Tabellenletzter der zweiten Liga FC Ingolstadt schmeißt Trainer Jens Keller raus

Stefan Leitl, Alexander Nouri, jetzt Jens Keller: Der FC Ingolstadt nimmt den nächsten Trainerwechsel vor und holt außerdem Thomas Linke vorübergehend als Sportchef zurück. Der Klub steckt im Abstiegskampf.

Jens Keller war von 2012 bis 2014 Trainer des FC Schalke
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Jens Keller war von 2012 bis 2014 Trainer des FC Schalke


Fußball-Zweitligist FC Ingolstadt hat sich von Trainer Jens Keller getrennt. Das gab der Tabellenletzte nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt. Mit Keller muss auch dessen Assistent Thomas Stickroth gehen. Nachfolger auf der Cheftrainerposition wird Tomas Oral, Michael Henke wird ihn als Assistent unterstützen. Beide waren bereits in der Vergangenheit für den FCI tätig.

Keller hatte den früheren Bundesligisten erst am 2. Dezember vor dem 16. Spieltag übernommen. Unter seiner Leitung gab es in zwölf Spielen drei Siege und zwei Unentschieden, die vergangenen fünf Spiele wurden verloren. "Die Entscheidung kommt für mich überraschend, schließlich wurde vor Kurzem noch über eine Verlängerung gesprochen. Ich wünsche dem Team alles Gute für den Saisonendspurt", wird Keller in einer Vereinsmitteilung zitiert.

Keller war nach Stefan Leitl, Alexander Nouri (war nur für acht Spiele im Job: drei Remis und fünf Niederlagen) sowie Interimscoach Roberto Pätzold (ein Spiel, eine Niederlage) bereits der vierte Trainer des ehemaligen Bundesligisten in dieser Saison. Leitl musste bereits nach dem fünften Spieltag gehen, zu diesem Zeitpunkt stand Ingolstadt bei fünf Punkten.

Mit Hasenhüttl ging der Erfolg

Aktuell ist der FCI mit 19 Punkten Tabellenletzter und hat sieben Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz, fünf Punkte Rückstand sind es auf den Relegationsplatz, den der 1. FC Magdeburg belegt.

Keller war in der Vergangenheit Trainer beim VfB Stuttgart, FC Schalke und Union Berlin. Mit dem heutigen Southampton-Trainer Ralph Hasenhüttl war der FCI 2015 erstmals in die Bundesliga aufgestiegen und belegte in der Debütsaison den elften Tabellenplatz. Nach dem Weggang Hasenhüttls (RB Leipzig) stieg der Klub ab und beschäftigte seit Juli 2016 fünf verschiedene Cheftrainer und steht nun vor dem Abstieg in die dritte Liga.

Der Klub teilte zudem mit, dass Thomas Linke vorrübergehend als sportlicher Leiter zurückkehrt und den Posten bis zum 30. Juni übernimmt - die Position war in der vergangenen Woche durch die einvernehmliche Trennung von Harald Gärtner freigeworden. Der frühere Bayern-Verteidiger Linke hatte bereits von 2011 bis 2017 als Sportdirektor des FCI gearbeitet.

jan



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widower+2 02.04.2019
1. ?
Könnte man bei so vielen Trainerwechseln vielleicht zu der äußerst "mutigen" Annahme kommen, dass es gar nicht am Trainer liegt?
golfstrom1 02.04.2019
2. Trainer
Wieder einmal ein schöner Beweis dafür, wie wichtig die Trainerposition in einem Verein ist. Hasenhüttl, das hat auch seine Zeit in Leipzig gezeigt, ist ein überragender Trainer, der sicher auch bei seiner aktuellen Trainerstation erfolgreich sein wird. Anschließend hat Ingolstadt viel Mittelmaß auf der Trainerposition geholt und dafür auch nur Mittelmaß geerntet. Mehr wird mit dem aktuellen Spielermaterial auch nicht möglich sein. Der Verein verschwindet aktuell wieder in die Regionen, in denen der Verein auch vor Hasenhüttl sich befand. Wenn Ingolstadt in eine andere Richtung sich bewegen möchte, müssten sie entweder massiv in den Kader investieren, dann könnte auch ein mittelmäßiger Trainer halbwegs erfolgreich sein, oder es gelingt ein Glücksgriff auf der Trainerposition und man bekommt einen Trainer, der aus wenigen Mitteln viel herausholen kann. Beispiele für Vereine, die seit Jahren mittelmäßige Trainer haben sind der HSV, Schalke, Stuttgart oder Köln. Dort hat man eben noch relativ viel Geld um gute Kader zusammenzustellen. Wenn einer dieser Vereine mal einen Glücksgriff auf der Trainerposition gelingen würde, wäre auch ein Mitkämpfen um internationale Plätze möglich. Beispiele für Vereine mit extrem starken Trainerentscheidungen sind aktuell Frankfurt, Hertha, Düsseldorf oder Freiburg in der Bundesliga. Dort wird aus wenigen Mitteln wirklich viel herausgeholt. Auch der BVB ist aktuell auf der Trainerposition sehr stark besetzt. Das war beim BVB unter Klopp und Tuchel ebenso. Letzte Saison hatte man ein wenig Pech.
lesheinen 02.04.2019
3.
Die Frage #1 kann man nicht beantworten. Verliert die Mannschaft, liegt es am Trainer (falsche Aufstellung), gewinnt sie, gilt das auch (alles richtig gemacht).
tomkey 02.04.2019
4. Viel zu ungeduldig
Ich hatte Keller den Klassenverhalt durchaus zugetraut, da ich ihn für einen Trainer halte, der Mannschaften langfristig verbessert. Auch in Ingolstadt. Der Fehler lag für mich bei der Verpflichtung von Nouri durch den Verein. Das Auszubaden schafft selbst ein Keller in 3 Monaten nicht.
spmc-135322777912941 02.04.2019
5. Viele Trainer ......
Zitat von widower+2Könnte man bei so vielen Trainerwechseln vielleicht zu der äußerst "mutigen" Annahme kommen, dass es gar nicht am Trainer liegt?
vielleicht liegt es nicht an der Masse sondern der fehlenden Klasse ? Hasenhüttl hat rechtzeitig den Abflug gemacht, der Niedergang eines Aufsteigers findet häufig im zweiten Jahr statt. Ich kann wirklich nichts zur Kompetenz von Jens Keller sagen aber wenn ich den im TV sehe habe ich Zweifel an seiner Persönlichkeit und Ausstrahlung. Charisma sieht anders aus .
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