Hoeneß über verletzten Süle "Die EM kann er ad acta legen"

Abwehrspieler Niklas Süle hat sich zum zweiten Mal das Kreuzband gerissen. Bayern-Präsident Uli Hoeneß glaubt, dass er damit auch bei der EM fehlen wird. Sami Khedira zeigte 2014 aber, dass man es schaffen kann.
Niklas Süle (am Boden) riss sich im Spiel gegen Augsburg das Kreuzband

Niklas Süle (am Boden) riss sich im Spiel gegen Augsburg das Kreuzband

Foto: Matthias Balk / DPA

Bundestrainer Joachim Löw muss bei der Fußball-EM 2020 womöglich auf den verletzten Abwehrspieler Niklas Süle verzichten. Das zumindest glaubt Uli Hoeneß. "So wie es ausschaut, ist die Saison für ihn beendet, auch die EM kann er ad acta legen", sagte der Präsident des FC Bayern München vor dem Abflug der Mannschaft nach Griechenland, wo die Bayern am Dienstag gegen Olympiakos Piräus spielen (21 Uhr/Liveticker SPIEGEL, TV: Sky).

Süle hatte sich am Samstag im Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg (2:2) zum zweiten Mal nach 2014 das Kreuzband im linken Knie gerissen. Am Sonntag wurde er in Innsbruck operiert. Löw hatte den Ausfall des 24-Jährigen als "ganz bittere Nachricht" bezeichnet und Süle einen "Fixpunkt in unseren Planungen" genannt. Nun könnte es sein, dass er bei der EM auf Süle verzichten muss.

Hoeneß hatte bei seinen Äußerungen offenbar die Interessen des Klubs im Sinn: "Er muss zur neuen Saison wieder fit sein", betonte der Bayer-Präsident, "so eine Verletzung ist die totale Katastrophe, ein Drama, die schwierigste Verletzung, die man haben kann."

Kein Ersatz auf dem Transfermarkt

Dass ein Kreuzbandriss in der Hinrunde einer Saison nicht zwangsläufig das Aus für ein Turnier im Sommer darauf bedeuten muss, zeigt der Fall Sami Khedira. Im November 2013 riss sich der deutsche Mittelfeldspieler, damals noch bei Real Madrid angestellt, das Kreuzband. Löw nahm ihn trotzdem mit zur WM 2014 in Brasilien, wo Khedira im Laufe des Turniers zur Stammkraft wurde und im Halbfinale beim 7:1 gegen Brasilien auch ein Tor erzielte. Das Finale gegen Argentinien verpasste Khedira dann aber kurzfristig.

Der FC Bayern werde nach Süles Ausfall nicht auf dem Transfermarkt tätig werden, sagte Hoeneß: "Wir holen niemanden." Mit Jérôme Boateng, Benjamin Pavard und Lucas Hernández stehen drei gelernte Innenverteidiger im Kader. Zudem hat Mittelfeldspieler Javi Martínez bereits in der Abwehr gespielt.

mey/sid
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