Nach Rassismus- und Antisemitismus-Zwischenfällen Chelsea-Fans zeigen Flagge mit Nazi-Symbolik in Budapest

Gerade erst waren die Anhänger des Premier-League-Klubs FC Chelsea durch rassistisches und antisemitisches Verhalten im Stadion aufgefallen. Nun wurde der nächste Vorfall am Rande eines Europa-League-Spiels bekannt.

Stamford Bridge in London
REUTERS

Stamford Bridge in London


Antisemitische Gesänge der mitgereisten Fans hatten nach dem Europa-League-Spiel des FC Chelsea beim ungarischen Klub FC Vidi für Aufsehen gesorgt. Nun wurde bekannt, dass einige Gruppierungen auch in Budapest selbst auffällig wurden. Nach Berichten der britischen Zeitung "Guardian" sollen sie mit einem Banner vor einer Bar posiert haben, auf dem das Totenkopf-Symbol der SS zu sehen war. Die Aufnahmen wurden über soziale Medien geteilt.

Bei den Anhängern soll es sich um eine 40 Personen umfassende Gruppierung mit dem Namen "Chelsea Headhunters" handeln, die seit den Sechzigern besteht und sich in der Hochphase des Hooliganismus während der Siebziger und Achtziger einen Namen gemacht hat. Nach Angaben des "Guardian" soll sie enge Verbindungen zu verschiedenen rechten Organisationen pflegen.

Die Gruppe soll eigenständig nach Ungarn gereist und nicht im Stadion gewesen sein. Das sagte der FC Chelsea und gab an, Daten über alle Fans zu haben, die das Spiel besucht haben. Der Klub geht auch nicht davon aus, dass die Flagge es ins Stadion geschafft habe und dort gezeigt wurde.

Das Banner selbst ist eine Modifikation der nordirischen Flagge. Auf ihr sind neben dem SS-Totenkopf auch Slogans der England-treuen Loyalisten und Referenzen zum Glasgower Fußballklub Rangers zu sehen.

Die Uefa ermittelt bereits wegen der antisemitischen Gesänge im Stadion während des Spiels. Auch nach den Beschwerden des Manchester-City-Stürmers Raheem Sterling, er sei am Wochenende zuvor an der Stamford Bridge, dem Stadion des FC Chelsea, von der Tribüne rassistisch beschimpft worden, waren polizeiliche Ermittlungen eingeleitet worden.

Der FC Chelsea veröffentlichte unter der Woche eine Erklärung, in der er jegliches rassistisches oder antisemitisches Verhalten verurteilte und mit Stadionsperren und weiteren Strafmaßnahmen drohte. Auch Coach Maurizio Sarri verurteilte die Vorfälle scharf. Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch, selbst Jude, hatte im Januar eine Kampagne gestartet, die über das Thema Antisemitismus im Fußball informieren sollte.

tip/dpa

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