Liverpools Sieg gegen City So schnell kann's gehen

Bereits nach 13 Minuten führte Liverpool mit zwei Toren gegen Manchester City. Der Sieg im temporeichen Duell könnte bereits ein großer Schritt im Titelkampf sein. Trainer Guardiola empörte sich über den Schiedsrichter.

Virgil van Dijk ist in der Abwehr Liverpools wichtigster Mann, Sadio Mané gehört vorne zu den Leistungsträgern
Laurence Griffiths/Getty Images

Virgil van Dijk ist in der Abwehr Liverpools wichtigster Mann, Sadio Mané gehört vorne zu den Leistungsträgern

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Szene des Spiels: Gab es schon in der sechsten Minute. Nach einem Dribbling von Manchester Citys Bernardo Silva prallte der Ball in Liverpools Strafraum an den Ellbogen von Trent Alexander-Arnold. Von Schiedsrichter Michael Oliver war kein Pfiff zu hören, Liverpool schaltete um und plötzlich brannte es auf der anderen Seite des Spielfelds. Ilkay Gündogan klärte flach nach vorne, Fabinho nutzte den Fehler zur Führung (6. Minute). So schnell kann's gehen.

Ergebnis: Der FC Liverpool gewann 3:1 (2:0) gegen den Englischen Meister. Dadurch hat die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp bereits acht Punkte Vorsprung an der Tabellenspitze der Premier League.

VAR da was? Nicht nur die Szene vor dem 1:0 erboste City-Trainer Pep Guardiola. Auch in der Schlussphase forderte City vergeblich einen Handelfmeter, wieder war Alexander-Arnold beteiligt. Auch diesen Strafstoß gab es nicht, Pep Guardiola tobte vor Wut.

Zweimal fühlte sich Guardiola von den Schiedsrichtern betrogen
Carl Recine/REUTERS

Zweimal fühlte sich Guardiola von den Schiedsrichtern betrogen

Erste Hälfte: Während der ersten 45 Minuten gingen beide Mannschaften ein immenses Tempo. City verteidigte auch nach dem frühen Gegentor sehr hoch, mehrfach musste Liverpool-Torhüter Alisson den Ball weit schlagen, weil Kevin De Bruyne oder Sergio Agüero ihn aggressiv anliefen. Wenn sich die Reds befreien konnten - oder nach Ballverlusten Citys - wurde es häufig gefährlich für das Team von Guardiola. Aus einer Umschaltbewegung heraus fiel auch das zweite Tor, als Andrew Robertson eine perfekte Flanke in den Lauf von Mohamed Salah schlug, der mit dem Kopf auf 2:0 erhöhte (13.).

Und, wie war die Woche so? Am Mittwoch war der Chilene Claudio Bravo nach einer Verletzung von Stammkeeper Ederson bereits bei Atalanta in der Champions League eingewechselt worden. Gegen die Italiener dauerte es drei Minuten bis zum ersten Gegentor, obendrauf sah er in der 81. Minute für ein Foul die Rote Karte, sodass Feldspieler Kyle Walker ins Tor musste. Nach 13 Minuten im Liverpoolspiel lautete Bravos Wochenbilanz: drei Schüsse aufs Tor, drei Gegentore, eine Rote Karte. Im Laufe der Partie zeigte Bravo noch einige Paraden, wurde aber ein weiteres Mal überwunden.

Zweite Hälfte: Bis zum ersten Tor der zweiten Hälfte dauerte es genauso lange wie im ersten Durchgang. Nach einer Flanke von Liverpool-Kapitän Jordan Henderson traf Sadio Mané am zweiten Pfosten mit einem Kopfball ins kurze Eck (51.). Kurz darauf versuchte es Raheem Sterling im Alleingang und verfehlte das Tor nur knapp (54.), auch Agüero vergab nach einem Querpass von De Bruyne (69.). Die Gäste hatten viel Ballbesitz und viele Gelegenheiten, trafen aber das Tor nicht - bis zu Silvas Flachschuss in der 78. Minute. Der Treffer brachte noch einmal Spannung in die Partie, doch mehrere gefährliche Angriffe ließ City ungenutzt.

Mit sechs Toren und vier Vorlagen ist Sadio Mané (v.) diese Saison Liverpools Topscorer
PETER POWELL/EPA-EFE/REX

Mit sechs Toren und vier Vorlagen ist Sadio Mané (v.) diese Saison Liverpools Topscorer

Statistik(en) des Spiels: Auf einige Mannschaften wirkt ein Spiel gegen den Meister einschüchternd, nicht aber auf Liverpool. In der Geschichte der Premier League holte kein Klub mehr Siege (22) in Spielen gegen Titelverteidiger. In dieser Saison ist das Team von Trainer Jürgen Klopp weiterhin ungeschlagen. Diese Serie hielt sogar gegen City, das einzige Team, gegen das die Reds in den vergangenen 50 Ligaspielen verloren hatten.

