Antrag beim Amtsgericht FC Bayern droht Löschung aus Vereinsregister

Der FC Bayern München e.V. könnte bald ein Problem bekommen: Ein Rechtsprofessor hat die Löschung des Vereins beantragt. Dessen Anteile am ertragreichen Fußballbetrieb ließen sich nicht mit dem Vereinsrecht vereinbaren.

FCB-Trainingsgelände an der Säbener Straße in München
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FCB-Trainingsgelände an der Säbener Straße in München


Diese Grätsche muss der FC Bayern erst einmal verdauen: Der Professor für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht an der Universität Osnabrück, Lars Leuschner, hat beim Amtsgericht München angeregt, den FC Bayern München e.V. aus dem Vereinsregister zu löschen. Das berichtet "Zeit Online".

Leuschner begründet seinen Antrag laut dem News-Portal mit einer "Rechtsformverfehlung". Das soll aus einem Schreiben an das Gericht vom 2. August hervorgehen. Der Anwalt, selber FC-Bayern-Fan, will mit seiner Maßnahme für Klarheit sorgen. "Es hat sich eine Rechtsauffassung entwickelt, die, würde man sie ernst nehmen, viele funktionierende Vereinsstrukturen vor kaum lösbare Probleme stellen würde", sagte er "Zeit Online".

Hintergrund: Der FC Bayern München e.V. hält 75,01 Prozent der Anteile an der FC Bayern München AG, in die der Verein seine Profifußballabteilung ausgegliedert hat. Diese hat im laufenden Geschäftsjahr fast eine halbe Milliarde Euro umgesetzt, ein Verein darf laut Bürgerlichem Gesetzbuch jedoch "nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb" ausgerichtet sein und höchstens im untergeordneten Sinne Umsätze erwirtschaften.

Der FC Bayern hält von alledem nichts. "Zeit Online" teilte der Klub mit: "Wir halten den Antrag für unbegründet und sehen uns im Einklang mit dem höchstrichterlichen Urteil." Die Münchner hätten laut dem News-Portal "eine ausführliche Stellungnahme bis zum 20. September" angekündigt.

Die Entscheidung in diesem Fall könnte dazu führen, dass der FC Bayern München e.V. seinen Einfluss auf die AG verringern muss - ein schwieriges Unterfangen: Derzeit ist der Vereinspräsident satzungsgemäß auch der Vorsitzende des Aufsichtsrates. Auch andere Bundesligaklubs könnten Probleme bekommen, das Vereinsmodell mit ausgegliederter Profi-Abteilung ist weit verbreitet.

bka

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