Bayern-Sieg gegen Belgrad Und der Abend war gerettet

Der FC Bayern schien fast zufrieden mit einem drögen 1:0 gegen Roter Stern, kurz vor Feierabend kam dann aber doch der Spaß zurück - mit einem Rekord für Thomas Müller. Danach hatte Uli Hoeneß seinen Auftritt.

Thomas Müller (Nr. 25) jubelt mit Thiago (Mitte)
Matthias Balk / DPA

Thomas Müller (Nr. 25) jubelt mit Thiago (Mitte)

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Szene des Spiels: Thomas Müller feixte wie ein Lausbube, dem gerade mal wieder ein herrlicher Streich gelungen war. Teamkollege Thiago hatte einen Freistoß über die Mauer gelupft und Müller unbedrängt per Volley zum 3:0-Endstand getroffen (90.+1 Minute). Der Abend war gerettet.

Auftaktsieger: Der FC Bayern hat sein erstes Spiel in der neuen Champions-League-Saison 3:0 (1:0) gegen den Außenseiter Roter Stern Belgrad gewonnen. Zum 16. Mal in Serie gewannen die Bayern damit ihr Auftaktspiel in der Königsklasse, das ist Rekord. Hier geht es zum Spielbericht.

Torwartstreit: Es war das Thema der vergangenen Tage. Marc-André ter Stegen zeigte sich enttäuscht, dass er nicht statt Manuel Neuer im Tor der deutschen Nationalmannschaft steht. Nach ter Stegens Topleistung für den FC Barcelona gegen den BVB am Vortag stand Neuer gegen Belgrad unter besonderer Beobachtung, hatte aber kaum Gelegenheit aufzufallen. Das taten dann seine Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß am Rande des Spiels. Rummenigge forderte vor der Partie Klartext vom DFB und Rückendeckung für Neuer. Hoeneß polterte dann nach Abpfiff: "Wir werden uns nicht gefallen lassen, dass unsere Spieler beschädigt werden." Und: "Wir werden den Herren beim DFB jetzt Feuer machen." Das war unterhaltsamer als das Spiel zuvor.

Erste Hälfte: Der FC Bayern kümmerte sich von Beginn an um die Gestaltung des Spiels. Rund 70 Prozent Ballbesitz hatten die Münchner in der ersten Hälfte, kamen in der halben Stunde nach Anpfiff aber nur zu halbgaren Distanzschüssen. Dann flankte Ivan Perisic auf Kingsley Coman und der traf per Flugkopfball zur Führung (34.). Die hätte zur Pause noch höher ausfallen können, aber Coutinhos vermeintliches Tor zählte wegen einer Abseitsstellung nicht (40.).

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Champions League: So siegten die Bayern gegen Belgrad

Zahl der Halbzeit: In der Torschussstatistik führte der FC Bayern zur Pause 16:2. Doch die Münchner machten nur Dienst nach Vorschrift, ein 1:0 musste vorerst reichen.

Zweite Hälfte: Belgrad positionierte sich nach Wiederanpfiff etwas mutiger, die Stürmer warteten schon an der Mittellinie auf die Angriffe der Münchner. Nach einem Pfostenschuss von Corentin Tolisso (53.) überlegten es sich die Serben wieder anders. Perisic traf wenig später die Latte, Robert Lewandowski schoss per Seitfallzieher über das Tor (65.). Die Bayern spielten schnörkellos, kamen zu vielen Chancen, nutzten diese aber zu oft nicht. Bevor der Sieg aber zu dröge wurde, verabschiedeten sich Müller und seine Teamkollegen doch noch mit zwei Toren in den Feierabend.

200 + 106: Über ein besonderes Jubiläum freute sich Lewandowski. Nach einer verunglückten Abwehraktion der Belgrader stocherte er den Ball zum 2:0 ins Tor und erzielte damit sein 200. Pflichtspieltor für die Bayern - nicht schön, aber selten (80.). Wenig später wechselte Niko Kovac Thomas Müller ein, der 30-Jährige kam damit zu seinem 106. Einsatz in der Champions League - Rekord beim FC Bayern. Er feierte es mit seinem Tor zum 3:0.

