Liverpools Niederlage in Neapel Der Titelverteidiger hadert

Schon nach dem ersten Spiel in der Champions League ist der FC Liverpool unter Druck. Ein umstrittener Elfmeter bescherte SSC Neapel den Sieg - und mit RB Salzburg hat sich der nächste Gegner schon warmgeschossen.


Zunächst einmal ein bisschen Statistik: Dass ein Titelverteidiger in der Champions League sein anschließendes erstes Gruppenspiel verliert, ist zum letzten Mal 1994 vorgekommen. Damals unterlag der AC Mailand als Champions-League-Gewinner bei Ajax Amsterdam. Wie jetzt der FC Liverpool bei SSC Neapel.

2:0 hatten die Italiener im Stadion San Paolo das bessere Ende für sich. Allerdings war es ein durchaus glücklicher Erfolg für das Team von Carlo Ancelotti, die Gäste machten die Niederlage vor allem an einer Elfmeterentscheidung fest. In der 82. Minute hatte Schiedsrichter Felix Brych ein Foul von Andy Robertson an Neapels Jose Callejon im Strafraum gesehen, Dries Mertens verwandelte den Strafstoß zum 1:0, und Liverpools Trainer Jürgen Klopp war nicht einverstanden.

"Für mich war es klar und eindeutig kein Elfmeter", so Klopp nach dem Spiel. "Wenn jemand schon abhebt, bevor ein Kontakt da ist, dann ist das für mich kein Strafstoß." Aber: "Wir können es nicht ändern."

Adrians überragende Parade gegen Mertens

Die Engländer hatten zuvor mehrfach gute Gelegenheiten zum Tor ungenutzt gelassen, allerdings auch wiederholt Glück bei Chancen von Napoli gehabt. So hatte LFC-Keeper Adrian ein eigentlich sicheres Tor von Mertens mit einer überragenden Parade kurz vor der Pause verhindert. Gegen den Elfmeter des Belgiers war er machtlos, ebenso gegen den zweiten Treffer durch Fernando Llorente in der Nachspielzeit.

Es war "ein offenes Match, wir hatten unsere Chancen, aber kein Tor gemacht. Das tut schon weh", so Klopp. Bei seinem Kontrahenten Ancelotti hörte sich das naturgemäß fröhlicher an: "Wir haben hart gearbeitet, um als Einheit aufzutreten. Mir hat unsere Qualität gefallen, aber auch die Fähigkeit, hässlich zu spielen, wenn wir es mussten."

An Neapel hat Klopp ohnehin nicht die besten Erinnerungen. Mit Borussia Dortmund bezog er hier mal eine Niederlage, wie er seinem Ärger damals über die Schiedsrichter Luft machte, blieb im Gedächtnis. Im Vorjahr war SSC ebenfalls der Gruppengegner der Liverpooler - und hätte die Klopp-Elf fast zum frühen Ausscheiden gezwungen. 1:0 gewann SSC das Heimspiel, 0:1 unterlag man in Anfield. Am Ende blieb nur Gruppenplatz drei für die Italiener.

Die Konstellation in der Gruppe E ist jetzt bereits nach dem ersten Spieltag hochinteressant geworden. RB Salzburg, das in der Champions League aufgrund der Uefa-Regularien FC Salzburg zu heißen hat, hat sich nach dem rauschenden 6:2 gegen KRC Genk an die Tabellenspitze gehievt und damit den Druck auf die beiden Gruppenfavoriten Neapel und Liverpool aufgebaut. Am zweiten Spieltag kommt es an der Anfield Road zum Duell Liverpools mit dem Emporkömmling aus Österreich - zudem ein Wiedersehen der Klopp-Stars Sadio Mané und Naby Keita mit ihrem Ex-Verein.

aha



insgesamt 3 Beiträge
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FrankDunkel 18.09.2019
1.
In Neapel kann man schon mal verlieren. Besser im ersten Spiel der Saison eine Niederlage als im letzten.
dr_nutschie 18.09.2019
2. Deutscher Schiedsrichter
Wieder einmal hat ein Deutscher Schiedsrichter ein Spiel entschieden. Wie Klopp sagt nie 11 Meter. Was hat eigentlich der VAR H Dankert gemacht - sein Job wäre es gewesen Brych auf den falschen Pfiff aufmerksam zu machen .
Stäffelesrutscher 18.09.2019
3.
»RB Salzburg, das in der Champions League aufgrund der Uefa-Regularien FC Salzburg zu heißen hat ...« Und warum nennt SPON diesen Verein dann nicht mit seiner Uefa-Bezeichnung für die Champions League? Es ist ein Sportbericht und keine bezahlte Anzeige eines Konzerns!
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