Pokalerfolg gegen Heidenheim Lewandowski schießt Bayern bei Neun-Tore-Drama ins Halbfinale

Der FC Bayern München hat das Halbfinale der DFB-Pokals erreicht. Gegen den 1. FC Heidenheim lag der Rekordmeister zwischenzeitlich zurück, gewann am Ende jedoch - weil Robert Lewandowski auch Joker kann.

Bayern Münchens Joker Robert Lewandowski (r.) jubelt mit Serge Gnabry über seinen Treffer zum 3:2. Foto: Matthias Balk/dpa
DPA

Bayern Münchens Joker Robert Lewandowski (r.) jubelt mit Serge Gnabry über seinen Treffer zum 3:2. Foto: Matthias Balk/dpa


Der eingewechselte Robert Lewandowski hat den FC Bayern München zum zehnten Mal in Folge ins Halbfinale des DFB-Pokalfinals geschossen. Bayerns Trainer Niko Kovac hatte Lewandowski gegen den krassen Außenseiter 1. FC Heidenheim erst zur zweiten Halbzeit aufs Feld geschickt. Da lag Bayern bereits 1:2 zurück, gewann am Ende aber noch 5:4. Zwei Treffer erzielte Lewandowski selbst (55. Minute, 84.), einen weiteren Treffer bereitete er vor.

Die Partie begann so, wie man sich das in München wahrscheinlich ausgemalt hatte: Ecke James, Kopfball Leon Goretzka, genau durch die Beine von Heidenheims Torhüter Kevin Müller, Führung für den Favoriten (12.). Nur eine Minute später foulte Niklas Süle Robert Andrich. Schiedsrichter Guido Winkmann zeigte zunächst Gelb, revidierte diese Entscheidung jedoch nach fast dreiminütigem Studium der Videobilder und entschied auf Notbremse - Platzverweis gegen Süle (15.). Die Bayern hatten anschließend Glück, dass Marc Schnatterer den Freistoß an die Latte setzte.

Heidenheim agierte in Überzahl sehr clever und kam immer wieder zu Tormöglichkeiten. Eine davon nutzte Robert Glatzel per Kopf zum Ausgleich, die Flanke kam von Schnatterer (27.). Kurz vor der Pause ging der Zweitligist dann sogar in Führung: Sebastian Griesbeck spielte eine Kontersituation clever aus und setzte Schnatterer in Szene. Zwar traf dieser den Ball nicht perfekt, er landete trotzdem im langen Eck, Sven Ulreich im Tor hatte keine Chance (39.).

Kovac wechselt den Sieg ein

Zur zweiten Halbzeit schickte Bayerns Trainer Niko Kovac nicht nur Lewandowski, sondern auch Kingsley Coman aufs Feld. Und das sollte sich auszahlen: Zunächst bereitete Lewandowski das 2:2 durch Müller vor (53.), dann traf er auch noch selbst. Einen missglückten Torschuss von Müller grätschte Lewandowski im Fallen über die Linie (55.).

Als dann Serge Gnabry nach Ecke von Thiago und Kopfballverlängerung von Mats Hummels das 4:2 erzielte, hatte Bayern München die Partie gedreht (66.). Doch dann schlug Glatzel innerhalb von drei Minuten zweimal zu und sorgte dafür, dass die Bayern noch einmal zittern mussten. Erst traf er mit einem platzierten Flachschuss (73.), und kurz darauf auch noch mit einem eiskalt vollendeten Foulelfmeter (76.).

Dass es für Heidenheim dennoch nicht zum erstmaligen Halbfinaleinzug reichte, lag erneut an Lewandowski. Marnon Busch bekam einen Schuss von des polnischen Angreifers an den Arm, es gab es den nächsten Elfmeter. Lewandowski trat an und verwandelte zum 5:4-Endstand (84.).

FC Bayern München - 1. FC Heidenheim 5:4 (1:2)
1:0 Goretzka (12.)
1:1 Glatzel (27.)
1:2 Schnatterer (39.)
2:2 T. Müller (53.)
3:2 Lewandowski (55.)
4:2 Gnabry (66.)
4:3 Glatzel (73.)
4:4 Glatzel (76., Elfmeter)
5:4 Lewandowski (84., Elfmeter)
Bayern: Ulreich - Kimmich, Süle, Hummels, Rafinha (46. Coman) - Thiago, Goretzka - Gnabry, James (46. Lewandowski), Ribéry (24. Boateng) - T. Müller.
Heidenheim: K. Müller - Busch, Mainka, Beermann, Theuerkauf (73. Thomalla) - Griesbeck, Dorsch (51. Feick), Andrich - Dovedan - Schnatterer (68. Multhaup), Glatzel.
Schiedsrichter: Winkmann
Gelbe Karten: Lewandowski / Dorsch, Griesbeck
Rote Karte: Süle
Zuschauer: 75.000

