Fußball-Bundesliga Schalker Profi rechnet mit Trainer Weinzierl ab

Wochenlang dominierte der BVB die Negativschlagzeilen, nun hat auch der FC Schalke wieder einen Skandal. Jewhen Konopljanka nennt Trainer Weinzierl angeblich einen "Feigling". Der Ukrainer muss gehen.

Jewhen Konopljanka vom FC Schalke
AP

Jewhen Konopljanka vom FC Schalke


Die Fans des FC Schalke hatten die vergangenen Wochen voller Genugtuung erlebt: Beim einstigen Skandalklub war es extrem ruhig, dafür produzierte Erzrivale Borussia Dortmund in der Causa Thomas Tuchel eine Negativschlagzeile nach der anderen. Nun herrscht aber auch bei den Königsblauen wieder Zoff.

Der ukrainische Profi Jewhen Konopljanka soll harsche Kritik an Trainer Markus Weinzierl geübt und diesen einen "Feigling" genannt haben. "Ich sage das ganz offen", wird der 27 Jahre alte Offensivspieler vom ukrainischen Portal "FootballHub" zitiert, "er sollte nicht länger Trainer dieser Mannschaft sein. Ansonsten steigt Schalke in die 2. Liga ab."

Der ehemalige Leihspieler Konopljanka war im Laufe der vergangenen Saison für 12,5 Millionen Euro fest vom FC Sevilla verpflichtet worden, konnte sich auf Schalke allerdings nicht durchsetzen. Der Profi kritisiert den Coach, der bei den Gelsenkirchenern nach dem verpassten Einzug in den Europapokal ebenfalls nicht unumstritten ist, vor allem für dessen Art der Kommunikation:

"Wenn du einen Menschen loswerden willst, der gerade erst für viel Geld geholt wurde, braucht es mehr Erklärungen und wir müssen uns verstehen und einig werden", sagte Konopljanka über ein Gespräch, das Weinzierl zum Saisonende mit dem Ukrainer geführt hatte. "Doch er holte mich nur für eine Minute zu sich."

Schalkes Trainer Markus Weinzierl
Getty Images

Schalkes Trainer Markus Weinzierl

In dem Gespräch hatte der Trainer Konopljanka mitgeteilt, sportlich nicht mehr mit ihm zu planen. Schalkes Sportvorstand Christian Heidel bestätigte der Funke Mediengruppe den Inhalt des Gesprächs, wollte sich ansonsten aber nicht zu den Vorwürfen äußern. Konopljanka soll in der Mannschaft sehr beliebt sein, wird sich nun aber endgültig einen neuen Verein suchen müssen. Erste Angebote sollen die Schalker bereits vorliegen haben.

Konopljanka wurde von Weinzierl in 27 Pflichtspielen eingesetzt, allerdings häufig als Einwechselspieler und nur einmal über 90 Minuten. Dabei erzielte der Offensivspieler sechs Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor.

krä/sid

Mehr zum Thema


insgesamt 29 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Eder5 05.06.2017
1. Na endlich,
ist wieder Feuer auf Schalke. War ja nicht mehr zum aushalten.
Meconopsis 05.06.2017
2.
Keine schlechte Quote für einen Einwechselspieler. Ob Konopljanka recht hat, kann ich aus der Ferne nicht einschätzen. Allerdings meine ich, dass die Rolle des Trainers oft überschätzt wird. Ein neutraler Organisator, der lediglich Trainingspläne erstellen würde und die technische Leitung innehätte, wäre allemal besser als ein schlechter Trainer, der mangelhaft kommuniziert und nicht motivieren kann. Eine Mannschaft, in der die Chemie stimmt, braucht keinen dominaten Trainer, der sich in alles einmischt.
Talan068 05.06.2017
3. es tuchelt
Spricht jetzt nicht für Konopljanka, anderseits wenn es so war, warum soll er dann schweigen. Immerhin hört sich seine Version schlüssig an und is offensichtlich nicht aus der Luft gegriffen. Einen Grund in zu verbannen, konnte ich von aussen nicht erkennen. Er war so gut und so schlecht und von Formschwankungen betroffen, wie 90% des Kader. Weinzierl hat es zwar geschafft, das Schalke so etwas wie Spielaufbau hin bekommt. Abwehr und Angriff sind aber eher noch schwächer geworden. Aber vllt. ist Konopljanka ja auch vorgeschickt und Heidel holt Tuchel, trotz ehemaliger Differenzen :-).
dr.könig 05.06.2017
4. 12,5 Mio nur für die Bank ?
Wenn ich so einen Spieler ausleihe, teste und dann für viel Geld fest verpflichte, dann muss und sollte der auch spielen. Hier ist anscheinend Schindluder mit dem Geld von Herrn Tönnjes getrieben worden. Heidel und Weinzierl passen beide nicht zu Schalke. Ich würde Tuchel verpflichten und als Manager den Dietmar Beiersdorf.
daheim 05.06.2017
5. Feigling?
Ich denke seine Aussage Weinzierl sei ein Feigling bezieht sich auf seine Darstellung, dass Weinzierl sich nur 1 Minute Zeit nahm, um ihm mitzuteilen, dass er nciht mehr mit ihm plant. Da wollte Konopljanka es wohl etwas ausführlicher besprochen haben, woran genau es hängt. Insofern nachvollziehbar.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.