Neuer FCK-Trainer Balakow Höllisch schwere Wochen

Neuer Trainer, alte Probleme: Auch beim Debüt von Krassimir Balakow auf der FCK-Bank kassierte der Tabellenletzte eine Niederlage. Nach der Pleite beim SC Freiburg droht den "Roten Teufeln" endgültig der Absturz in die zweite Liga. Balakow spricht schon von einem Neuaufbau.

FCK-Trainer Balakow: "Wenn es nicht reichen sollte, werden wir den Neuaufbau angehen"
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FCK-Trainer Balakow: "Wenn es nicht reichen sollte, werden wir den Neuaufbau angehen"


Hamburg - Nach besonders viel Hoffnung klang Krassimir Balakow kurz nach Abpfiff der Partie in Freiburg nicht gerade. "Wenn es nicht reichen sollte, werden wir den Neuaufbau angehen", sagte der Bulgare nach dem 0:2 (0:2) des 1. FC Kaiserslautern beim SC Freiburg.

Bereits sieben Spieltage vor Saisonende vom Neuaufbau zu sprechen zeigt, wie groß die Ernüchterung Balakows bei seinem Trainer-Debüt in der Bundesliga gewesen sein muss. Tabellenletzter, 17 Spiele in Folge ohne Sieg und auch in Freiburg wieder ein Auftritt, der von Erstklassigkeit recht weit entfernt war. Der dritte Abstieg der"Roten Teufel" nach 1996 und 2006 scheint angesichts von sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz kaum noch vermeidbar.

"Wir müssen damit leben, dass wir stehen, wo wir stehen. Wir brauchen nicht auf die Konkurrenz zu schauen. An unserer Situation können nur wir etwas ändern", sagte Clubchef Stefan Kuntz nach der Partie und schob noch die Phrase "die Hoffnung stirbt definitiv zuletzt" nach. Am Nachfolger des am Dienstag entlassenen Marco Kurz hatte Kuntz nichts zu bemängeln: "Wir haben zwei individuelle Fehler gemacht, ansonsten waren wir taktisch gut eingestellt."

Balakow sah das ähnlich: "Die Mannschaft hat am Anfang individuelle Fehler gemacht. Nach den beiden Toren habe ich aber auch positive Dinge gesehen. Die Mannschaft hat Moral und Charakter gezeigt. Sie hat zumindest versucht, sich ins Spiel zurückzukämpfen."

Die meisten Fans gingen schon vor dem Schlusspfiff

Diese beiden Fehler von Innenverteidiger Rodnei und Torwart Tobias Sippel reichten alllerdings, um die 13. Saisonniederlage zu besiegeln. Karim Guédé (8.) und Cedrick Makiadi (14.) trafen gegen den FCK, der seinen bisher letzten Erfolg am 22. Oktober 2011 im Hinspiel gegen den SC (1:0) gefeiert hatte.

So blieben auch Balakow nach dem Schlusspfiff nur Durchhalteparolen. "Wir müssen in den nächsten Wochen hart arbeiten und die Fehler abstellen. Wir werden bis zum Schluss kämpfen, das ist klar - auch wenn es schwer wird", sagte der Trainer: "Wir müssen an uns glauben und weitermachen."

Den Glauben an den Klassenerhalt haben die Anhänger aber wohl schon vor den kommenden Heimspielen gegen den Drittletzten Hamburger SV und 1899 Hoffenheim verloren. Als Balakow mit den Spielern nach Schlusspfiff vor den Lauterer Fan-Block kam, musste er sich kaum Pfiffe anhören. Der Großteil der Fans hatte schon lange vor dem Abpfiff resigniert und das Stadion verlassen.

Auch in den Gesichtern der Profis war Resignation zu erkennen, viel mehr als hohle Phrasen hatten die Spieler nicht zu bieten. "Rechnerisch ist noch alles möglich. Wir müssen beide Heimspiele gewinnen, dann kann man weiterschauen", sagte Kapitän Christian Tiffert: "Der Glaube an den Klassenerhalt wäre aber natürlich größer, wenn man mal ein Spiel gewinnen würde. Es hilft jetzt nichts mehr, ein Dreier muss her."

Ein Urteil über seinen neuen Coach wollte sich Tiffert noch nicht erlauben. "Er ist erst seit Donnerstag da. Man würde jedem Unrecht tun, schon etwas zu sagen. Das kann man in zwei Wochen machen. Es ging in erster Linie darum, aus dem Negativtrott rauszukommen", sagte der Mittelfeldspieler.

Tiffert machte aber keinen Hehl daraus, dass auch ein neuer Trainer die Defizite des Teams nicht beheben kann: "Wenn man den Trainer wechselt, ist es fünf vor zwölf. Das ist das letzte Mittel. Das hat jeder kapiert. Aber kapieren heißt nicht, dass man dann auch gewinnt."

SC Freiburg - 1. FC Kaiserslautern 2:0 (2:0)
1:0 Guédé (8.)
2:0 Makiadi (14.)
Freiburg: Baumann - Mujdza, Diagné (46. Krmas), Ginter, Sorg - Makiadi, Schuster - Schmid, Daniel Caligiuri (60. Jendrisek) - Freis, Guédé (72. Reisinger)
Kaiserslautern: Sippel - Dick, Yahia, Rodnei, Bugera - Borysiuk - Sahan, De Wit (72. Swierczok), Tiffert, Fortounis (77. Shechter) - Derstroff
Schiedsrichter: Meyer
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Diagné (2), Freis (2) - Borysiuk

luk/sid



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