Wintertransfers des FC Bayern »Unser Kader ist top besetzt«

Der Winter-Transfermarkt steht beim FC Bayern nicht im Fokus. Vorrang genießt die Zukunft aktueller Topspieler – ein paar Kandidaten für Abschiede gibt es aber.
Sportvorstand Hasan Salihamidzic

Sportvorstand Hasan Salihamidzic

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Tom Weller / dpa

Beim Thema Wintertransfers winken die Bosse des FC Bayern eher gelangweilt ab. Hasan Salihamidzic ließ schon vor der Öffnung des Januar-Marktes verlauten, dass sich beim angehenden deutschen Zehnjahres-Dauermeister nichts Besonderes tun werde mit Blick auf die zweite Saisonhälfte. »Das ist gar kein Thema. Unser Kader ist top besetzt«, sagte der Sportvorstand.

Drängende Personalien muss der Vorstand um Oliver Kahn trotzdem in den ersten Monaten 2022 anpacken. Die Preisfrage beim Bundesliga-Herbstmeister lautet: Was wird aus Niklas Süle, Serge Gnabry, Kingsley Coman oder Corentin Tolisso? Die Zukunft zu gestalten wird definitiv teuer. Und das in kaum kalkulierbaren Zeiten. »Wir managen als Fußballklub auch zwei Jahre Pandemie«, mahnt Vorstandschef Oliver Kahn. Das neue Jahr geht wegen der Omikron-Variante mit Geisterspielen weiter. Beim FC Bayern bedeutet eine leere Arena 3,5 Millionen Euro Verlust pro Heimspiel.

Das erschwert die Zielsetzung, nach den kostspieligen Verlängerungen mit den Führungskräften Joshua Kimmich (Vertrag bis 2025) und Leon Goretzka (2026) weitere Mittzwanziger wie Gnabry (26), Coman (25) und auch Süle (26) ebenfalls längerfristig zu binden.

Kahn äußert sich zurückhaltend zu Niklas Süle

Nach dem Österreicher David Alaba, der im vergangenen Sommer zu Real Madrid ging, könnten am Saisonende Nationalverteidiger Süle und der einstige 41,5-Millionen-Euro-Rekordtransfer Tolisso ablösefrei gehen. Süle hat seine Leistungen unter Trainer Julian Nagelsmann wieder stabilisiert. Ihm wird aber auch ein Faible für die englische Premier League nachgesagt.

Nagelsmann mutmaßte, »dass es einen Markt gibt« für den kantigen Innenverteidiger. Kahn äußerte sich zurückhaltend zum Süle-Verbleib: »Es kommt darauf an, dass wir eine Basis finden, wo das für beide Seiten funktionieren kann.«

»Ich würde mir nichts sehnlicher wünschen, als dass er verlängert«, sagte Nagelsmann zu Gnabry nach dessen jüngster Drei-Tore-Gala beim 5:0 in Stuttgart. Auch bei Coman gerät der Coach ins Schwärmen. Der Franzose sei »einer der Top-Flügelspieler auf diesem Planeten«. Und darum würde Nagelsmann (Vertrag bis 2026) mit Coman »gerne noch viele Jahre zusammenarbeiten«.

Die Zeit drängt: Gnabry und Coman sollen möglichst nicht ablösefrei in die kommende Spielzeit gehen.

Für den 27-jährigen Tolisso werden die Bayern ihr Budget nicht ausreizen. In viereinhalb Jahren stand der immer wieder verletzte Weltmeister nur in 64 von 151 möglichen Ligapartien auf dem Platz. Der Franzose hat es nie geschafft, dauerhaft wichtig zu sein. Er ist im Mittelfeld ersetzbar; hinter Kimmich und Goretzka gibt es in Marcel Sabitzer und Marc Roca Alternativen. Zum Hinrundenende half auf der Sechserposition sogar Jamal Musiala erfolgreich aus.

Für die Rückrunde genügt Nagelsmann der aktuelle Personalbestand. »Wenn man das letzte halbe Jahr nimmt, bin ich froh, dass wir den Kader so hatten, wie wir ihn haben, weil wir jeden Spieler auch gebraucht haben«, sagte er bei seinem Halbzeit-Fazit. Mit Tolisso wäre im Januar noch eine Ablöse zu erzielen. Erster Kandidat zumindest für eine Ausleihe ist Michael Cuisance.

ara/dpa
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