FC Bayern Rummenigge sucht Hoeneß-Nachfolger

Der FC Bayern baut um: Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge will einen neuen Manager suchen - Uli Hoeneß soll an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln. Franck Ribéry wird wohl bis 2011 bleiben, Lukas Podolski aber bald nach Köln dürfen.


Hamburg - Bayern München will zu Beginn des neuen Jahres mit der Suche nach einem Nachfolger für Manager Uli Hoeneß beginnen. Dies kündigte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenige auf dem hauseigenen Sender FCB.tv an. Hoeneß will seinen Posten nach 2009 verlassen und danach als Vereinspräsident den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen. "Wir werden uns im Januar zusammensetzen", sagte Rummenigge: "Wir wissen, dass es eine schwere Wahl wird. Uli Hoeneß ist die Seele dieses Vereins. Aber wir werden diese Gespräche führen müssen, und wir müssen diese Personalie lösen."

Der Verkauf von Nationalspieler Lukas Podolski soll laut Rummenigge so schnell wie möglich abgewickelt werden. "Wenn der 1. FC Köln uns ein akzeptables Angebot machen würde, wäre das sehr hilfreich für Lukas. Dann würden wir mit den Kölnern schon Anfang Januar den Transfer für den 1. Juli abschließen", sagte Rummenigge der "Bild"-Zeitung.

Zudem versicherte er den Anhängern des Rekordmeisters noch mindestens zweieinhalb weitere Jahre mit Liga-Star Ribéry. "Das kann ich allen Fans des FC Bayern und Freunden des attraktiven Fußballs zu hundert Prozent versprechen! Kein Angebot, kein Betrag der Welt kann uns davon abhalten."

Im neuen Jahr wird der FC Bayern versuchen, den bis zum 30. Juni 2011 laufenden Vertrag des Mittelfeldakteurs vorzeitig zu verlängern. Im kommenden Sommer werde man sich zudem "konkrete Gedanken" machen, wie die mittelfristige Zukunft von Trainer Jürgen Klinsmann, dessen Vertrag bis zum 30. Juni 2010 gilt, aussehen wird.

Weiter oben auf der Agenda steht derzeit die Personalie Podolski, bei der die Bayern endlich Ruhe haben möchten. Eine baldige Entscheidung käme auch dem Spieler zugute. "Dann hätte Lukas endlich den Kopf frei, wäre wieder frisch und fröhlich und könnte sich im würdigen Rahmen vom FC Bayern verabschieden", sagte Rummenigge und appellierte an den Ligakonkurrenten. "Ich glaube, was Köln derzeit betreibt, ist ein komisches Spiel. Wenn ich einen Spieler wirklich haben will, dann lasse ich es nicht an zwei oder drei Millionen scheitern. Sie haben erst Lukas den Kopf verdreht und versuchen nun aber nicht ansatzweise alles, um ihn zurück nach Köln zu holen. Sie wollen ihn - aber nur zu ihrem Preis." Mittlerweile gebe es auch andere Interessenten. "Ich befürchte, sie (die Kölner) riskieren, dass Poldi am Ende vielleicht nicht nach Köln wechselt."

Harte Kritik übte Rummenigge indes an der Verhandlungsart über eine ins Spiel gebrachte Freigabe von Toni Kroos. Zuletzt hatte der Vater des Talents den Rekordmeister kritisiert. "Es ist ein Unding, dass er sich immer wieder an Zeitungen wendet und interne Gespräche zwischen dem Verein und ihm weiterträgt. Toni kann nichts für seinen Vater, mit dem Spieler haben wir auch kein Problem. Aber ich überlege mir, ob ich mit dem Vater überhaupt noch reden soll. Es bedarf einer Vertraulichkeit - und die ist sehr gestört." Eine Freigabe erhalte Kroos derzeit nicht. "Wir lassen im Winter - bis auf Sosa vielleicht - keinen Spieler gehen", stellte Rummenigge klar.

fpf/all/dpa

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