Nach Coronavirus-Ausbruch im Verein Profis in Quarantäne - Zürichs U21 spielt "zum Wohl des Schweizer Fußballs"

Seit Tagen befinden sich die Profis des FC Zürich in Quarantäne. Das Spiel gegen den FC Basel wollte der Verein aber nicht ausfallen lassen. Die U21 verlor zwar, durfte aber "erhobenen Hauptes" nach Hause fahren.
Zürichs Torwart Novem Baumann in Aktion

Zürichs Torwart Novem Baumann in Aktion

Foto: Georgios Kefalas/ dpa

Der FC Zürich hat in der Schweizer Super League 0:4 (0:2) beim FC Basel verloren - und doch sagte Vertretungstrainer Marinko Jurendic nach dem Spiel: "Wir fahren erhobenen Hauptes nach Hause." Dazu hatte Jurendic allen Grund. Denn für den FC Zürich war es kein normales Ligaspiel - nicht nach dem, was in den vergangenen Tagen im Verein und der Liga los gewesen war.

Zehn Coronavirus-Fälle waren beim FC Zürich nachgewiesen worden: Sechs Profis, drei Mitglieder des Trainerteams sowie Klubpräsident Ancillo Canepa wurden positiv getestet. Offenbar hatte sich das Virus während der Auswärtsfahrt zu Neuchâtel Xamax am 7. Juli im Mannschaftsbus verbreitet. Nach den positiven Tests muss die Profimannschaft bis mindestens zum 17. Juli in Quarantäne. Die Frage stand im Raum, wie der FC Zürich seine kommenden Spiele austragen und die Liga zu Ende gebracht werden könnte.

Nachdem zunächst das Heimspiel gegen den FC Sion verlegt werden musste, entschied sich der FC Zürich nun dazu, gegen den FC Basel seine U21 antreten zu lassen - im Kader verstärkt mit sechs Profis. Diese seien "nicht in Neuchâtel beim Spiel gegen Xamax dabei" gewesen und hatten "nachweislich keinen engen Kontakt zu infizierten Personen", so der FC Zürich. Weil sich auch Cheftrainer Ludovic Magnin in Quarantäne befindet, wurde er von U21-Trainer Marinko Jurendic vertreten.

"Wir haben kein einziges gemeinsames Training absolvieren können"

Der sah von der Seitenlinie, wie Fabian Frei (14. Minute) und Valentin Stocker (37.) den FC Basel 2:0 in Führung brachten. Danach hielt Zürich defensiv lange dagegen, bekam in der Nachspielzeit aber noch zwei Gegentreffer durch Ricky van Wolfswinkel und erneut Frei. Zürichs Trainer Jurendic war dennoch zufrieden. "Wir haben kein einziges gemeinsames Training absolvieren können", sagte er laut Schweizer "Tages-Anzeiger" : "Und einige Spieler standen seit ein paar Tagen nicht mehr auf dem Platz. Wir fahren erhobenen Hauptes nach Hause."

Der FC Zürich hatte gegen Basel mit seiner U21 kaum eine Chance auf wichtige Punkte im Kampf um die Europa-League-Qualifikation. Und doch verteidigte Cheftrainer Magnin die Entscheidung, das Spiel trotzdem auszutragen. "Ich stehe zu 100 Prozent dazu. Wir müssen die Saison bis zum 3. August beenden, weil wir der Uefa dann die Teilnehmer für den Europapokal melden müssen", hatte Magnin im Telefon-Interview der ARD-"Sportschau"  vor der Partie gesagt. Bei einer Verlegung des Spiels wäre es bei der Terminfindung wegen des dichten Spielplans eng geworden.

"Ich denke, dass der Verein zum Wohl des Schweizer Fußballs die richtige Entscheidung getroffen hat", so Magnin: "Es ist wichtig, die eigenen Interessen nicht in den Vordergrund zu stellen. Wir wollten die Solidarität vorleben, deshalb war es wichtig zu sagen: Okay, wir nehmen es allfällig in Kauf, ein paar wichtige Punkte im Fight um einen Europapokalplatz zu verlieren, damit die Meisterschaft zu Ende geht."

Das nächste Spiel des FC Zürich steht am 18. Juli zu Hause gegen Young Boys Bern an, einen Tag nach dem offiziellen Ende der Quarantäne der Profimannschaft. Mehreren Medienberichten zufolge soll die U21 aber auch gegen Bern spielen.

ptz/dpa
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