FC Bayern Hoeneß schließt Verpflichtungen im Sturm aus

Toni, Klose, Olic, Müller: Bayern-Manager Uli Hoeneß reichen vier Angreifer für die kommende Saison. Grund ist Lukas Podolski. Dagegen soll der Club an einem Iren interessiert sein. Die Nachfolgersuche für Hoeneß könnte sich hinziehen.


Hamburg - Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß hat trotz der aktuell schlechten Erfahrungen den Einkauf eines weiteren Angreifers für die kommende Saison ausgeschlossen. "Wir haben uns dazu entschlossen, in die kommende Saison mit Luca Toni, Miroslav Klose, Ivica Olic und Thomas Müller zu gehen. Lieber habe ich mal ein paar Wochen einen Engpass als eine ganze Saison ein Theater wie mit Lukas Podolski", sagte Hoeneß dem "Münchner Merkur".

Bayern-Manager Hoeneß: Keine Stürmer auf der Neulingsbank
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Bayern-Manager Hoeneß: Keine Stürmer auf der Neulingsbank

Allerdings sollen die Bayern Interesse an Mittelfeldspieler Aiden McGeady von Celtic Glasgow haben. In der "Sun" wird der irische Nationalcoach Giovanni Trapattoni zitiert, dass die Münchner zuletzt seine Meinung über den irischen Nationalspieler eingeholt hätten. Der 22-jährige McGeady, dessen Marktwert bei sieben Millionen Euro liegen soll, sei einer seiner "wichtigsten Spieler", sagte der ehemalige Bayern-Trainer.

Im Angriff gibt es für Hoeneß aber trotz der durch die Verletzungen von Toni und Klose angespannten Situation keinen Grund zum Umdenken: "Wenn wir einen weiteren fertigen Spieler holen würden, würde Thomas Müller doch wieder nur auf der Bank sitzen. Aber wir wollen einem jungen Spieler hier mal wieder eine Chance geben."

Zudem stellte der Bayern-Manager klar, dass es für Podolski, der im Sommer für rund zehn Millionen Euro nach Köln zurückkehrt, "kein Rückkaufsrecht gibt". Zuletzt hatte Trainer Jürgen Klinsmann die Möglichkeit skizziert, dass der 23 Jahre alte Nationalspieler irgendwann wieder beim FC Bayern spielen könnte.

Über seinen Nachfolger als Manager beim FC Bayern erklärte Hoeneß im "Merkur", "dass wir nicht nur einen Sportchef suchen, sondern auch einen Mann im Marketing-/Sponsoringbereich". Bei den Gesprächen lasse man sich Zeit, "vielleicht bis zur Jahreshauptversammlung im Dezember". Dass er selbst noch über den 31. Dezember 2009 hinaus als Manager zur Verfügung steht, ist laut Hoeneß nicht geplant: "Das wäre das Worst-Case-Szenario. Das ist nicht unser Ziel. Aber eins muss man auch mal sagen: Ein Uli Hoeneß lässt den FC Bayern nie im Stich." Hoeneß soll ab 1. Januar 2010 Präsident beim Rekordmeister werden.

Hoeneß kritisiert Qualitätsdebatte

Kritisch äußerte sich Hoeneß derweil über die Angriffe von Bundestrainer Joachim Löw auf die Bundesliga. "Mich stört an der ganzen Diskussion, dass immer, wenn Länderspiele gegen Liechtenstein oder Andorra vor der Tür stehen, die zuständigen Herren vom DFB der Bundesliga zeigen wollen, wie man Fußball spielt", sagte Hoeneß: "Die sollten uns in den Vereinen besuchen und uns dort nachweisen, dass wir falsch arbeiten. Dann können wir gerne darüber reden."

Löw hatte vor allem Defizite im Tempo bei den Bundesligisten bemängelt. Bei einer Trainertagung am Wochenende waren die Diskrepanzen ausgeräumt worden. Hoeneß legte dennoch nach: "In England wurde früher auch schneller gespielt als in Deutschland - und trotzdem haben wir gegen die öfter mal gewonnen."

fpf/sid



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