FC Bayern Kahn muss um die Kapitänsbinde bangen

Noch ist unklar, ob Oliver Kahn einen neuen Verein findet. Sollte der Nationaltorwart jedoch bei Bayern München bleiben, könnte sein neuer Trainer Felix Magath eine schlechte Nachricht für den 35-Jährigen haben.


Kahn: "Ein bisschen eigenartig"
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Kahn: "Ein bisschen eigenartig"

München - Das Verhältnis des Rekordmeisters zu seinem Torwart ist im Augenblick als angespannt zu bezeichnen. Kahn, dessen Vertrag in München noch bis 2006 läuft, hatte nach dem EM-Aus der deutschen Nationalelf seine Wechselabsichten ins Ausland nach zehn Jahren beim FC Bayern noch einmal bekräftigt. Es gebe bereits erste Kontakte, behauptete er. "Ich werde eine neue Herausforderung suchen und denke, dass mir Bayern keine Steine in den Weg legen wird", hatte er wiederholt gesagt.

Doch die Bayern sind zunehmend genervt. "Wenn er weg will, sollte er das exklusiv uns sagen und niemand anderem. Er sollte also mit mir oder Uli Hoeneß sprechen", sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge in der Münchner "Abendzeitung". Durch Kahns Vorgehensweise würden "Fronten nicht aufgeweicht, sondern verhärtet. Wir haben ihn immer verteidigt. Was Kahn nun macht, das ist kein Stil", sagte Rummenigge.

Auch nach dem Trainingsauftakt des FC Bayern sind die Vereinsbosse weiter verstimmt. Zwar ist Kahn nach der Euro wie geplant noch nicht beim neuen Coach Felix Magath, sondern noch im Urlaub. Aber dennoch findet es Rummenigge "ein bisschen eigenartig", dass Kahn zurzeit keinen Kontakt zu seinem Noch-Arbeitgeber sucht.

Magath geht davon aus, dass Kahn bei den Bayern bleibt. Aber das heißt noch lange nicht, dass der Keeper seinen bisherigen Status behält. Kahn muss um seine Kapitänsbinde bangen. Auf die Frage, ob Kahn Kapitän bleibe, antwortete Magath in der "Bild"-Zeitung: "Der Kapitän ist das Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainer. Deshalb suche ich ihn aus. Ich tendiere aber mehr zum Feldspieler. Sonst könnte ja auch ich von draußen rein schreien, das bringt aber genauso wenig, wie ein Torwart, der von hinten schreit."

Führungsspieler waren in der vergangenen Saison bei den Münchnern rar. Deshalb kämen auch nicht viele als neuer Kapitän in Frage: Selbst Michael Ballack und Roy Makaay sind keine Namen, die sich umgehend für dieses Amt aufdrängen. Und der Dienstälteste, Mehmet Scholl, ist zu verletzungsanfällig und von einem Stammplatz weit entfernt.



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