Der ewige Marin: Noch nie hat Marko Marin ein Spiel gegen Bayern München gewonnen. Als er zuletzt auf die Münchner traf, trug er bei Werder Bremen die Nummer zehn, wurde in der 73. Minute für einen gewissen Sandro Wagner ausgewechselt und musste eine 1:4-Niederlage hinnehmen. Acht Jahre später ist Marin Kapitän von Roter Stern - und weiter sieglos gegen die Bayern.

Und jetzt? Der FC Bayern führt die Gruppe B nach seinem Pflichtsieg an. Als Nächstes trifft der deutsche Rekordmeister am 1. Oktober auf Tottenham Hotspur - in London dürfen die Bayern nicht so fahrlässig mit ihren Möglichkeiten umgehen.

FC Bayern München - Roter Stern Belgrad 3:0 (1:0)
1:0 Coman (34.)
2:0 Lewandowski (80.)
3:0 Müller (90.+1)
Bayern: Neuer - Kimmich, Süle, Pavard, Hernández - Thiago, Tolisso (66. Martínez) , Coutinho (83. Müller) - Coman, Lewandowski, Perisic (66. Gnabry)
Belgrad: Borjan - Gobeljic, Milunovic, Degenek, Jander - Jovancic (62. Vulic), Canas - Garcia (83. Vukanovic), Marin, van la Parra - Pavkov (70. Boakye)
Gelbe Karten: Degenek, Vulic
Schiedsrichter: Madden (Schottland)
Zuschauer: 70.000 (ausverkauft)

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LDaniel 19.09.2019
1. Neuer
Neuer konnte sich nicht auszeichnen? Er hat in typischer Weise den Ball erobert (weit vorm Strafraum) und anschließend das wichtige 1:0 eingeleitet. Dazu blieb der Kasten sauber.
jujo 19.09.2019
2. ...
Hat sich die FCB Führung nicht mal über die zu hohe Belastung ihrer Spieler über Einsätze für den DFB beschwert? Die "Freistellung" von Boateng, Hummels, Müller und bald (?) auch Neuer kommt dem doch entgegen. Der FCB sollte sich bedanken.
canuni 19.09.2019
3. Herr Hoeneß...
... was hat eine Torwartdiskussion mit Beschädigung zu tun? Wieso wird Manuel Neuer beschädigt? Ter Stegen hat zurecht die Forderung gestellt in der Nationalmannschaft die Nummer eins zu sein.
blueeye2001 19.09.2019
4.
Zitat von jujoHat sich die FCB Führung nicht mal über die zu hohe Belastung ihrer Spieler über Einsätze für den DFB beschwert? Die "Freistellung" von Boateng, Hummels, Müller und bald (?) auch Neuer kommt dem doch entgegen. Der FCB sollte sich bedanken.
Naja, wie man es eben betrachtet: Werden zu viele Bayernspieler in der Nationalmnnschaft eingesetzt, dann fühlen sich andere Spieler/Verein benachteiligt, werden einige jedoch nicht eingesetzt, dann werden sie anscheinend geschont. Daran merkt man, dass man es wirklich niemandem recht machen kann und dass es immer was zu meckern gibt
regor_regorefix 19.09.2019
5. Dröge?
Sehr geehrter Herr Pütz, mit Roter Stern Belgrad trafen die Bayern auf einen unangenehmen Gegner, der schon in der letzten Champions League Saison in seiner Vorgruppe für einiges Aufsehen sorgte. Die Mannschaft spielt diszipliniert und ist defensiv gut organisiert. Von daher war meines Erachtens von vornherein kein spielerisches Feuerwerk zu erwarten. Die Bayern haben ihren Gegner komplett dominiert, sind aber verschwenderisch mit ihren Torchancen umgegangen. Es war letztlich ein Arbeitssieg, aber mit Sicherheit nicht "dröge"! Zur unseligen Diskussion über die Torhüterposition sei nur so viel gesagt, solange ter Stegen nicht signifikant besser als Neuer ist, muss sich dieser eben hinten anstellen. Sogar der Torwarttitan Kahn ist erst mit 29 Jahren Stammtorhüter der Nationalmannschaft geworden! Also locker bleiben und abwarten.
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