Mögliche Hoeneß-Rückkehr zum FC Bayern "Das war's noch nicht"

Uli Hoeneß hat sich vor dem Antritt seiner Haftstrafe mit einer emotionalen Rede vom FC Bayern verabschiedet - aber nur auf Zeit. "Ich werde für alles gerade stehen. Wenn ich zurück bin, werde ich mich nicht zur Ruhe setzen", kündigte der 62-Jährige an.

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Uli Hoeneß will nach Verbüßung seiner dreieinhalbjährigen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung offenbar zu Fußball-Rekordmeister Bayern München zurückkehren. Das kündigte der 62-Jährige auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Clubs am Freitagabend in München an.

"Ich will mich nicht sauberer machen, als ich bin. Ich habe einen großen Fehler gemacht und werde für alles geradestehen. Und dann, wenn ich zurück bin, werde ich mich nicht zur Ruhe setzen. Das war's noch nicht", rief er den rund tausend FCB-Mitgliedern entgegen. Diese beantworteten Hoeneß' Ankündigung mit Standing Ovations.

In welcher Form Hoeneß, der nach seiner Verurteilung von seinen Ämtern als Präsident des Vereins und Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG zurückgetreten war, wiederkommen will, verriet er nicht. "Wenn ich jetzt gehe, dann gehe ich mit ruhigem Gewissen", sagte Hoeneß. "Ich mache mir um diesen Verein keine Sorgen."

Sein langjähriger Weggefährte Karl Hopfner wurde auf der Versammlung am Freitag wie erwartet mit großer Mehrheit zu seinem Nachfolger als Präsident gewählt. Rudolf Schels rückte zum ersten Vizepräsidenten auf. Den freigewordenen Vizepräsidentenposten im Präsidium übernimmt Dieter Maier.

Hopfner gehört dem FC Bayern seit 1983 an und war dort über Jahrzehnte für die Finanzen zuständig. Der gelernte Betriebswirt dürfte Hoeneß in Kürze auch als Vorsitzender des Aufsichtsrates nachfolgen. Seinen Willen, den Job vom nach Hoeneß' Abschied eingesprungenen Herbert Hainer zu übernehmen, hatte er bereits geäußert. Mit Hopfner und Karl-Heinz Rummenigge, dem Vorstandsboss der FC Bayern AG, stünden dann wieder zwei Personen an der Spitze des Clubs.

"Plötzlich war ich ein Arschloch"

Hoeneß kündigte indes an, während seiner in Kürze beginnenden Haftzeit über sich nachdenken zu wollen. Aufgrund der jüngeren Vergangenheit hege er regelrechten Hass gegen verschiedene Menschen. Diesen wolle er loswerden. "Plötzlich war ich ein Arschloch, ein Schwein, ein Mann, der den Leuten das Geld aus der Tasche zieht, den Leuten das Geld vorenthält", sagte er über die Berichterstattung der Medien. Dem Gericht, das ihn verurteilt hatte, mache er keine Vorwürfe.

Vor seiner eigenen Rede hatte Hoeneß die rund zehnminütige Rede Hopfners zu seinen Ehren in der ersten Reihe zwischen Vorstandsmitglied Jörg Wacker und dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber verfolgt.

Hoeneß sei "Kopf, Bauch, stets Herz und immer Seele von Bayern München", sagte Hopfner: "Lieber Uli, du hast eine tolle Familie, du hast aber auch eine Familie, die zu dir steht in unserem Club."

Hopfner ließ Hoeneß eine mögliche Rückkehr offen. "Für die dir bevorstehende, sehr schwere Zeit wünschen wir dir alle Kraft. Du kannst in aller Ruhe entscheiden, was du danach machen möchtest", sagte er.

mib/dpa/sid

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Altesocke 02.05.2014
1. Wenn ich das richtig einschaetze:
Antritt der Strafe in der BULI-losen Zeit, da verpasst er nichtmal die WM, weil die wohl auch im Knast gezeigt wird. Und schwups, zur neuen Season Freigaenger, spaetestens ab Weihnachten mit W-Ende Ausgang. Sollte das so kommen, waere der Deal-Verdacht wohl absolut nichtmehr von der Hand zu weisen
grimmberg 02.05.2014
2. ja,ja...
Hoeneß, Stoiber, Vroni - einfach nur laecherlich...
Nonvaio01 02.05.2014
3. gut so
und warum auch nicht, er hat seine starfe bekommen, und danach kann er wieder ganz normale posten bekleiden, Graf L. von der FDP ist eines der beruehmtesten beispiele, dann noch Helmut Kohl wo ein Ehrenwort immer noch mehr zaehlt als das Gesetz.
Badener1848 02.05.2014
4. Und dann?
Will er als verurteilter Steuerhinterzieher so weitermachen, als ob nichts gewesen wäre? Zur wahren Größe zählt auch, dass man loslassen kann, wenn die Zeit reif ist. Aber das scheint er noch nicht begriffen zu haben...
adolfo1 02.05.2014
5. Applaus für H. Hoeneß
FC Bayern sollte sein Gehalt auf 20 Mio. Euro verdoppelt, der Mann hat es verdient und warten wir mal ab, wie er den Knast mit seinen Ideen revolutioniert.
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