Nach Pleite gegen Frankfurt Barcelona verliert auch gegen Außenseiter Cádiz

Über Monate hinweg war Barcelona in Topform, dann reiste die Eintracht mit 30.000 Fans ins Camp Nou und gewann. Gegen Abstiegskandidat Cádiz erlebte Barça gleich die nächste Enttäuschung – zur Freude von Real Madrid.
Frenkie de Jong: Zweite Niederlage in Folge

Frenkie de Jong: Zweite Niederlage in Folge

Foto: ALBERT GEA / REUTERS

Der FC Barcelona hat vier Tage nach dem überraschenden Europa-League-Aus gegen Eintracht Frankfurt auch in der spanischen La Liga eine schmerzliche Heimniederlage kassiert. Gegen den FC Cádiz verlor der Tabellenzweite am Montag 0:1 (0:0). Lucas Pérez überwand Nationaltorwart Marc-André ter Stegen in der 48. Minute mit einem Abstauber. Durch den Sieg verließen die Gäste die Abstiegsränge.

Die Katalanen waren seit Ende Januar 15 Spiele in Folge ungeschlagen gewesen. Gegen Frankfurt endete die Serie, gegen Cádiz gab es nun den nächsten Rückschlag.

Die Partie besuchten nur rund 57.000 Zuschauende, das riesige Camp Nou wirkte dadurch mäßig besucht. Nach der Niederlage gegen Frankfurt hatten Barcelona-Anhänger wegen des großen Ärgers über Zehntausende Frankfurt-Fans im Stadion bei der 2:3-Pleite in der Europa League gegen die Klubführung protestiert.

»Laporta Rücktritt«

Vor dem Cádiz-Spiel forderten sie auf der Esplanade vor dem Stadion den Rücktritt von Vereinspräsident Joan Laporta. »Laporta Rücktritt« und »Barça, das sind wir« sangen sie immer wieder. Zum Protest hatte die Fanvereinigung »Nostra Ensenya« aufgerufen. Medien schätzten die Zahl der Teilnehmer auf 100 bis 200. Eine andere Ultra-Gruppierung, »Grada d'Animacio«, hatte sogar zum Boykott der Begegnung aufgerufen.

Auf Instagram bezeichnete »Nostra Ensenya« die große Zahl von Gästefans bei dem Spiel, bei dem die Eintracht Barça aus dem Wettbewerb warf, als Demütigung. Die Vereinigung wirft Klubboss Laporta vor, dies aus finanziellen Gründen zugelassen und damit auch die »körperliche Unversehrtheit« der Heimfans »in Gefahr« gebracht zu haben.

Laporta hatte bereits angekündigt, künftig bei internationalen Spielen nur noch personalisierte Tickets zu verkaufen. Im Stadion der Katalanen waren am Donnerstag mehr als 30.000 Eintracht-Fans, obwohl der FC Barcelona nach eigenen Angaben nur 5000 Tickets nach Deutschland verkauft hatte.

Das 0:1 gegen Cádiz bedeutet, dass Barcelonas Rivale Real Madrid den Champagner kaltstellen darf: Als Zweiter haben die Katalanen 15 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer aus Madrid. Der Rekordchampion hatte am 32. Spieltag nach einem 0:2-Rückstand noch 3:2 in Sevilla gewonnen. Zwar hat Real ein Spiel mehr absolviert als Barcelona, den Vorsprung dürfte der Klub aber kaum mehr verspielen.

Barcelona verpasste es zudem, sich im Rennen um die Champions-League-Qualifikation von den punktgleichen Konkurrenten FC Sevilla und Atlético Madrid abzusetzen.

mon/dpa