Ex-Bayern-Coach Van Gaal rechnet mit Hoeneß ab

Es ist die späte Revanche eines abgesetzten Trainers. 2011 warf der FC Bayern Louis van Gaal raus, danach kritisierte Präsident Uli Hoeneß den Trainer stark. Nun kontert der Niederländer: Hoeneß habe sich zu sehr eingemischt.

Trainer van Gaal: "Der Präsident kann das nicht"
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Trainer van Gaal: "Der Präsident kann das nicht"


Hamburg - Diese Zeilen schließen eine echte Männerfreundschaft wohl endgültig aus. 19 Monate nach seiner Beurlaubung beim deutschen Fußball-Rekordmeister hat Louis van Gaal mit Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß abgerechnet.

"Der Einzige im Club, der immer auf meinen Abschied gedrängt hat, war Uli Hoeneß. Kein anderer. Darum wird auch keine weitere Zusammenarbeit mehr zwischen uns beiden möglich sein", sagte der niederländische Coach der "Sport Bild". Hoeneß habe "viel Macht und benutzt diese auch".

Hoeneß selbst hatte sich nach der Trennung von van Gaal kritisch über den Coach geäußert. Unter anderem sagte der Bayern-Boss, der Coach sei "menschlich eine Katastrophe" gewesen.

Van Gaal, der inzwischen die niederländische Nationalmannschaft trainiert, monierte nun auch, dass sich Hoeneß zu sehr um die eigentlichen Aufgaben des Trainers gekümmert habe. "Ein Chef-Trainer muss mit seinem Stab die Spieler beurteilen, weil er sie täglich in der Kabine und auf dem Platz sieht", erklärte der 62-Jährige. "Der Präsident kann das nicht, weiß auch nicht, was in der Mannschaft wirklich passiert. Darum sollte er sich nicht einmischen."

Grundsätzlich sei für ihn eine zweite Trainer-Amtszeit bei den Münchnern aber durchaus ein Thema, sagte der niederländische Nationalcoach weiter - nur eben nicht unter Hoeneß. "Ob Ajax, Barcelona oder Alkmaar, in all meinen Clubs bin ich noch mal als Trainer zurückgekommen - so wie in der Nationalelf. Jetzt bleibt nur noch Bayern übrig. Ich würde es auf jeden Fall schön finden." Mit den Münchnern hatte van Gaal 2010 das Double aus Meisterschaft und Pokal gewonnen und erreichte das Champions-League-Finale, in dem die Bayern gegen Inter Mailand 0:2 verloren.

chp/dpa/sid



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erpo 31.10.2012
1. Feierbiest
wird das sein was von v.G. übrig bleibt
Infared83 31.10.2012
2. ...
Er hat vollkommen recht. Es war schon immer so, dass sich die Führung, insbesondere unser Uli, immer ins Trainertagesgeschäft eingemischt haben. Solange er in irgendeiner Weise noch im Verein involviert ist, wird kein emanzipierter Trainer mit eigener Vision in München Erfolg haben können.
vincent1958 31.10.2012
3. Na ja..
Zitat von Infared83Er hat vollkommen recht. Es war schon immer so, dass sich die Führung, insbesondere unser Uli, immer ins Trainertagesgeschäft eingemischt haben. Solange er in irgendeiner Weise noch im Verein involviert ist, wird kein emanzipierter Trainer mit eigener Vision in München Erfolg haben können.
..dann wärs ja ein Job für J.Löw!
loncaros 31.10.2012
4.
er hat damit extra bis zur ersten Niederlage gewartet, was? :) Da musste er ganz schon viel Geduld beweisen.
kone 31.10.2012
5. ...!
Zitat von sysopREUTERSEs ist die späte Revanche eines abgesetzten Trainers. 2011 warf der FC Bayern Louis van Gaal raus, danach kritisierte Präsident Uli Hoeneß den Trainer stark. Nun kontert der Niederländer: Hoeneß habe sich zu sehr eingemischt. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-bayern-van-gaal-rechnet-mit-hoeness-ab-a-864451.html
... die Einlassungen van Gals passen ins Bild, das wird niemand ernsthaft bestreiten wollen. Fraglich ist, ob UH mit van Gals Entlassung größeren Schaden vom FCB abgewendet hat, oder eher für den strukturellen Rückstand der Münchner in den vergangenen Jahren verantwortlich ist! Er wird sich sicher selbst schon gefragt haben, ob seine unantastbare Position womöglich Fehlentwicklungen beförderte, weil er sich von niemandem reinreden ließ !
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