon entfernt, die Champions zu sein", sagte Barça-Trainer Luis Enrique: "Wir fühlen uns richtig gut, es ist eine großartige Momentaufnahme, aber wir müssen es auch zu Ende bringen."

Enrique will es Guardiola gleichtun

Enrique würde mit dem Triple in die Fußstapfen Guardiolas treten, auch der gewann in seiner Premierensaison auf Anhieb alle drei Titel und wird seitdem als eine Art Trainerguru gefeiert. So weit ist es für Enrique noch nicht, der als Dirigent an der Seitenlinie bereits schwierigere Zeiten beim AS Rom erlebte, bevor er in die spanische Primera División zunächst zu Celta Vigo zurückkehrte und anschließend zu Barça.

Dort trainierte er auch anfangs die zweite Mannschaft, wie Guardiola, ist aber keiner, der seine ganze Fußballlaufzeit bei den Katalanen verbrachte. Im Gegenteil: Er wechselte früh von seinem Jugendverein Sporting Gijón zu Barças Erzfeind Real Madrid und kam dort groß raus. Das haben sie in Barcelona mittlerweile vergessen, sehnen sich nach dem erneuten Triple. Bis dahin sind aber noch zwei Finals zu absolvieren, in der Liga werden wohl noch drei Punkte benötigt - patzt Real nicht erneut.

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Barça in der Einzelkritik: Die drei !!!
Abwehrstar Gerard Piqué warnte deshalb vor einer verfrühten Freude. Nach dieser so überzeugenden Saison ist Barça überall Favorit, ein haushoher. In der Champions League erwarten alle Experten gegen das zwar leidenschaftliche, aber beim Tempo von Barcelona wohl überforderte Juventus einen Sieg in Berlin. Im Pokalendspiel gegen Athletic Bilbao am 30. Mai ist Barcelona wegen der Tabellenkonstellation in der spanischen Primera División der gehandelte Gewinner. Bilbao steht in der Liga nur auf Rang acht, hat 41 Punkte Rückstand auf Barça.

"Ich hoffe nur, dass sie ihn nicht hier gewinnen"

"Es ist nicht mehr weit, aber nun kommen die ganz schweren Partien, wir müssen uns weiter als Team präsentieren", sagte der spanische Nationalspieler Piqué, der nach einer eher schwachen Saison im vergangenen Jahr wieder zur alten Stärke zurückfand: "Diese Mannschaft ist sehr gefestigt und für alles bereit."

Sind sie auch bereit, im Vicente Calderón zu bestehen? Das Stadion von Atlético gilt als Hexenkessel, die Fans werden es genauso wie Stürmer Fernando Torres nicht gerne sehen, wenn die Konkurrenten aus Barcelona dort den Titel feiern und ihre Mannschaft enthusiastisch anfeuern. Dennoch reist Barcelona optimistisch nach Madrid, Enrique nahm das ganze Team mit. Es soll schließlich zusammen gefeiert werden.

"Ich hoffe nur, dass sie den Pokal nicht hier gewinnen", sagte Atlético-Stürmer Torres. Falls Real Madrid nicht gewinnt, würde Barcelona auch ein Remis zur vorzeitigen Meisterschaft reichen.

zaf/rtr/sid



insgesamt 16 Beiträge
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theodorzaloschnik 17.05.2015
1.
Meine Hoffnung liegt bei Juventus. Die Arroganz eines FC Barcelonas darf nicht auch noch mit dem Triple unterstützt werden.
Greg84 17.05.2015
2.
Zitat von theodorzaloschnikMeine Hoffnung liegt bei Juventus. Die Arroganz eines FC Barcelonas darf nicht auch noch mit dem Triple unterstützt werden.
Welche Arroganz denn bei Barcelona? Ich persönlich halte Barcelona für die aktuelle stärkste Mannschaft in Europa. Turins Spielweise kann es ihnen aber durchaus schwer machen im Finale.
encarno 17.05.2015
3. Barca arrogant?
Barca ist und bleibt beste Mannschaft der Welt.Das wäre gerne der FCB und ihre Fans würden Bayern gerne dort sehen wo Barca steht.Ist aber nicht,deswegen ist Barca eben einfach mal arrogant.Purer Neid,nenne ich sowas
Pipopax 17.05.2015
4. Der Platzwart
Und wenn nächstes Jahr der Platzwart diese Jahrhundertmannschaft des FC Barcelona übernehmen sollte, dann wird auch er auf Anhieb das Triple holen (copyright by "The Special One"). Soviel zu Guardiolas (und auch Enriques) Trainerqualitäten.
theodorzaloschnik 17.05.2015
5.
Ach, immer diese Debatte um angeblichen Neid. Fehlen einem die Argumente oder die Toleranz gegenüber anderer Meinungen, schwingt man mit der Neid Keule um sich. Infantil und lächerlich ist so etwas.
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