Bayern-Jahreshauptversammlung Hoeneß verabschiedet sich unter Tränen - Hainer offiziell zum Präsidenten gewählt

"Das war's. Ich habe fertig. Danke", sagte Uli Hoeneß bei seiner letzten Rede als Präsident des FC Bayern München. Unter Sprechchören verließ er die Bühne. Herbert Hainer ist sein Nachfolger.

Uli Hoeneß
Alexander Hassenstein/Getty Images

Uli Hoeneß


Der ehemalige Adidas-Chef Herbert Hainer ist bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München offiziell zum neuen Präsidenten gewählt worden. Der 65-Jährige folgt erwartungsgemäß auf Vereins-Ikone Uli Hoeneß, der sich am Ende seiner Amtszeit wie angekündigt nicht zur Wiederwahl stellte. Hainer übernimmt bis 2022 neben dem Amt des Präsidenten auch den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender.

Hoeneß selbst hat Hainer als seinen Nachfolger empfohlen, der neue Präsident gilt als enger Vertrauter seines Vorgängers. Das entsprechende Gremium folgte dem Vorschlag. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Hainer war bis 2016 Vorstandsvorsitzender von Sportartikelhersteller Adidas. Damals hatte der Konzern Anteile am FC Bayern erworben sowie den Ausrüster- und Sponsorenvertrag mit dem Klub verlängert. Weitere Informationen zum neuen starken Mann des Vereins lesen Sie hier.

Zuvor hatte sich Uli Hoeneß in einer emotionalen Rede von den Mitgliedern in der nicht restlos gefüllten Olympiahalle verabschiedet. 20 Minuten lang erzählte der scheidende Präsident Episoden und Anekdoten, zog im Rückblick auf 49 Jahre als Spieler, Manager und Präsident beim FC Bayern Bilanz. Beim minutenlangen Beifall der 6091 Mitglieder hatte der 67-Jährige Tränen in den Augen.

Auf Antrag des neu gewählten Präsidiums um Hainer wählten die anwesenden Mitglieder Hoeneß zum sechsten Ehrenpräsidenten des deutschen Rekordmeisters. "Ich freue mich wahnsinnig über diese Auszeichnung", sagte Hoeneß. Im Detail äußerte er sich Hoeneß dazu, wie er sein künftiges Leben ohne Führungsamt beim FC Bayern verbringen wolle. Er werde auf jeden Fall "irgendetwas im sozialen Bereich machen".

"Sozial und selbstbewusst - nicht arrogant"

Hoeneß zufolge müsse der FC Bayern in Zukunft "selbstbewusst sein. Nicht arrogant." Er warb darum, mit seinem Nachfolger Hainer und auch Oliver Kahn, der in zwei Jahren den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge ablösen soll, "Geduld zu haben". Die Vereinsführung rief er zum Zusammenhalt auf: "Die Gegner sitzen draußen, die dürfen nicht zu Hause sein."

Den Klub verglich er mit einem Tanker auf den Weltmeeren, an Bord seien aber "keine Container", sondern "Menschen". Auf seinem Weg müsse er immer weiter "geradeaus fahren", dabei nicht nach links schauen - "und schon gar nicht nach rechts".

Zum Ende seiner Rede wurde Hoeneß erneut von den anwesenden Mitgliedern mit Fangesängen gefeiert. Franck Ribéry - laut Hoeneß "der beste Beweis dafür, dass Dankbarkeit in unserer Gesellschaft noch was wert ist" - kam auf die Bühne und überreichte ihm Abschiedsgeschenke. "Es war eine wunderschöne Zeit", sagte Hoeneß: "Das war's. Ich habe fertig. Danke."

ptz/mrk/fkn/dpa/sid



insgesamt 61 Beiträge
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mike.mendez 15.11.2019
1. Tränen?
bei der Steuerhinterziehung hat er keine Träne vergossen.
torstenhannover 15.11.2019
2. Das muss man der FCB-Regie
schon lassen. Eine perfekt inszenierte MV. Man kann ja dem FCB nachsagen, was man möchte, aber von nichts kommt nichts. Als Hannoveraber und damit Fan von 96 musste ich ja schmunzeln bri Hoeneß seinen Worten über Nachfolgeregelungen. Tja Martin Kind, der FCB wird Ihnen die Sequenz gerne zusenden. Sie werden sehen dass die Mitglieder einen auch mögen.wenn er rechtzeitig abtritt und seine Nachfolge kompetent regelt und nicht einfach seine Anteile an seinen Sohn weiter gibt.
azigomon 15.11.2019
3. Da geht ein ganz Großer.
Man kann vom Menschen Uli Hoeneß denken, was man will. Viele mögen ihn einen Kriminellen nennen, andere gerade seine "Attacken"/Ausfälle kritisieren. Ich kann solche Ansichten nachvollziehen, für mich wird Uli Hoeneß aber dennoch immer einer der Größten des deutschen Fußballs und - auch wenn es polemisch klingt - eine Legende sein. Niemand kann ihm sein Lebenswerk (beim) FC Bayern München in Abrede stellen, und dieses ist einmalig. Dass er eben ein Mensch mit Ecken und Kanten ist, dem es letzten Endes völlig egal zu sein scheint, was andere über ihn denken, finde ich übrigens mehr als angenehm. Wir haben mehr als genug aalglatte Leute ohne Rückgrat.
shrufu 15.11.2019
4. adios
Sein letzter Satz ist glaube ich das symoatischste was ich jeh von ihm gehört habe... passt schon kann ich meinen Frieden mit schließen.
superfussball 15.11.2019
5. jammerlappen
Was für ein erbärmlicher, von Selbstmitleid getragener Abgang. Herr Hainer wird den Klüngel, den er als Vorstandsvorsitzender von adidas mit Rummenigge und Hoeness aufgebaut hat, in schönster Männer Macho Selbstbedienungsmanier weiterführen. Toll.
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