US-Sportartikelhersteller Under Armour St. Paulis martialischer Ausrüster sorgt für Irritation

Ein pazifistischer Klub und ein martialischer Ausrüster mit Nähe zum US-Verteidigungsministerium - wie passt das zusammen? Mit dieser Frage muss sich derzeit der Zweitligist FC St. Pauli auseinandersetzen.
St. Pauli Fans: Strittige Zusammenarbeit mit Under Armour

St. Pauli Fans: Strittige Zusammenarbeit mit Under Armour

Foto: DPA

Ein neuer Partner des FC St. Pauli sorgt für Irritationen. Der Fußball-Zweitligist, der ein alternatives, pazifistisches Image pflegt, hat jüngst einen Ausrüstervertrag mit dem US-amerikanischen Unternehmen Under Armour abgeschlossen.

Doch so friedliebend der FC St. Pauli sich gibt, so martialisch ist das Auftreten des Sportartikelherstellers. Under Armour ist Förderer des US-Militärs, Veteranen etwa bekommen zehn Prozent Rabatt. Mit dem US-Verteidigungsministerium unterhält das Unternehmen angeblich millionenschwere Geschäftsbeziehungen.

Laut "Hamburger Morgenpost" ist Under Armour auch im Umfeld der Waffen-Lobby NRA aktiv, Produkte des Unternehmens werden demnach auch im Shop des privaten Sicherheitsdienstes Academi (früher Blackwater) geführt. Zudem sponsert Under Armour mehrere fragwürdige Jagdshows. In St. Pauli-Fanforen wird das Thema bereits länger heiß diskutiert, und die "Hamburger Morgenpost" stellt auf ihrer Titelseite vom Donnerstag die Frage: "Passen die zu St. Pauli?"

"Am Ende steht das beste Gesamtpaket"

Der Ausrüstervertrag, der im Juli beschlossen wurde, gilt ab der Saison 2016/2017, angeblich soll er dem Klub eine Million Euro pro Spielzeit einbringen. Bei der Vertragsunterzeichnung hatte Klubpräsident Oke Göttlich gesagt: "Under Armour liebt es, die Dinge anders zu sehen als die Konkurrenten. Eine Einstellung, die dem FC St. Pauli sehr nahe kommt."

Der stellvertretende Vizepräsident Joachim Pawlik, der die Geschäftsbeziehung des Klubs mit Under Armour einfädelte, erklärte nun gegenüber der "Hamburger Morgenpost" dass der Deal "aufgrund der angesprochenen Kontroversen im Verein absolut offen und transparent kommuniziert und diskutiert" wurde.

St. Pauli habe die Punkte "kritisch hinterfragt". Pawlik weist zudem darauf hin, "dass Patriotismus in Amerika ganz anders besetzt ist und gelebt wird als in Deutschland". Er spricht laut "Mopo" von "Kulturunterschieden". "Am Ende steht das beste Gesamtpaket für den Verein", sagt Pawlik.

bka
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