Bayern-Pleite gegen Mönchengladbach Wiesnkrisn

Es ist Oktoberfest, ganz München feiert. Ganz München? Nein! Im Stadtteil Fröttmaning hat der FC Bayern erneut ein Spiel verloren und zeigt sich derzeit so verletzbar wie lange nicht.
Geschockte Bayern-Führung

Geschockte Bayern-Führung

Foto: Tobias Hase/ dpa

Szene des Spiels: Als Reaktion auf die frühe Gladbacher Führung wollte Bayern-Torwart Manuel Neuer das Spiel in der 16. Minute bei einem Abstoß schnell machen. Er rollte sich den Ball vor und spielte ihn dem 20 Meter entfernt stehenden Thiago in die Füße. Der schien überrascht, verlor ihn an den aufmerksamen Gladbacher Jonas Hofmann, welcher ihn direkt Lars Stindl zuspielte. Der Borussia-Kapitän, nach langer Verletzungspause ins Team zurückgekehrt, zögerte nicht lang und vollendete zum 2:0. Solche Fehler haben beim FC Bayern Seltenheitswert.

Das Ergebnis: Ein verdientes 3:0 für Borussia Mönchengladbach - hier lesen Sie den Spielbericht.

Die erste Hälfte: Lief für Borussia Mönchengladbach hervorragend. Nach nicht einmal zehn Minuten verlor Bayern-Verteidiger Niklas Süle den Ball völlig ohne Not an Stindl, der direkt einen Angriff der Borussia einleitete. Nach einem Doppelpass mit Hofmann legte Alassane Pléa den Ball mühelos am zurückgeeilten Süle vorbei und traf zum 1:0 (10. Minute). Das 2:0 durch Stindl in der 16. Minute war die zweite nennenswerte Szene vor der Pause.

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Bayern verliert gegen Gladbach: Mit Blasmusik zur Niederlage

Foto: Sebastian Widmann/ Bongarts/Getty Images

Robbiläum: Arjen Robben bestritt heute sein 300. Pflichtspiel für den FC Bayern. Er hatte sich vieles an diesem Abend vermutlich ganz anders gewünscht. Der 34 Jahre alte Niederländer konnte nicht überzeugen und musste nach der Pause für Franck Ribéry Platz machen.

Die zweite Hälfte: Es lief nicht unbedingt besser für den FC Bayern, dennoch waren Chancen da. In der 64. Minute verpassten Robert Lewandowski und Joshua Kimmich eine Flanke von Serge Gnabry in aussichtsreicher Position. Drei Minuten später traf der Pole nach Zuspiel von Kimmich, stand jedoch im Abseits. In der 70. Minute hatte Florian Neuhaus die bis dahin beste Gelegenheit für Mönchengladbach im zweiten Durchgang, vergab jedoch. Patrick Herrmann erzielte kurz vor Ende das 3:0 (88.).

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Kater zum Wiesn-Ende: Morgen endet das Oktoberfest in München offiziell. Die sportliche Bilanz des FC Bayern in diesen zwei Wochen fällt alarmierend aus. Dabei fing es so gut an: "O'zapft is!" hieß es am 22. September mittags im Schottenhamel-Festzelt, "Auswärtssieg" meldete der FC Bayern am Abend aus Gelsenkirchen. In den drei folgenden Bundesliga-Spielen zur Wiesnzeit holte der Klub nur einen Punkt - zu Hause gegen Augsburg. Auch in der Champions League sprang nach einer enttäuschenden Leistung gegen Ajaxnur ein Unentschieden heraus. So schlecht punktete der Klub während des Oktoberfests zuletzt 2010 unter Louis van Gal.

Anfällig: Auf der Suche nach historischen Tiefstwerten muss man noch ein wenig weiter zurückschauen, wenn man die derzeitige Defensivschwäche einordnen möchte. Der FC Bayern kassierte in jedem der vergangenen sieben Bundesliga-Heimspiele mindestens einen Treffer. Das gab es zuletzt in der Saison 2008/2009.

Fehlende Konstanz: Die aktuelle Defensivschwäche hat Gründe: Zum einen wechselt die Innenverteidigung der Münchner von Spiel zu Spiel. Nur nach dem Erfolg auf Schalke bot Niko Kovac in der folgenden Partie gegen Augsburg mit Mats Hummels und Süle zum zweiten Mal hintereinander das selbe Pärchen auf. Zum anderen hat der FC Bayern nach dem Ausfall von Rafinha und nun David Alaba mit Kimmich nur noch einen wirklichen Außenverteidiger. Lückenbüßer Leon Goretzka musste einspringen und es war ihm anzusehen, dass dies nicht seine Position ist.

Durststrecke: Eine Phase von vier Pflichtspielen ohne Erfolg erlebt man in München äußerst selten. Zuletzt sah es im April 2017 so düster aus, als der Verein fünf Spiele in Folge sieglos blieb. Allerdings spielten die Münchner in dieser Zeit ein DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund und zwei Champions-League-Viertelfinals gegen Real Madrid.

In bester Gesellschaft: Wenn wir gerade von Real Madrid reden: Die Königlichen haben früher am Abend bei Deportivo Alavés verloren. Damit ist Real ebenfalls seit vier Spielen sieglos. In Madrid ist eine Leidensphase solchen Ausmaßes jedoch noch länger her, nämlich gut 33 Jahre.

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Tiefer Fall: Der FC Bayern ist durch die Heimniederlage aus den Champions-League-Rängen gerutscht. Das passierte dem Klub zuletzt am sechsten Spieltag der vergangenen Saison nach einer Niederlage in Hoffenheim. Keine drei Wochen später musste Carlo Ancelotti seinen Platz auf der Bayern-Bank räumen.

Bayern München - Borussia Mönchengladbach 0:3 (0:2)
0:1 Pléa (10.)
0:2 Stindl (16.)
0:3 Herrmann (88. nach Videobeweis)
München: Neuer - Kimmich, Süle, Hummels, Alaba (55. Sanches) - Thiago - Thomas Müller (46. Gnabry), Goretzka - Robben (46. Ribéry), Lewandowski, James Mönchengladbach: Sommer - Lang, Ginter, Elvedi, Wendt - Kramer - Neuhaus (74. Herrmann), Hofmann - Hazard (83. Traoré), Stindl (66. Zakaria), Pléa
Schiedsrichter: Frank Willenborg
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Ribéry, Rodriguez - Hofmann, Zakaria

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