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Fotostrecke: Statiktest mit Siegerlächeln

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Meisterfeier der Bayern Schale Party

Den Statiktest hat der Münchner Rathausbalkon bestanden: Erstmals feierten Frauen- und Männerteam des FC Bayern gemeinsam die Meisterschaft. Die Jubelstimmung war nach den Enttäuschungen der Vorwochen allerdings eher gebremst.
Von Sebastian Winter

Der Rathausbalkon auf dem Münchner Marienplatz brach dann doch nicht zusammen. Er trug die Fußballfrauen und -männer des FC Bayern, zum ersten Mal standen ja beide nach ihren gewonnenen Meisterschaft dort oben. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hatte zuvor bei seiner Rede im Großen Sitzungssaal noch Bedenken geäußert: "Wir sind sehr, sehr glücklich, dass wir heute mit euch auf dem Balkon stehen dürfen. Das ist dann gleichzeitig der Statiktest."

Rund 20.000 Menschen hatten das Schauspiel nach Klubangaben verfolgt, das Gelände musste früh wegen Überfüllung geschlossen werden, U- und S-Bahnen fuhren die Haltestelle im Herzen Münchens gar nicht mehr an. Die im grünen Dirndl erschienene Kapitänin der Bayern-Frauen, Nationalspielerin Melanie Behringer, sagte dazu den schön-ironischen Satz: "Ich denke, die sind nicht alle wegen uns hier." Die Mehrzahl wollte natürlich Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und die anderen sehen. Auch ihre Augen waren klein, wie die der Frauen.

Bis spät in die Nacht hatten sie bei der internen Meisterfeier im Münchner Postpalast die Titel begossen. "Der Letzte ist um Viertel nach fünf gegangen", sagte Rummenigge, Bastian Schweinsteiger sei das gewesen. "Der Vorstand hat dann die Tür abgeschlossen, wie sich das gehört."

Auch der Bürgermeister jetzt ein Roter

Stolz gerierte sich auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter von der SPD: "Gratulation eines mit einem sehr roten Herzen ausgestatteten Oberbürgermeisters." Der Bayern-Sympathisant meinte dieses Mal nicht die Farbe seiner Partei. Früher, als noch Christian Ude die Bayern nach der Saison im Rathaus begrüßt hatte, war das noch anders gewesen. Ude, der im Herzen einen blauen Löwen trägt, und die Bayern begegneten einander mit herzlicher Abneigung.

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Foto: Lennart Preiss/ Bongarts/Getty Images

Die Festivitäten sollten auch das Bayern-Image zementieren, eine große Familie zu sein, und nur in kleinen Details konnte man erkennen, dass dieses Bild nicht immer der Realität entspricht. Dass dieser Klub eben vor allem ein prosperierendes Multi-Millionen-Unternehmen ist, das demnächst in größerem Stil nach China expandieren will - dort findet im Sommer auch das Trainingslager statt, und nicht am nahen Gardasee.

So stand Xabi Alonso eher irritiert als begeistert auf dem Balkon, die beiden Teams der Männer und Frauen schienen auch nicht allzu viele Anknüpfungspunkte zu haben. Und Trainer Josep Guardiola ist auch nun wirklich kein Feierbiest. Der respektvolle, höfliche Katalane würde nie wie einst Louis van Gaal wie ein Derwisch über den Rathausbalkon fegen.

Müller machte natürlich die Stimmung

Als Stimmungsmacher dienten dafür andere: Thomas Müller natürlich, der am Vortag im Stadion vom Fanzaun abgerutscht war, als er das Humba-Lied anstimmen wollte, blieb auf dem Balkon standfest, als er losträllerte. Rafinha sang "Hey Baby", Franck Ribéry stellte die gewagte Prognose, "noch zehn Jahre bei Bayern" bleiben zu wollen. Und Sebastian Rode, der zuvor noch nie deutscher Meister geworden war, ließ sich überall mit der Schale und seinem Seppl-Hut ablichten.

Nur Arjen Robben erinnerte daran, dass eben auch nicht alles rosarot war in dieser Saison: "Ich konnte nur zuschauen, und vom einen auf den anderen Moment ist es vorbei. Das war ganz komisch, schmerzhaft und frustrierend."

Eine Panne gab es auch bei Rummenigges Rede im Großen Sitzungssaal, minutenlang funktionierte das Mikrofon nicht. Ein Fauxpas, der die ansonsten so perfekt durchgestylten Choreografien des FC Bayern heilsam konterkarierte. Rummenigge verteilte, als man ihn wieder verstand, noch Schulnoten. Die Saison sei "zumindest eine 2 plus gewesen. Nächstes Jahr wollen wir den Titel verteidigen und auch in den anderen beiden Wettbewerben eine gute Rolle spielen."

Zu möglichen Transfers wollte sich Rummenigge nicht äußern, über die Wechselgerüchte um Bastian Schweinsteiger, der angeblich von Manchester United umworben wird, sagte er: "Das ist kalter Kaffee, er hat einen Vertrag bis 2016 und ist ein wichtiger Spieler beim FC Bayern. Er wird nicht umsonst von den Fans Fußball-Gott geschimpft. Wir sind sehr zufrieden mit ihm und wünschen uns, dass er hierbleibt."

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Schweinsteiger war dann der erste, der sich vom Balkon zurückzog. Er hat den Vorbau ja schon öfter als alle anderen Bayern-Profis betreten. Und in den meisten Jahren auch mit viel größeren Emotionen.

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