Streit wegen Wutrede Lahm schießt gegen Sammer

Attacke mit Verspätung: Zwei Wochen nach Matthias Sammers öffentlicher Kritik an den Bayern-Spielern hat sich Kapitän Philipp Lahm ebenfalls geäußert. Er warnt den Sportchef und fordert, Kritik solle intern bleiben.
Bayern-Kapitän Lahm: Deutliche Worte

Bayern-Kapitän Lahm: Deutliche Worte

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images

Hamburg - Bayern Münchens Kapitän Philipp Lahm hat Sportvorstand Matthias Sammer öffentlich kritisiert. Wenn ein Verantwortlicher das Gefühl habe, die Mannschaft kritisieren zu müssen, "dann soll der das doch bitte intern machen", sagte Lahm vor dem Champions-League-Spiel am Mittwoch (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) bei Manchester City der Wochenzeitung "Die Zeit".

Wenn sich jemand trotzdem für eine öffentliche Wutrede entscheide, dann müssten Einsatz und Art sehr gut überlegt sein, so Lahm weiter: "Es dauert, bis man ein Gefühl dafür entwickelt, wann der richtige Zeitpunkt für diese Form gekommen ist, und in welchem Ton man das macht. Im Moment der Kritik muss man die Emotionen zurückhalten können. Wenn der Chef zu emotional ist, dann verliert der irgendwann. Dann ist er nicht mehr so glaubwürdig."

Sammer hatte nach dem 2:0 des Triple-Gewinners gegen Hannover 96 öffentliche Kritik an den Spielern geübt und ihnen "Dienst nach Vorschrift" vorgeworfen. Daraufhin war er bereits von Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gerüffelt worden. Vor dem Abflug nach England zeigte sich der Sportchef aber gelassen: "Alles in Ordnung, alles kein Problem", sagte er.

"Für uns Athleten spielt das, was die Verantwortlichen in der Öffentlichkeit sagen, nicht die ganz große Rolle", so Lahm. Für die Spieler sei es wichtiger, wie die Führungsfigur nach innen agiere. "Ein guter Trainer und Kapitän moderiert, er diktiert nicht. Schon gar nicht mit Hilfe der Öffentlichkeit."

Lahm selbst hatte vor drei Jahren in einem bemerkenswerten Interview seinen Club für dessen Transferpolitik kritisiert und dafür eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro gezahlt.

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Foto: SPIEGEL ONLINE
asi/sid
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