Fergusons "Fummel"-Affäre "Eine Anklage wäre lächerlich"

Die Vorwürfe sind schwerwiegend. Der englische Fußballcoach Alex Ferguson soll eine junge Südafrikanerin sexuell belästigt haben. Die Staatsanwaltschaft glaubt der Frau jedoch nicht und wird den Fall wohl zu den Akten legen.


Alex Ferguson: "Unwahre Behauptungen"
AFP

Alex Ferguson: "Unwahre Behauptungen"

Kapstadt - "Eine Anklage in diesem Fall, der Zeitverschwendung für uns alle war, wäre lächerlich", sagte ein Sprecher der südafrikanischen Staatsanwaltschaft am Sonntag. Die Programmiererin Nadia Abrahams hatte Ferguson bei der Polizei angezeigt.

Der ominöse Vorfall soll sich in der Nacht zu Freitag in Kapstadt ereignet haben. Ferguson, Temmanager des englischen Spitzenclubs Manchester United, hielt sich in Südafrika auf, um einen dort lebenden Sohn und die Fußball-Akademie des ehemaligen "ManU"-Torwarts Gary Bailey zu besuchen.

Offenbar fühlte sich Abrahams bei einer gemeinsamen Autofahrt nach einer Feier im Jazzclub "Manenberg's" von Ferguson belästigt und zeigte den 60-Jährigen an. Der Fußballcoach hatte sich von Beginn der Affäre an gegen die Vorwürfe gewehrt und jegliche Schuld bestritten.

"Meine Freundin befindet sich in einem Schockzustand"

In einer am Samstag von Ferguson verbreiteten Erklärung hieß es, die "unwahren" Anschuldigungen gegen ihn würden "jeder Grundlage" entbehren. "Diese Geschichte haben sich die Dame und ihr Freund wohl ausgedacht, um sie für viel Geld an Zeitungen in England zu verkaufen", vermutet Ferguson, der Manchester United 1999 zum Sieg in der Champions League geführt hatte.

Abrahams Freund Brian Ebden hatte am Freitagmorgen nicht nur die 21-Jährige zur Polizeistation in Camps Bay begleitet, sondern auch mit der britischen "Mail on Sunday" einen Exklusivvertrag über rund 120.000 Euro abgeschlossen. "Meine Freundin befindet sich in einem Schockzustand. Ich denke nicht, dass Ferguson damit davon kommt", sagte der Mitbesitzer des Kapstädter Mother City Football Clubs der südafrikanischen "Sunday Times".

"Ich kannte die Frau vorher nicht"

Ferguson erklärte weiter, dass die Frau ihm nach der Party eine Mitfahrgelegenheit zum Hotel in ihrem Fahrzeug angeboten habe. Er habe sich aber nicht, wie in der Anzeige behauptet wird, zu ihr in den Wagen gezwängt. "Die Frau hat mich auf der Feier angesprochen, ich kannte sie vorher nicht. Im Rückblick wäre es besser gewesen, ich hätte mich nach Ende der Feier an die Personen gehalten, die ich schon vorher kannte", sagte Ferguson.

"In der Öffentlichkeit stehende Personen müssen sich immer des Risikos bewusst sein, dass sie auf diese Weise reingelegt werden sollen", räumte Ferguson ein. Dessen Anwalt Alex Abercrombie bezeichnete die Vorwürfe gegen den Schotten als "haltlos". Abercrombie gab zwar zu, dass sein Klient "das Bein einer jungen Frau berührt haben könnte". Zugleich betonte der Anwalt jedoch, dass die mögliche Kontakt nicht vorsätzlich geschehen wäre.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.