Bayern-Trainer Nagelsmann vor Saisonauftakt »Werde etwas von meinem Weg abweichen«

In seiner ersten Bayern-Saison stand Julian Nagelsmann in der Kritik. Nun will der Trainer seine Spielweise verändern – und mehr mit den Profis reden. In seiner Beziehung zu einer »Bild«-Reporterin sieht er kein Problem.
»Große Klubs passen sich eher nicht an den Gegner an«: Bayern-Trainer Nagelsmann beim Supercup gegen Leipzig

»Große Klubs passen sich eher nicht an den Gegner an«: Bayern-Trainer Nagelsmann beim Supercup gegen Leipzig

Foto: Clemens Bilan / EPA

Bayern-Coach Julian Nagelsmann hat vor dem Eröffnungsspiel der neuen Bundesligasaison bei Eintracht Frankfurt am Freitag (20.30 Uhr/Sat.1 und DAZN) angekündigt, künftig weniger auf die Spielweise der Konkurrenz zu schauen. »Wir werden die Gegnervorbereitung verkürzen. Wir wollen uns nicht mehr so sehr anpassen«, kündigte der Trainer des Fußball-Rekordmeisters Bayern München im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (»FAZ«) an.

Dieser Entwicklung sei ein Lernprozess von ihm während seiner ersten Saison bei Bayern vorangegangen. Bei seinen früheren Stationen in Hoffenheim und Leipzig sei es genau diese Anpassung an den Gegner gewesen, die zum Erfolg geführt hätten. Doch beim FC Bayern seien die Spieler das nicht gewohnt gewesen. »In den ganz großen Klubs passt man sich auch eher nicht so sehr an den Gegner an«, sagte Nagelsmann. »Für mich war das zwar nie ein Zeichen von Schwäche, trotzdem werde ich in der neuen Saison etwas von meinem Weg abweichen.«

Nagelsmann sieht den Kader »definitiv« verbessert

Zudem will der 35-Jährige künftig nicht nur mit seinen Profis häufiger in den Dialog treten. »Sie müssen spüren, dass sie wahrgenommen werden«, sagte Nagelsmann. Man müsse beim FC Bayern aber nicht nur mit den Spielern kommunizieren, sondern »hin und wieder« auch »mit Klubgrößen«.

Sportlich sieht Nagelsmann den Bayernkader vor dem Bundesliga-Auftakt gegenüber der Vorsaison »definitiv« verbessert. »Wir haben mehr Alternativen«, sagte er. Den Abgang des Weltfußballers Robert Lewandowski sieht der Trainer auch als Chance. »Jeder muss mehr Verantwortung übernehmen. Jeder muss sich mehr bewegen«, so Nagelsmann: »Wir könnten variabler werden.«

»Ich will sicher nicht meiner eigenen Karriere schaden«

Im Interview äußerte sich Nagelsmann auch erstmals zu seiner neuen Beziehung mit einer Reporterin der »Bild«-Zeitung. Er sieht darin keine Probleme für seinen Job. Zwar biete diese Konstellation mit Blick auf mögliche Berichterstattungen über den deutschen FC Bayern eine Angriffsfläche. »Mir ist klar, dass dieser Vorwurf kommen kann, aber: Ich will sicher nicht meiner eigenen Karriere schaden«, sagte Nagelsmann.

»Als Trainer bist du zu 100 Prozent davon abhängig, wie deine Spieler deine Ideen umsetzen. Ich verstehe wirklich, dass dieser Vorwurf kommen kann. Aber in welchem Interesse sollte ich etwas erzählen? Ich wäre der Erste, der entlassen wird«, meinte Nagelsmann weiter. Die »Bild« hatte nach Kenntnis von der Beziehung die Reporterin mit sofortiger Wirkung von der Berichterstattung über den FC Bayern entbunden.

kjo/sid/dpa
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