Zum Inhalt springen

Münchner Remis gegen den VfB Rekordmann Tel und »Zupfer-Gate« um Kimmich

Mathys Tel wurde im Spiel gegen Stuttgart zum jüngsten Torschützen der Münchner Ligageschichte. Mann des Spiels war jedoch VfB-Angreifer Serhou Guirassy, der sich auch von einer strittigen Szene nicht irritieren ließ.
Mathys Tel (r.) jubelt nach seinem Rekordtreffer

Mathys Tel (r.) jubelt nach seinem Rekordtreffer

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images

Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.

Die Nachspielzeit, der Aufreger: 2:1 führten die Bayern gegen den VfB Stuttgart, nach zwei Remis in Folge war ein Sieg fest eingeplant und nur noch wenige Sekunden entfernt. Die Gäste flankten noch einmal in den Strafraum, dort vergab Serhou Guirassy, wurde bei seinem Versuch aber von Bayern-Verteidiger Matthijs de Ligt am Fuß getroffen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Guirassy sicher halbhoch ins rechte Eck (90.+2 Minute). Jubel beim VfB, Ernüchterung bei den Münchnern.

Ergebnis: Der FC Bayern München und der VfB Stuttgart haben sich 2:2 (1:0) getrennt. Hier geht es zu den Spielberichten der Samstagnachmittagspartien.

Barcelona im Blick: Nach dem 2:0 (1:0) bei Inter Mailand unter der Woche wartet für den FC Bayern am kommenden Dienstag mit dem FC Barcelona (21 Uhr/Stream: Amazon Prime) das nächste Highlight in der Champions League. Trainer Julian Nagelsmann erklärte angesichts des europäischen Rahmenprogramms die Partie gegen die Stuttgarter zum Rotationsspiel: Neben dem verletzten Kingsley Coman blieben fünf weitere Spieler aus der Inter-Startelf draußen, dafür rückten unter anderem Stürmer Mathys Tel, Ajax-Zugang Noussair Mazraoui und Leon Goretzka neu ins Team.

Der Münchner Führungstreffer

Der Münchner Führungstreffer

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images

Erste Hälfte: »Fokus, Geschlossenheit, Herz«, wollte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo von seinem Team sehen. Intern wird er seine Spieler wahrscheinlich auch darauf hingewiesen haben, dass die Vermeidung von Platzverweisen hilfreich sein könnte. Die vergangenen beiden Partien hatte der VfB in Unterzahl beenden müssen. Zumindest defensiv hatte sich der Außenseiter nichts vorzuwerfen und machte es den Gastgebern eine halbe Stunde lang enorm schwer. Dann gab es eine Doppelchance von Mathys Tel und Serge Gnabry, die Bayern erhöhten den Druck und folgerichtig fiel das 1:0: Alphonso Davies hatte sich über links klasse durchgesetzt und den Ball zurückgelegt. Im Strafraumzentrum jagte Tel, der Zugang von Stade Rennes, den Ball per Linksschuss ins Tor (36.). Bayern-Torhüter Manuel Neuer blieb in der ersten Hälfte beschäftigungslos.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Rekorddebütant: Im Sommer war der junge Franzose Tel zu den Bayern gekommen, gegen den VfB Stuttgart wurde er mit 17 Jahren und 136 Tagen nicht nur der jüngste Startelfspieler der Bayern-Bundesligageschichte – er schnappte sich auch noch den Rekord als jüngster Münchner Torschütze in der Liga.

Zweite Hälfte: Die erste reguläre Torannäherung der Stuttgarter (siehe »Zupfer-Gate«) brachte den Ausgleich: Einen Steilpass von Konstantinos Mavropapnos vollendete der zur zweiten Hälfte eingewechselte Chris Führich aus sieben Metern in halbrechter Position überlegt ins lange Eck (57.). Der Jubel währte nur kurz. Wenige Minuten später tänzelte Jamal Musiala seinen Gegenspieler Atakan Karazor aus und traf aus 14 Metern klasse ins linke Eck (60.). Gnaby verpasste in der nächsten Offensivaktion im Eins-gegen-Eins mit VfB-Torhüter Florian Müller die Vorentscheidung (62.). Auf der anderen Seite verhinderte die Latte den erneuten Ausgleich, als Guirassys Schuss aus 18 Metern nur ans Aluminium klatschte (74.). Da wäre Neuer ohne Abwehrchance gewesen. Den verdienten Ausgleich besorgte dann der Mann der zweiten Hälfte, Guirassy.

Der nervenstark verwandelte Strafstoß von Serhou Guirassy

Der nervenstark verwandelte Strafstoß von Serhou Guirassy

Foto: RONALD WITTEK / EPA

»Zupfer-Gate«: Kurz nach dem Seitenwechsel luchste Führich seinem Gegenspieler Joshua Kimmich den Ball ab und legte quer zu Guirassy, der zum vermeintlichen 1:1 einschob. Doch das Schiedsrichterteam samt Videoassistent sah zuvor ein Zupferchen am Trikot des Münchners, das diesen dramatisch in die Knie zwang. Der Freistoßpfiff war glücklich für die Bayern. Also »glücklich« im Sinne von »sehr glücklich«.

Glücksgriff Guirassy: Der wuchtige Angreifer soll beim VfB den nach England abgewanderten Sasa Kalajdžić ersetzen. Der ehemalige Kölner kam per Leihe von Stade Rennes, wo er in der vergangenen Saison die ersten Gehversuche des jetzigen Bayern-Spielers Tel im Profibereich hautnah beobachten konnte. In der ersten Hälfte agierte Guirassy als Zielspieler mit viel Körpereinsatz, nach dem Wechsel war er im Zusammenspiel mit Führich auch auf dem Boden stark und hatte zweimal Pech, das Treffer von ihm zurückgepfiffen wurden (53. und 79.). Dazwischen hatte er technisch perfekt einen Ball an die Latte gesetzt (74.). Und in der Nachspielzeit kam sein nervenstarker Strafstoßmoment. Ein bemerkenswerter Auftritt.

Nur relativ »scheißegal«: Nach dem Remis bei Union Berlin hatte Nagelsmann davon gesprochen, dass ihm der dritte Rang nach fünf Spieltagen »relativ scheißegal« sei. Eine Woche und ein Unentschieden später dürfte sich das Verhältnis zu Ergebnis und Tabellenplatz beim 35-Jährigen leicht angespannt haben. Ihn dürfte vor allem irritieren, für wie viel Unruhe ein Stürmer wie Guirassy bei seinen Spielern sorgte. Schließlich kommt am Dienstag einer in die Allianz Arena, dem noch mehr Wirbel zuzutrauen ist: Robert Lewandowski.