Serge Gnabrys Doppelpack gegen Chelsea Der London-Experte

Sechs Tore hat Serge Gnabry in dieser Champions-League-Saison erzielt - alle in London. Zusammen mit Robert Lewandowski führte er die Bayern nun zum Sieg im Achtelfinal-Hinspiel an der Stamford Bridge.
Serge Gnabry traf am Dienstag zweimal für die Bayern

Serge Gnabry traf am Dienstag zweimal für die Bayern

Foto:

TOBY MELVILLE/ REUTERS

Acht Jahre nach "Finale dahoam": Zum bislang letzten Mal trafen die Münchner 2012 in der Champions League auf den englischen Klub. Damals zerstörte Chelsea im "Finale dahoam" den Titeltraum der Münchner - worauf die Londoner vor dem Anpfiff noch mal mit bewegten Bildern hinwiesen, garniert mit einem kleinen Feuerwerk. Immerhin gab es eine Mini-Revanche der Bayern: Der Rekordmeister konnte als erste deutsche Mannschaft an der Stamford Bridge siegen.

Das Ergebnis: 3:0 gewann der FC Bayern im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Chelsea. Hier geht es zum Spielbericht.

Offensiv-Power: Angriffslustig war die Aufstellung, die Hansi Flick wählte. Mit Robert Lewandowski, Serge Gnabry, Kingsley Coman, Thomas Müller und Thiago befanden sich fünf Offensive in der Bayern-Startaufstellung. Das zahlte sich aus: Gegen zurückhaltende Blues schrammte Müller mit einem Lattenkopfball an der Führung vorbei (36. Minute). Der Auftakt einer beeindruckenden Offensiv-Show der Bayern.

Der London-Experte: Serge Gnabry traf nach der Pause zweimal nach einem Pass von Lewandowski (51./54.). Damit hat Gnabry alle seine sechs Champions-League-Tore in dieser Saison in London erzielt. Zuvor hatte der deutsche Nationalspieler in der Gruppenphase gegen Tottenham Hotspur viermal getroffen.

Knoten geplatzt: Zu Beginn der Schlussphase, als die Blues leicht im Aufwind waren, erzielte Lewandowski nach herausragender Vorarbeit durch Alphonso Davies den dritten Treffer (76.). 39 Tore stehen für Robert Lewandowski nach 32 Saisonspielen zu Buche, elf davon in der Königsklasse. Sein bis dahin letztes Tor in der Champions League - außerhalb der Gruppenphase - hatte der Angreifer vor fast zwei Jahren geschossen. Diese Flaute ist nun nach insgesamt 673 Minuten vorbei.

Tumulte vor dem Stadion: Auf Twitter-Videos war zu sehen, wie Polizeikräfte mit Pferden sowie Mitarbeiter der Stadionsecurity vor dem Anpfiff mit Bayernfans aneinandergeraten waren. Der Auslöser dieser Situation ist bislang unklar. Laut "Bild"-Zeitung sollen angeblich einige Fans der Münchner versucht haben, ohne Tickets in das Stadion zu kommen. Eine Bestätigung dafür gab es jedoch noch nicht.

Edelfan im Zwiespalt: 100 Tage nach dem Rückzug aus dem Präsidentenamt war Ehrenpräsident Uli Hoeneß erstmals wieder auswärts dabei. Schwieriger war die Partie aber für Tennisstar Boris Becker, der als großer Fan sowohl des FC Chelsea als auch des FC Bayern gilt. "Heute geht’s mir gar nicht gut", sagte der dreimalige Wimbledonsieger vor der Partie am Sky-Mikrofon.

Fast durch: In der vergangenen Saison schied der FC Bayern im Achtelfinale gegen den FC Liverpool aus - so früh wie seit 2011 nicht mehr. So eine Pleite droht dieses Mal wohl nicht. Das Achtelfinal-Rückspiel am 18. März in München (21 Uhr, Liveticker: SPIEGEL.de, TV: Sky) sollte nur noch Formsache sein für die Bayern, die unter Trainer Hansi Flick auch in Europa wieder zu einem Titelanwärter zu reifen scheinen.