Shades of Blue: Durch Citys Niederlage in Liverpool bietet sich aktuell ein ungewohntes Bild an der Spitze der Premier League. Hinter dem Tabellenführer kommen zwei Klubs, mit denen wohl niemand dort gerechnet hätte: Leicester City auf Platz zwei und der FC Chelsea, jeweils mit 26 Punkten. Einen weniger hat Manchester City, das sich nun auf dem vierten Rang befindet.

Was jetzt? Nur zwölf Spiele sind absolviert, doch Liverpools Sieg im direkten Duell könnte ein großer Schritt im Titelkampf gewesen sein. Bei allem Respekt vor Leicester und Chelsea, der wahre Konkurrent der Reds ist Manchester City. Vergangene Saison war es bis zum Schluss sehr eng im Meisterschaftsrennen, nun trennen die beiden Teams bereits drei Plätze und neun Punkte.



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christof.schroeter 10.11.2019
1.
"Vergangene Saison war es bis zum Schluss sehr eng im Meisterschaftsrennen, nun trennen die beiden Teams bereits drei Plätze und neun Punkte" Da hat jemand die letzte Saison schlecht im Gedächtnis. Nach der halben Saison war City auf Platz 3, mit 7 Punkten Rückstand auf Liverpool. Es WURDE danach wieder spannend - ab 10 Spieltage vor Schluss dann mit Liverpool in der Verfolgerrolle! Und auch diese Saison ist noch nicht durch (auch wen ich es den Reds gönnen würde).
MatthiasSchweiz 10.11.2019
2.
Bei der ersten Handspielszene sieht man anhand der TV-Bilder gar nicht, ob der Ball den Arm wirklich berührt hat, ich tendiere eher zu nein. Da kann der VAR wohl keinen Penalty geben. Und da war wohl gerade vorher ein Handspiel des ManCity Spielers, schreiben einige, habe ich aber nicht mitbekommen. Die im Artikel erwähnte zweite Handspielszene ist wohl komplett an mir vorbei gegangen, ist das nicht vielleicht die Szene, wo ein angebliches Foul reklamiert worden ist? Und Sterling, wie der sich jeweils aufregt wie ein verzogenes Kind, dass der nicht öfters dafür verwarnt wird... Mitreissendes Spiel bis zum 3:0, dann hat sich Liverpool aufs Verteidigen und Kontrollieren verlegt und es ist ein bisschen angeflacht. Muss eine Mannschaft auch können, mit nur stürmen gewinnt man keinen Blumentopf.
viceman 11.11.2019
3. Die erste Szene mit
dem vermeintlichen Handspiel hab ich nicht gesehen. Aber die zweite war gar nix, Sud einem Meter direkt angeschossen, noch dazu am Körper angelegt. Da kann Pep hüpfen, wie ein Der wisch, das war gar nix... Verdienter Sieg von Liv
Nonvaio01 11.11.2019
4. Nicht blenden lassen
die abwehr von Liverpool ist schlechter als letzte saision find ich. Auch gestern haette City locker 3 Tore machen muessen vor der pause. Geordnet sieht die abwehr nicht aus. darum denke ich auch das es noch knapp werden wird, vor allem da Liverpool in katar noch die Club WM spielen muss, zu rgleichen zeit auch den unwichtigen Liga Pokal (nicht FA). Da koennen noch personal sorgen kommen. Die Abwehr von City einfach nur laecherlich, Salah hatte seit seiner debuet saison nicht mehr soviel platz. Das spiel selber war klasse, sehr viel tempo, machte spass es zu schauen.
meresi 11.11.2019
5. Vom Hocker
hat mich dieses Spiel nicht gerissen. City hatte einige Chancen. Die Handspiele waren, wenn überhaupt von so kurzer Distanz und die Arme der betreffenden Spieler gingen eher zum Körper als zum Ball, daher: keine Handspiele. Ein Sieg für die Reds, sollte diese Saison machbar sein am Ende des Tages an erster Stelle aufzuscheinen. Leicester erstaunt mich, bei Chelski seh ich einen bis jetzt erfolgreichen Trainer, der gezwungener Maßen junge Spieler in die Mannschaft einbauen muß, was zu funktionieren scheint, derweil noch. Batshuayi scheint auch endlich wieder in die Gänge zu kommen. Der BVB hat damals bei der Leihe einen schweren Fehler gemacht beim Vertrag, keine Kaufoption! zumindest soweit ich mich erinnern kann. Der Mann war/ist gut, braucht aber offensichtlich eine besondere Trainerhand um ihn zu führen und zu motivieren.
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