Fernsehrechte Schlechte Karten für Kirch

Die angekündigte Klage der KirchGruppe gegen die EU-Kommission wegen angeblicher Wettbewerbsverzerrung stößt bei der Brüsseler Behörde auf Unverständnis.


Leo Kirch hat allen Grund zu klagen
DPA

Leo Kirch hat allen Grund zu klagen

Brüssel - "Wir sehen überhaupt keine Basis für ein solches Vorgehen und haben bisher auch keine offizielle Mitteilung erhalten", erklärte ein Mitarbeiter der EU-Kommission zu einem möglichen Prozess vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH).

Die KirchGruppe hatte angekündigt, gegen die EU klagen zu wollen. Die Münchner Rechtehändler wehren sich gegen den von der EU genehmigten Beschluss der britischen Regierung, dass die kompletten Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein müssen. "Das verletzt die Eigentumsrechte der KirchGruppe", hieß es dazu in München.

Die KirchGruppe muss 3,4 Milliarden Mark refinanzieren

Der zuständige britische Kultur- und Medienminister Chris Smith beruft sich hingegen auf eine Genehmigung der EU und einen eigenen Regierungserlass aus dem Jahre 1996. An der Free-TV-Regelung hat die KirchGruppe, die gemeinsam mit der Schweizer Marketing-Gruppe ISL die Übertragungsrechte für die beiden nächsten Weltmeisterschaften von der Fifa für 3,4 Milliarden Mark erworben hatte, jedoch nur ein geringes Interesse.

Nur mit dem Verkauf der Sendelizenzen an Pay-TV-Sender lässt sich das ganz große Geld machen. Das Münchner Unternehmen möchte die England-Rechte für beide Fußball-Turniere auch dem Kabelsender BSkyB anbieten, der nur mit einem Decoder zu empfangen ist.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.