Medienboykott FC Liverpool schließt Journalisten aus

Der FC Liverpool hat entschieden, Reportern des Boulevardblatts "The Sun" den Zutritt zum Stadion zu verweigern. Der Klub kam damit dem Wunsch einer Angehörigenorganisation der Toten der Hillsborough-Katastrophe nach.
Jürgen Klopp

Jürgen Klopp

Foto: Andrew Yates/ REUTERS

Der FC Liverpool verbannt mit sofortiger Wirkung Journalisten der englischen Boulevardzeitung "The Sun" aus dem eigenen Stadion an der Anfield Road sowie vom vereinseigenen Trainingsgelände. Ausschlaggebend für diesen Schritt soll die negative Berichterstattung des Blattes über die Stadionkatastrophe in Hillsborough 1989 sein, bei der 96 Zuschauer zu Tode kamen. Die Zeitung berichtete anschließend jahrelang von einem angeblichen Fehlverhalten der Liverpool-Anhänger, eine unabhängige Untersuchung hatte diese Behauptungen im April vergangenen Jahres widerlegt.

Seither gewannen verschiedene Organisationen aus Liverpool an Zulauf, die einen Boykott der "Sun" propagieren. Die Gruppe "The Total Eclipse of The Sun" ("Die totale Sonnenfinsternis"), die in engem Kontakt mit Angehörigenorganisationen der Toten von Hillsborough steht, überzeugte die Vereinsführung nach englischen Medienberichten  nun, Mitarbeitern der Zeitung ab sofort den Zutritt zu den Klubgrundstücken zu untersagen.

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Seit 27 Jahren verweigern die Reds der "Sun" bereits Exklusivinterviews mit Spielern oder Trainern. Auch Jürgen Klopp hatte im vergangenen August einem "Sun"-Reporter schon Interviewfragen unbeantwortet gelassen. In Deutschland sorgte zuletzt der TSV 1860 München für Aufsehen, als der Zweitligist drei Zeitungen ihre Dauerakkreditierungen für die Heimspiele entzog.

lst