Club-WM FC Bayern zieht locker ins Finale ein

Champions-League-Sieger FC Bayern ist seiner Favoritenrolle zum Start der Club-WM gerecht geworden. Gegen den asiatischen Champion Guangzhou Evergrande gewannen die Münchner deutlich, trafen aber auch fünfmal Pfosten oder Latte.

Getty Images

Von Timo Prüfig


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Titel Nummer fünf im Jahr 2013 ist für den FC Bayern zum Greifen nah. Nach dem Pflichtsieg in der Vorschlussrunde der Verein-Weltmeisterschaft kann der Deutsche Meister, Pokalsieger, Champions-League-Titelträger und Uefa-Supercupsieger am Samstag auch die Club-WM gewinnen - der erste Schritt dorthin ist geschafft.

Im Halbfinale besiegte der Bundesliga-Herbstmeister im marokkanischen Agadir den vom italienischen Weltmeister-Trainer Marcello Lippi betreuten Verein Guangzhou Evergrande aus China 3:0 (2:0). Gegen den überforderten Champions-League-Sieger Asiens trafen Franck Ribéry (40. Minute), Mario Mandzukic (44.) und Mario Götze (47.) zum nie gefährdeten Sieg.

"Wir haben souverän Fußball gespielt. Es gibt auch ein Spiel um Platz drei, das wollten wir uns ersparen. Wir wollen den Titel holen, das ist unsere Aufgabe", sagte Kapitän Philipp Lahm. Ribéry ergänzte: "Wir sind im Finale, sind Profis und wollen in Marokko gewinnen."

Trainer Josep Guardiola hatte seine Startelf im Vergleich zum Bundesliga-Spiel gegen den Hamburger SV auf drei Positionen verändert: Jérôme Boateng, David Alaba und Franck Ribéry rückten für Dante, Diego Contento und Thomas Müller in die Startelf. Wie so oft hatten die Veränderungen aber keinerlei negative Auswirkungen auf den bayerischen Spielfluss - von Beginn an verlief die Partie ausschließlich in Richtung des chinesischen Tores.

Ribérys Treffer als Dosenöffner

Die Versuche von Lahm (3.) und Toni Kroos (5. und 15.) brachten zwar noch keine echte Torgefahr, doch schon in der 16. Minute wurde es nach einem Drehschuss von Thiago Alcántara an den Pfosten erstmals richtig knapp. Kurz darauf testete auch Kroos nach einem sehenswerten Doppelpass mit Thiago die Standfestigkeit des Tores: Der stramme Schuss des Nationalspielers krachte an die Unterkante der Latte und sprang wieder zurück ins Spielfeld (25.). Ribéry (19. und 25.) und Boateng (39.) vergaben weitere Chancen.

Es dauerte bis zur 40. Minute, ehe Europas Fußballer des Jahres den überfälligen Treffer erzielte: Nach einer Kroos-Flanke herrschte kurze Zeit Durcheinander im Strafraum der Chinesen. Die viel zu kurze Abwehr landete direkt auf dem linken Fuß Ribérys, der aus spitzem Winkel volley das 1:0 erzielte. Damit war der Bann gebrochen, und noch vor der Pause erhöhten die Bayern auf 2:0. Nach einer Thiago-Flanke von der rechten Seite setzte Mandzukic an der Fünfmeterlinie zum Flugkopfball an und verdoppelte die Führung.

Götze trifft direkt nach Wiederanpfiff

Nach dem Wechsel machten die Münchner weiter, wo sie aufgehört hatten: Götze zog keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff gut 23 Meter vor dem Tor aus halbrechter Position ab und traf zum 3:0 in den Winkel (47.). In der 60. Minute hätte er fast wieder jubeln können, doch der sonst eher unsicher wirkende Guangzhou-Torwart Zeng Cheng parierte den Schuss des Ex-Dortmunders. Zudem hatte der Chinese Glück, als Ribéry (66.) und kurz darauf erneut Götze (67.) zum dritten und vierten Mal Aluminium trafen.

