Nach Russlands Angriff auf die Ukraine Schalke nimmt Sponsor Gazprom vom Trikot

Fußball-Zweitligist Schalke 04 wird künftig ohne den Namen des russischen Staatskonzerns auflaufen. Das beschloss der Klub nach Gesprächen mit dem Unternehmen.
Überdimensionales Schalke-Trikot

Überdimensionales Schalke-Trikot

Foto: Jack Jacobs / IMAGO

Schalke 04 spielt fortan ohne Gazprom-Schriftzug auf seinen Trikots. Das teilte der Fußball-Zweitligist mit.

»Mit Blick auf die Ereignisse, Entwicklung und Zuspitzung der vergangenen Tage hat sich der FC Schalke 04 dazu entschieden, den Schriftzug seines Hauptsponsors – Gazprom – von den Trikots zu nehmen«, hieß es in einer Mitteilung auf der Homepage des Klubs . Dieser Schritt sei nach Gesprächen mit der deutschen Vertretung des Unternehmens erfolgt.

Am Samstag tritt Schalke in der zweiten Liga beim Karlsruher SC an (13.30 Uhr). In dieser Partie wird das Team mit »Schalke 04« auf der Brust auflaufen. Ob das vorerst so bleibt, ist offen. »Über weitere mögliche Schritte wird der Verein zu gegebener Zeit informieren«, hieß es vonseiten der Schalker.

Schon zuvor war ein Gazprom-Vertreter zurückgetreten

Bereits am Mittag hatte der Verein den Abgang von Matthias Warnig aus dem Schalker Aufsichtsrat verkündet. Warnig war von Gazprom entsandt, er gilt als Vertrauter von Russlands Staatschef Wladimir Putin und ist Geschäftsführer der Pipeline Nord Stream 2 AG, einer Gazprom-Tochterfirma.

»Auch wir sind von den Bildern schockiert gewesen, die sich da abspielen«, sagte Pressesprecher Marc Siekmann am Mittag über die Invasion in der Ukraine, bat aber um Verständnis dafür, dass der Verein Zeit brauche, um zu beraten, »was das für Schalke 04 bedeutet«. Zumindest was die Sichtbarkeit von Gazprom auf den Trikots angeht, hat der Verein nun reagiert.

Seit schon 15 Jahren ist Gazprom Sponsor beim schwer verschuldeten Klub, für Trikot- und auch Bandenwerbung zahlt er zehn Millionen Euro pro Saison. Geld, das der Bundesliga-Absteiger eigentlich dringend benötigt. Ob Schalke nach dem Absetzen des Schriftzugs weiterhin Einnahmen aus Russland erhält, war zunächst offen.

Schalkes Vertrag mit dem Unternehmen war erst 2021 bis ins Jahr 2025 verlängert worden.

mon
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