Unverständnis in München Bayern muss angeschlagenen Hernández doch abstellen

Beim FC Bayern kann der angeschlagene Lucas Hernández nicht eingesetzt werden, der französische Verband beharrt dennoch auf eine Länderspiel-Nominierung des Verteidigers. Das sorgt in München für Irritationen.

Lucas Hernández
SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX

Lucas Hernández


Hasan Salihamidzic gab sich nach der 1:2-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim unmissverständlich: Lucas Hernández werde "nicht zur Nationalmannschaft abgestellt, weil er eine Stressreaktion im Knie hat", sagte der Bayern-Sportdirektor. Das habe die medizinische Abteilung der Münchner entschieden, Hernández hatte gegen Hoffenheim und auch in der Champions League bei Tottenham nicht im Kader gestanden. Wie der "Kicker" nun berichtet, soll Hernández aber doch nach Frankreich reisen.

Nationaltrainer Didier Deschamps hatte den Weltmeister von 2018 in seinen Kader für die beiden Länderspiele gegen Island und Türkei (11. und 14. Oktober) berufen. Laut den Regularien des Fußball-Weltverbands Fifa sind die Vereine der nominierten Spieler verpflichtet, ihre Profis abzustellen.

Da Deschamps sich vor Ort ein Bild vom gesundheitlichen Zustand Hernández' machen möchte, blieb den Bayern gar nichts anderes übrig, als ihren Sommer-Zugang fahren zu lassen. Sollten die französischen Mannschaftsärzte ebenfalls zu der Einschätzung gelangen, Hernández müsse pausieren, soll er nach München zurückkehren.

"Abstellung macht keinen Sinn"

"Ich bin irritiert über das Verhalten des französischen Verbandes", sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, in einer Stellungnahme. Vereinsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt sagte: "Ich trage die Verantwortung für die Gesundheit von Lucas Hernández und ich sage: er kann bei den anstehenden Partien der französischen Nationalmannschaft nicht spielen, von daher macht auch eine Abstellung keinen Sinn."

Rummenigge sagte weiter, der Verein stelle "die drei gesunden Profis Kingsley Coman, Corentin Tolisso und Benjamin Pavard selbstverständlich statutengemäß ab". Er hätte sich "wegen des großen Risikos mehr Verständnis erwartet" und verwies auf die jüngsten Länderspielabsagen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Im Vorfeld des Hoffenheim-Spiels hatte Bayern-Trainer Niko Kovac die Hoffnung geäußert, Deschamps würde einlenken. "Das geht nicht gegen Bayern oder Kovac", sagte jedoch Deschamps. "Aber wir haben auch wichtige Spiele. Ich kenne Lucas gut genug, er ist auch bereit, mit einem Bein zu spielen." Bisher hat Hernández sieben Pflichtspiele für die Münchner absolviert.

krä/tip



insgesamt 10 Beiträge
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naeggha 07.10.2019
1. Man sollte den Spieler fragen
und seiner Entscheidung folgen. Alles andere ist Humbug
rockboy 07.10.2019
2. Tja...
...geht eben nicht immer so, wie sich das die Herren des FCB wünschen.
spmc-129901152853228 07.10.2019
3. Der Spieler entscheidet immer
und nicht der Trainer, der Brazzo oder sonst irgend ein Hans Dampf. Wenn ein Spieler krank oder verletzt ist, meldet er sich beim Nationaltrainer ab. Ganz einfach. Siehe aktuell Kroos und Co. beim DFB-Team. Nur zu den Bayern und den Franzosen scheint dies noch nicht durchgedrungen zu sein.
skeptikerjörg 07.10.2019
4. Kommunikationsstörung?
Sind die Kommunikationswege zwischen dem FCB und dem französischen Fußballverband so gestört? Vielleicht will Didier Deschamps ja Hernandez nur "dabei haben"? Vielleicht hätte sich auch Hasan Salihamidzic nicht so weit aus dem Fenster lehnen sollen und die Franzosen zeigen ihm gerade, wie die Spielregeln sind? Vielleicht hätte auch ein einfaches Telefonat zwischen Kovac oder Salihamidzic und Deschamps gereicht, das Problemchen aus der Welt zu schaffen? Es steht ja auch der Vorwurf (Didier Deschamps) im Raum, die Bayern hätten Hernandez nach dessen Operation zu schnell zu stark belastet und er will seine eigenen Ärzte mal einen Blick drauf werfen lassen? Egal, jedenfalls ist der Vorgang kurios.
sponpost 07.10.2019
5. Dechamps macht nur nicht Sitz...
Zitat von skeptikerjörgSind die Kommunikationswege zwischen dem FCB und dem französischen Fußballverband so gestört? Vielleicht will Didier Deschamps ja Hernandez nur "dabei haben"? Vielleicht hätte sich auch Hasan Salihamidzic nicht so weit aus dem Fenster lehnen sollen und die Franzosen zeigen ihm gerade, wie die Spielregeln sind? Vielleicht hätte auch ein einfaches Telefonat zwischen Kovac oder Salihamidzic und Deschamps gereicht, das Problemchen aus der Welt zu schaffen? Es steht ja auch der Vorwurf (Didier Deschamps) im Raum, die Bayern hätten Hernandez nach dessen Operation zu schnell zu stark belastet und er will seine eigenen Ärzte mal einen Blick drauf werfen lassen? Egal, jedenfalls ist der Vorgang kurios.
... wenn ein Anruf aus München kommt. Das ist Rummenigge anders gewöhnt. Den Spieler zu überlasten und dann zu erwarten, dass ein nationaltrainer zu dessen Regeneration auf eine Nominierung verzichtet, ist ganz einfach das, was sie seit vielen jahren vom dfb so gewohnt sind.
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