tbe



insgesamt 61 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
immerfroh 03.04.2019
1.
Das war knapp. Getoppt wurde die Vorstellung des RekordRekordMeisterPokalsiegers nur noch von Kai Dittmann, dem sind ja Zentner Mühlsteine vom Herzen gefallen, dass die armen Bayern solange in Unterzahl gegen ein übermächtiges Heidenheim dieses grandiose Ergebnis einfahren konnten. Die Berichterstattung im Deutschen Fußball steht dem Bild, das die Funktionärsgilde abgibt in nichts nach. Hoffentlich gibt es am Samstag einen Grund mehr, sich von Kovac zu trennen.
Kurt Vile 03.04.2019
2. Das Problem bei Bayern sitzt auf der Bank
Die Bayern können einkaufen wie sie wollen. Solange ein Trainer auf der Bank sitzt, der von der Mannschaft nicht akzeptiert wird, wird das nichts. Hoffentlich merkt das endlich mal das Führungspersonal. Vier Gegentore zuhause gegen Heidenheim sind eine Riesenblamage. Kalle bitte erlöse uns Bayern-Fans!
verruca 03.04.2019
3. Klare Torchance?
Je länger es diesen Videobeweis gibt, desto weniger verstehe ich ihn. Der SR hat heute das Foul erkannt, gepfiffen und Gelb gegeben. Dann kommt plötzlich der Mann in Köln der (außer bei Abseits) bei vom SR geahndeten Situationen nur bei KLAREN Fehlentscheidungen eingreifen soll. (So habe ich das zumindest bisher verstanden) Hatte Kimmich tatsächlich keine Chance mehr einzugreifen und damit Süle als "letzter Mann" eine klare Torchance durch sein Foul vereitelt? Kann man durchaus diskutieren. Sonnenklar war's jedenfalls nicht. Sonst hätte Winkmann das Ding nicht 3 Minuten lang aus allen möglichen Perspektiven studiert. Und könnten wir in dieser Szene bitte gleichzeitig darüber diskutieren, ob der Heidenheimer überhaupt noch eine Chance hatte an den Ball zu kommen, den er sich VOR Süles Foul deutlich zu weit vorgelegt hatte? Ich meine, dass der Ball weg war. Damit keine klare Torchance mehr. Wie gesagt: kann (und sollte) man ebenfalls diskutieren. Alles zusammengenommen war die rote Karte für mich ein klarer (und fast spielentscheidender) Fehler!
wollebvb 03.04.2019
4. Für den neutralen Beobachter...
war das ein wunderbares Spektakel. Alle Nicht-Bayern, mich eingeschlossen, haben dem FCH die Daumen gedrückt. Dass es - natürlich auch begünstigt durch den frühen Platzverweis - so ein Spektakel wurde, damit konnte niemand rechnen. Am Ende ein erwarteter Sieg, der aber nach dem Spielverlauf nicht selbstverständlich war. Der 1.FC Heidenheim hat einen großartigen Fight geliefert und hat auch fussballerisch überzeugen können. Leider hat er selbst die Chance zum 5-4 nicht nutzen können. Trotzdem - das sind Spiele, die uns doch allen Spaß machen. Und auch wenn der FCH sich nix dafür kaufen kann - ihm gebührt heute ein Riesenkompliment für diese Vorstellung. Selbstvertsändlich dann auch ein (wenn auch meiner schwarzgelben Sich eher zähneknirschender) Glückwunsch nach München zum Halbfinaleinzug. Ich will ihn mal nicht als verdient bezeichnen - aber zumindest (und auch das ist ein Lob) als "hart erarbeitet".
verruca 03.04.2019
5. Warum Kovac?
Zitat von immerfrohDas war knapp. Getoppt wurde die Vorstellung des RekordRekordMeisterPokalsiegers nur noch von Kai Dittmann, dem sind ja Zentner Mühlsteine vom Herzen gefallen, dass die armen Bayern solange in Unterzahl gegen ein übermächtiges Heidenheim dieses grandiose Ergebnis einfahren konnten. Die Berichterstattung im Deutschen Fußball steht dem Bild, das die Funktionärsgilde abgibt in nichts nach. Hoffentlich gibt es am Samstag einen Grund mehr, sich von Kovac zu trennen.
Welches Problem haben Sie gerade als offensichtlicher Nicht-Bayern-Fan denn um Himmels Willen mit Kovac? Was kann der denn für die von Ihnen angeführten 1. Dittmann 2. Rote Karte 3. DFB? Kovac hat in der Halbzeitpause den perfekt zündenden Plan B initiiert. Das haben Sie entweder nicht erkannt, oder Sie stänkern gegen ihn gerade WEIL er das sehr gut gemacht hat.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.