Selbst in der Schlussphase schalteten die Bayern keinen Gang zurück: Götze (78.), der eingewechselte Xherdan Shaqiri (79.), Lahm (86.) und noch einmal Götze (87.) mit einem weiteren Lattentreffer hatten gute Chancen, den Sieg noch deutlicher zu gestalten. Guangzhou hingegen kam über die gesamte Spielzeit zu keiner einzigen ernsthaften Chance. Münchens Torwart Manuel Neuer war im Prinzip 90 Minuten arbeitslos. Das wird im Finale am Samstag (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) sicher anders aussehen.

Dann können die Bayern ihren dritten globalen Titel nach den zwei Weltpokalerfolgen 1976 und 2001 gewinnen. Im Endspiel in Marrakesch treffen sie entweder auf den marokkanischen Meister Raja Casablanca oder den Sieger der Copa Libertadores, Atlético Mineiro aus Brasilien. Die beiden Teams stehen sich am Mittwochabend (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im zweiten Halbfinale gegenüber.

Guangzhou Evergrande - FC Bayern 0:3 (0:2)
0:1 Ribéry (40.)
0:2 Mandzukic (44.)
0:3 Götze (47.)
Guangzhou: Zeng Cheng - Zhang Linpeng, Xiaoting Feng, Young-Gwon Kim, Xiang Sun - Zhi Zheng - Zhao Guri (76. Junyan Feng), Huang Bowen (46. Hao Rong) - Elkeson, Conca, Muriqui (75. Lin Gao)
München: Neuer - Rafinha, van Buyten, Boateng, Alaba - Lahm - Götze, Thiago, Kroos (59. Martinez), Ribéry (73. Shaqiri) - Mandzukic (75. Pizarro)
Schiedsrichter: Gamassa (Gambia)
Zuschauer: 27.311
Gelbe Karte: Zhao

insgesamt 41 Beiträge
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Seite 1
frank_w._abagnale 17.12.2013
1. Chapeau, FC Bayern.
Wahnsinn wie der FC Bayern den besten Mannschaften der Welt derzeit Knoten in die Beine spielt. Und auch die sonst eher graue Bundesliga profitiert von der Werbung, die der FC Bayern u.a. in Asien für die Bundesliga macht.
kranaos2 17.12.2013
2. Langweilig!
Warum schaut man sich eigentlich Spiele mit dem FC Bayern an? Die Super-Millionen-Truppe ist in der Bundesliga so überlegen, dass schon jetzt nicht mehr die geringste Spannung darüber aufkommt, wer Meister 2014 wird: Gratuliere FC Bayern! Jetzt spielen sie gegen eine Mannschaft aus China, die im Gegensatz zu den internationalen Bayern fast nur aus einheimischen Spielern besteht - wer wird da wohl gewinnen? Natürlich locker die Bayern! Gähn! Bayern München ist in jedem Wettbewerb, vielleicht oder wahrscheinlich sogar in der Chamipons League, so überlegen, dass eines garantiert nie aufkommt: Spannung, wer das Spiel wohl gewinnen wird - selbstverständlich die Bayern! Bayernspiele - Langeweile garantiert!
olker 17.12.2013
3. laaaangweeeilig
siehe Überschrift
curraldo 17.12.2013
4. Bin absolut kein Bayern Fan,
aber sie sind eine Weltklasse Mannschaft.
mat_yes 18.12.2013
5. Klasse Spiel...
und Klassenunterschied, der sichtbar war. Selbst mit einem der renomiertesten Trainer der Welt und einer klasse eingestellten Abwehr konnte der Asienmeister nicht eine Minute dagegen halten. NOCH ist Fußball europäisch/südamerikanisch. Wenn jedoch die Werbetrommeln in Asien, besonders China so weiter trommeln, wird es in ein paar Jahren anders aussehen. Hat Spass gemacht. Ich freue mich auf Samstag!
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