Enttäuschende Heim-WM Aus für Brasiliens Trainer Scolari

1:7 gegen Deutschland, 0:3 gegen die Niederlande: Nach zwei desolaten Spielen zum Ende der WM muss Brasiliens Coach Luiz Felipe Scolari gehen. Der Verband gab das Ende der Zusammenarbeit bekannt.

Scolari: Rücktritt vom Trainerposten
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Scolari: Rücktritt vom Trainerposten


Hamburg - Der brasilianische Fußball-Verband CBF hat am Montagabend das Ende der Zusammenarbeit mit Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari bekanntgegeben. Der 65-Jährige hatte nach der für den Gastgeber enttäuschenden WM erklärt, er überlasse die Entscheidung über seine Zukunft der CBF-Führung.

In einer Stellungnahme auf der Homepage des CBF hieß es am Montagabend: "Scolari und sein gesamtes Trainerteam verdienen unseren Respekt und unsere Dankbarkeit. Er hat dem brasilianischen Volk die Liebe zur Seleção zurückgegeben. Auch wenn er das große Ziel nicht erreicht hat." Neben dem Chefcoach müssen auch Carlos Alberto Parreira als Technischer Direktor der Seleção sowie der komplette Trainerstab gehen.

Die Brasilianer hatten sich zuletzt mit dem 1:7 im Halbfinale gegen Deutschland - der höchsten Länderspiel-Niederlage in der 100-jährigen Geschichte der CBF - und mit dem 0:3 gegen die Niederlande im Spiel um Platz drei blamiert. Der angepeilte sechste WM-Titel wurde klar verpasst.

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Spiel um WM-Platz drei: Ein Sturz, ein Schuss, ein schlimmes Ende
Scolaris Vertrag wäre nach der WM ohnehin ausgelaufen. Er hatte zunächst dennoch nicht von einem Rücktritt reden wollen. Der Chefcoach und sein Mitstreiter Parreira hatten ihre Arbeit wortreich verteidigt und wollten keine Fehler einräumen. Daraufhin waren sie von den Medien noch vehementer kritisiert worden.

Hinter den Kulissen ging es beim CBF zuletzt ähnlich drunter und drüber wie auf dem Platz. Der designierte Präsident Marco Polo Del Nero hatte sich für einen Verbleib des einst so beliebten "Felipão" ausgesprochen, zumindest für die nächsten Testspiele. Nach der klaren Niederlage im Spiel um Platz drei sagte hingegen Noch-Verbandschef José Maria Marin, die Situation mit Scolari sei unhaltbar.

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Als Nachfolgekandidaten gelten Adenor "Tite" Bachi (zuletzt Corinthians São Paulo) und U20-Nationaltrainer Alexandre Gallo. Am 5. September steht in Miami gegen Kolumbien das nächste Länderspiel an, danach geht es gegen Ecuador und im Oktober gegen Argentinien und die Türkei. 2015 steht die Copa América an. Auch ein ausländischer Trainer ist ein Thema, wäre allerdings ein Novum in Brasilien.

Scolari hatte sein Amt Ende November 2012 als Nachfolger des entlassenen Mano Menezes angetreten. Die Bilanz seiner zweiten Amtszeit lautete am Ende 19 Siege in 29 Spielen, sechs Unentschieden und vier Niederlagen.

luk/dpa



insgesamt 42 Beiträge
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Zensi Erter 15.07.2014
1. Man muss schon sehr arrogant sein...
Zitat von sysopREUTERS1:7 gegen Deutschland, 0:3 gegen die Niederlande: Nach zwei desolaten Spielen zum Ende der Weltmeisterschaft muss Brasiliens Trainer Luiz Felipe Scolari gehen. Der Verband gab das Ende der Zusammenarbeit bekannt. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-wm-brasilien-macht-ohne-trainer-scolari-weiter-a-981042.html
...um einen 4. Platz in einer WM als "enttäuschend" zu bezeichnen.
schriftsetzer 15.07.2014
2. Egomanie...
...alleine bringt es eben nicht. Sich als Trainer als den Übringer der "Heilsbotschaft" (= Titelgewinn) zu stilisieren, kommt nicht gut an. Bestes Beispiel ist van Gaal: er wollte als der Taktiker unter den Trainern in die Geschichte eingehen, und stellte seine Persönlichkeit und seinen Ruhm vor den der Mannschaft... und steht, wie Scolari, mit leeren Händen da. Da sage noch einer was gegen Löw... ;-)
hatschon 15.07.2014
3. Scolari
Harald der ganzen Linie versagt . Es reicht heute nicht mehr ein paar Stars zu haben und dann zu denken sie schlagen jede Mannschaft . Algerien hätte Brasilien an die Wand gespielt . Der Trainer tut mir nicht leid die Mannschaft schon .
KölnerEinwohner 15.07.2014
4. Richtig so
Wer eine solch desolate Leistung abliefert muß gehen. In Deutschland hätte man vermutlich auch den vierten Platz gefeiert, aber es gilt nun mal das Motto: Der Zweite ist der erste Verlierer. Alles andere als der Titel ist bei solchen Turnieren nicht akzeptabel.
brotherandrew 15.07.2014
5. Sein ...
... Vertrag wäre eh ausgelaufen. Also eine Meldung, die keine ist. Der Mann ist 65 und steht nicht für den Neuanfang, den die brasilianische NM dringend benötigt. Von daher ein logischer Schritt. Dennoch soll man nicht vergessen, dass er 2002 Brasilien zum Titel geführt hat.
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