Medienberichte Barças Schulden sollen bei mehr als einer Milliarde Euro liegen

Barcelonas Finanzsorgen werden immer größer: Medienberichten zufolge liegen die Schulden höher als bisher angenommen. Das liegt neben der Coronakrise vor allem an in der Vergangenheit getätigten Spielertransfers.
Barça droht der Bankrott

Barça droht der Bankrott

Foto:

ALBERT GEA/ REUTERS

Der FC Barcelona ist durch die Corona-Pandemie noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als befürchtet. Die Gesamtschulden des Klubs sollen sich Medienberichten zufolge für den Abrechnungszeitraum 2019/2020 auf einen Betrag von 1,17 Milliarden Euro belaufen. Davon seien 730,67 Millionen Euro kurzfristige Verbindlichkeiten, wie die Zeitungen »AS« und »El Mundo«  berichten.

Als Hauptgründe für die hohe Verschuldung gelten Verluste durch die Coronakrise sowie teure Spielertransfers und hohe Spielergehälter. So stehe der FC Barcelona bei anderen Klubs wegen ausstehender Transferzahlungen mit 196 Millionen Euro in der Kreide – unter anderem noch für Philippe Coutinho, der im Januar 2018 aus Liverpool nach Barcelona wechselte. Auch für Ousmane Dembélé (kam 2018 aus Dortmund) und Antoine Griezmann (2020 von Atlético) gab der Klub jeweils mehr als 100 Millionen Euro aus. Bis Ende Juni müssten zudem 266 Millionen Euro an Banken zurückgezahlt werden.

Was Einnahmen betrifft, ist Barcelona noch immer weit vorne im europäischen Vergleich. Allerdings verringerte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 125,7 Millionen auf 715,1 Millionen Euro. Nur Manchester United weist einen noch größeren Umsatzeinbruch im Weltfußball auf. »El Mundo« schreibt sogar, Barça stehe »am Rande des Bankrotts.«

Barça drohen weitere Schulden

Schon seit dem Herbst gibt es Warnungen, dass dem Traditionsverein der Konkurs drohen könnte. Verhandlungen zwischen Klub und Spielern über einen Gehaltsverzicht in Höhe von 190 Millionen Euro haben bisher noch zu keinem Ergebnis geführt. Nach dem Rücktritt des Klubpräsidenten Josep Bartomeu steht die Wahl einer neuen Führung aus. Sie war ursprünglich für den vergangenen Sonntag geplant, wurde aber wegen der Corona-Beschränkungen verschoben.

Die Coronakrise könnte die Finanzen auch weiter belasten. Laut »El Mundo« geht Barcelona für das Jahr 2021 von Stadioneinnahmen in Höhe von 56 Millionen Euro aus. Ab Februar müssten dafür jedoch 25 Prozent der Plätze wieder zugelassen werden, ab Mai sogar 50 Prozent.

Auch sportlich läuft es unter dem niederländischen Trainer Ronald Koeman derzeit nicht rund. Nach rund der Hälfte der Saison hat das Barça-Team mit Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen und dem sechsmaligen Weltfußballer Lionel Messi zehn Punkte Rückstand auf den Tabellenersten Atlético Madrid. Zuletzt gab es aber fünf Siege in Folge.

Sportliche Probleme drohen jedoch auch durch den Vertrag Messis, der zum 30. Juni ausläuft. Dann könnte der Argentinier den Klub verlassen, ohne dass der FC Barcelona eine Ablösesumme erhielte. Wirtschaftlich wäre Messis Abgang für den Klub aber vielleicht gar nicht schlecht. Der 33-Jährige kassiert bei den Katalanen derzeit ein Fixgehalt in Höhe von 71 Millionen Euro, das sich erheblich steigern kann.

hba/dpa