Sieg gegen Casablanca Bayern gewinnt Club-WM und holt fünften Titel des Jahres

Souverän, aber glanzlos: Im Finale der Club-WM gab sich der FC Bayern keine Blöße und feierte den fünften Titelgewinn des Jahres. Die Entscheidung fiel bereits in der Anfangsphase, danach schalteten die Münchner gleich mehrere Gänge zurück.

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Hamburg - Das Jahr 2013 war eines der erfolgreichsten in der Geschichte des FC Bayern. Die Münchner gewannen das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League, holten den Uefa-Supercup - noch dazu mit schönem Fußball, der beeindruckte. Der Jahresabschluss hätte für die Bayern also kaum passender sein können, als mit einem weiteren Titel. Im Finale der Club-Weltmeisterschaft in Marokko siegte der FCB 2:0 (2:0) gegen Raja Casablanca.

"Am Ende von so einem Jahr nochmal einen Titel abzustauben und dann diesen: unglaublich", sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm. Im Finale von Marrakesch schossen Dante (7. Minute) und Thiago (22.) die Tore für die Münchner, die den Vorgängerwettbewerb Weltpokal bereits 1976 und 2001 gewonnen hatten. Franck Ribéry wurde nach dem Match als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet.

Es war ein ungleiches Duell vor 45.000 Zuschauern, darunter auch Marokkos König Mohammed VI., im ausverkauften Stadion in Marrakesch. Casablanca wurde zwar vom Publikum frenetisch angefeuert, war den Bayern aber klar unterlegen. Raja hatte sich nur über ein Ausscheidungsspiel für die Club-WM qualifiziert, dort aber überraschend den Sieger der Champions League der Concacaf, CF Monterey, und Südamerika-Meister Atlético Mineiro bezwungen.

Die Bayern wurden bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen, das machte ihnen aber offenbar nichts aus. Innenverteidiger Dante brachte sein Team nach einer Ecke in der siebten Minute in Führung, als Casablanca auf Abseits spekulierte. Eine Viertelstunde später sorgte Thiago nach schönem Zusammenspiel mit David Alaba für das 2:0.

Ronaldinho sieht Rot im Spiel um Platz drei

Anders als noch Guangzhou im Halbfinale, das den Bayern beim 0:3 im Halbfinale kaum Gegenwehr geleistet hatte, brachten die Marokkaner das Tor von Manuel Neuer auch ein paar Mal in Gefahr: Stürmer Mouhssine Iajour (5./20.) hatte zwei Möglichkeiten. Die größte Chance resultierte aus einem Neuer-Fehler, doch nach einem Fehlpass des Bayern-Torhüters verfehlte Chemseddine Chtibi das leere Tor um Zentimeter (38.).

Nach der Pause verflachte die Partie, die Bayern kontrollierten nur noch und drangen kaum energisch Richtung Tor. Bei einem der wenigen Vorstöße wäre fast das 3:0 gefallen. Doch Xherdan Shaqiri gelang das Kunststück, aus kürzester Distanz an die Latte zu schießen (62.).

Danach passiert nichts mehr, es schien, als wenn die Bayern nach einem langen Jahr mit dem Ergebnis zufrieden waren und den Gastgebern eine Schmach ersparen wollten. In der 84. Minute hätte Raja sogar noch verkürzen können, doch Neuer parierte erst gegen Vianney Madibé und Mouhssine Moutouali jagte den Nachschuss über das Tor - doppeltes Glück für die Bayern. "Wir haben uns heute das Leben teilweise selber schwer gemacht", so Lahm.

"Wir könnten das Ganze auch ein wenig kritischer analysieren, aber so kurz vor Weihnachten als Jahresabschluss müssen wir das nicht mehr so genau analysieren", sagte Thomas Müller zur Leistung mit "ein paar Nachlässigkeiten".

Das Spiel um Platz drei gewann Atlético Mineiro 3:2 (2:2) gegen Guangzhou Evergrande FC. Diego Tradelli brachte Atlético früh in Führung (2.), doch Muriqui (9.) und Dario Conca mit einem Foulelfmeter in der 15. Minute drehten die Partie. Der frühere Weltstar Ronaldinho glich danach mit einem Freistoß aus (45.), sah kurz vor Schluss aber wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Den Siegtreffer erzielte schließlich Luan in der Nachspielzeit.

FC Bayern München - Raja Casablanca 2:0 (2:0)
1:0 Dante (7.)
2:0 Thiago (22.)
München: Neuer - Rafinha, Boateng, Dante, Alaba - Lahm - Shaqiri (80. Götze), Thiago, Kroos (60. Martínez), Ribéry - Müller (76. Mandzukic)
Casablanca: Askri - El Hachimi, Oulhaj, Benlamalem, Karrouchy - Guehi, Erraki - Moutaouali, Chtibi (50. Madibé), Hafidi (88. Kachani) - Iajour (78. Soulaimani)
Schiedsrichter: Ricci (Brasilien)
Zuschauer: 45.000 (asverkauft)
Gelbe Karten: / - Oulhaj, Soulaimani

insgesamt 45 Beiträge
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Seite 1
Der Terraner 21.12.2013
1. Falsch
Den Uefa-Supercup haben die Dortmunder gegen die Bayern gewonnen. Trotzdem, auch vier Titel sind alle Ehre wert. Meinen Glückwunsch.
cruiser87 21.12.2013
2.
Glückwunsch an Bayern, praktisch ein perfektes Jahr. Hoffentlich wird das nächste etwas spannender. Schade, dass Pizarro nicht noch eingewechselt wurde, ich haette es ihm gegoennt.
gernot999 21.12.2013
3. Der Einzige, der sich über den Titel gefreut hat
war Rafinha. Für die anderen schien es eher ne lästige Pflicht, der man sich möglichst effizient entledigen wollte. Übrigens, ich wär dafür, daß die FIFA den Klub-Weltmeister gegen den Länder-Weltmeister antreten läßt. Dann würde man endlich mal sehen, auf welchem (vglw. schlechten) Niveau Nationalmannschaften kicken.
maginot2 21.12.2013
4. Kommentator
Zitat von sysopREUTERSSouverän, aber glanzlos: Im Finale der Club-WM gab sich der FC Bayern keine Blöße und feierte den fünften Titelgewinn des Jahres. Die Entscheidung fiel bereits in der Anfangsphase, danach schalteten die Münchner gleich mehrere Gänge zurück. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-bayern-muenchen-gewinnt-die-club-wm-gegen-raja-casablanca-a-940497.html
Das geilste am Spiel war mit Abstand der Kommentator der ARD. Als der sagte: Die Bayern lassen sich mitunter absichtlich den Ball wegnehmen um den Gegner zu verwirren, habe ich gedacht mir fallen gleich die Klicker aus dem Sack.
Quatsch 21.12.2013
5. Schlafwagenfussball
Vielleicht ist man verwöhnt, aber das war die schlechteste Saisonleistung von Bayern, ausgerechnet im Finale der Club-WM. Nicht gerade Werbung für den europäischen Champions-League Sieger.
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