Beckenbauer-Vertrauter Radmann bestreitet Korruption

"Ich bin bereit, dies sogar zu beeiden": Der Beckenbauer-Vertraute Fedor Radmann hat bestritten, dass vor der Vergabe der WM 2006 nach Deutschland Stimmen gekauft worden seien.

Berater Radmann (r.): "Wir haben keine Stimmen gekauft"
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Berater Radmann (r.): "Wir haben keine Stimmen gekauft"


Der ehemalige Vizepräsident des deutschen Organisationskomitees der Fußballweltmeisterschaft 2006, Fedor Radmann, hat Korruption im Zusammenhang mit der Vergabe der Endrunde vor neun Jahren vehement bestritten. "Das Bewerbungskomitee hat niemals irgendjemanden bestochen. Ich bin bereit, dies sogar zu beeiden. Wir haben keine Stimmen gekauft", sagte der 71-Jährige dem TV-Sender Sky Sport News.

Der SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass das OK eine schwarze Kasse eingerichtet hatte, in die der damalige Adidas-Vorstandschef Robert Louis-Dreyfus 10,3 Millionen Schweizer Franken eingezahlt haben soll.

Radmann ist ein langjähriger Vertrauter von Franz Beckenbauer, damals Chef der deutschen WM-Bewerbung und des OK für die WM 2006. Zusammen hatten die beiden im Vorfeld der WM-Vergabe Reisen in zahlreiche Länder unternommen, um auf Stimmenfang für die deutsche WM-Bewerbung zu gehen.

Am Ende setzte sich die Kandidatur des DFB bei der Abstimmung im Exekutivkomitee des Weltverbandes Fifa am 6. Juli 2000 in Zürich mit 12:11 Stimmen hauchdünn gegen den letzten verbliebenen Rivalen Südafrika durch.

rae/sid



insgesamt 17 Beiträge
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schilichote 17.10.2015
1.
Dann soll er es beeiden. Mit allen Konsequenzen, falls es sich falscher Eid herausstellen sollte. Nur zu sagen man _würde_ es beeiden, ist nicht mehr als "Angriff ist die beste Verteidigung" und ein Versuch den Journalisten den Wind aus den Segeln zu nehmen.
xenoxx 17.10.2015
2. Merkwürdig!
Gestern noch Schlagzeile Nummer Eins, dazu weitere gefühlte 20 Berichte, Sondersendungen im TV … Und heute? Da schafft es die Korruptionsmutmassung noch gerade in den Sportteil. Woran liegt das wohl? Vielleicht doch viel heisse Luft - oder aber es interessiert allenfalls die journalistische Kaste und sonst niemanden. Mir jedenfalls ist es völlig gleichgültig, auf welchen Wegen vor weit über 10 Jahren die Entscheidung für Deutschland zu Stande kam. Und wer da glaubt, «der Sport wäre sauber», verdient allenfalls ein mitleidiges Lächeln.
Tolotos 17.10.2015
3. Hätte man bei der FIFA den überhaupt eine WM ohne Bestechung bekommen?
Aus der Sicht der FIFA-Funktionäre haben die sich doch vermutlich nur das bezahlen lassen, über das sie die Verfügungsgewalt hatten! Und in Deutschland wären sie dafür vermutlich auch nicht bestraft worden!
mattoregiert 17.10.2015
4. Wer schwarze Kassen
hat führt meist übles im Schilde ! Es ist Zeit alle von den Trögen zu vertreiben . Entweder unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren so stark kriminalisiert, oder unsere Wahrnehmung hat sich verschärft.Nach dem Radsport nun der Fußball , hier kichern bestimmt die Funtionäre anderer Sportarten.....
raber 17.10.2015
5. Bewerbungskomitee über Handlanger
Vielleicht hat er sogar Recht. Kann ja sein, dass das Bewerbungskomitee niemals jemanden bestochen hat. Aber andere können es ja für das Bewerbungskomitee gemacht haben. Die werden dann einfach dazwischengeschoben. Jetzt bräuchte man einen Whistleblower.
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