Vor Saisonauftakt des FC Bayern Boateng entschuldigt sich für Verhalten auf Meisterfeier

"Ich würde Boateng raten, den FC Bayern zu verlassen", sagte Uli Hoeneß. Nun bleibt der Innenverteidiger wohl doch in München - und zeigt sich nach seinen Auftritten zum Ende der vergangenen Saison reumütig.

"Ich habe nur aus tiefer Enttäuschung über meine Situation gehandelt": Jérôme Boateng
Christof Stache / AFP

"Ich habe nur aus tiefer Enttäuschung über meine Situation gehandelt": Jérôme Boateng


Während der Meisterfeier im vergangenen Mai hielt er sich abseits der Mannschaft auf, und Uli Hoeneß sagte schon, er könne sich einen neuen Verein suchen: Etwas überraschend ist Jérôme Boateng im Sommer beim FC Bayern München geblieben - und hat nun um Entschuldigung für sein Auftreten gebeten.

"Ich weiß, dass viele mein Verhalten damals kritisch gesehen haben, auch viele Fans. Und ich verstehe das. Egal, wie es jetzt weitergeht: Ich möchte mich auf jeden Fall dafür entschuldigen", sagte er der "Bild am Sonntag".

Der Innenverteidiger war mit seiner Reservistenrolle beim Bundesligisten unzufrieden und hatte dies nach dem Pokalsieg und bei der Meisterfeier zum Abschluss der Saison auch deutlich gezeigt. "Ich würde ihm als Freund empfehlen, den Verein zu verlassen", sagte Bayern-Präsident Hoeneß damals.

Boateng war tief enttäuscht

"Das war nicht in Ordnung, aber ich wollte wirklich niemanden verärgern oder beleidigen", sagte Boateng nun über sein Verhalten. "Ich habe nur aus tiefer Enttäuschung über meine Situation gehandelt. Ich konnte irgendwie nicht anders."

In der Saisonvorbereitung söhnten sich Spieler und Verein offenbar aus. Das liegt wahrscheinlich auch an der Transferpolitik des FC Bayern. Der Klub verkaufte mit Mats Hummels bereits einen Innenverteidiger an Borussia Dortmund und hat aktuell lediglich 17 Profi-Feldspieler im Kader. Allerdings ist Niklas Süle in der Innenverteidigung gesetzt und auch 80-Millionen-Neuzugang Lucas Hernández ist bald spielfähig, nur Benjamin Pavard steht in der Abwehr-Hierarchie wohl hinter Boateng.

Ist sogar eine Vertragsverlängerung möglich?

"Jérôme hat einen guten und richtigen Schritt getan. Er kam körperlich in einer guten Verfassung hierher", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nach der US-Tour des Teams Ende Juli: "Auch wie er sich innerhalb der Mannschaft und des Klubs verhalten hat, war positiv. Dementsprechend hat er hier auch Pluspunkte gesammelt."

Der Vertrag des 30-Jährigen läuft noch bis 2021, inzwischen scheint auch ein Verbleib beim Rekordmeister möglich. "Ich denke, dass ich in den vergangenen Wochen in der Vorbereitung gezeigt habe, dass ich alles dafür tue, um in Topform zu sein", sagte der ehemalige deutsche Nationalspieler.

ptz/dpa

insgesamt 27 Beiträge
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georg.sperr 11.08.2019
1. Der Ex Weltmeister
Braucht sich bei niemandem entschuldigen. Er ist immer noch einer der besten Verteidiger. Der Verein ist das Problem.( Bin kein Bayer Hasser )
stammtischschreck 11.08.2019
2. Besser so, als...
irgendwas von "toller Verein" erzählen und 2 Wochen später weg sein! In seiner Situation war die Reaktion menschlich völlig verständlich, wenn auch ein wenig unproffesionell.
hileute 11.08.2019
3. Alles in Ordnung
so wie die Situation war ist es doch völlig normal n bisschen beleidigt zu sein. Aber das Blatt hat sich gewendet, und ein Boateng in guter Form unverzichtbar für Bayern geworden.
steveleader 11.08.2019
4. Rummenigge und Hoeneß...
sind zwischen ein echtes Problem für den FCB. Der Verein hat es schon seit Jahren versäumt sich an genau diesen Stellen zu erneuern. Uns wird deshalb jetzt fast täglich der Niedergang präsentiert. Spielerisch wirkt sich das erst ab dieser Saison aus. Die Substanz war zu gut. Aber man sah bereits an der Demontage von Boateng das hier nichts mehr stimmt. Früher gab es das auch schon, aber dann war der Spieler weg und ein neuer wurde präsentiert. Jetzt macht Boateng einfach weiter als wäre nichts passiert. Autorität nach innen und außen geht verloren. Stars kann man so nicht holen. Eine schlimme neue Saison zeichnet sich ab. Vielen Dank für alles Uli und Kalle und ab auf den Ehrenpräsidentenposten.
ge1234 11.08.2019
5. Nun...
... wenn er in Form ist, dann soll er bleiben. Warum auch nicht? Immerhin ist er immer noch ein Top-Innenverteidiger, auch wenn ich sein damaliges Verhalten absolut albern und unprofessionell finde. In seinen 12 Mio. Gehalt ist schließlich auch das Schmerzensgeld dafür enthalten, mal auf der Bank oder Tribüne zu sitzen.
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