Fifa-Boss Blatter will für vierte Amtszeit kandidieren

Sepp Blatter hat noch lange nicht genug: Er werde sich nächstes Jahr erneut zur Wahl stellen, sagte der Fifa-Boss. Da passte es bestens, dass er auf dem Kongress in Johannesburg einen fetten Gewinn des Weltverbandes vermelden konnte.

Fifa-Präsident Blatter mit WM-Pokal: "Seid ihr jetzt nicht alle glücklich?"
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Fifa-Präsident Blatter mit WM-Pokal: "Seid ihr jetzt nicht alle glücklich?"


Johannesburg - "Ich habe meine Aufgabe noch nicht erfüllt. Ich werde meine ganze Kraft, Energie und Leidenschaft aufbringen und bin bereit für eine weitere Amtszeit", sagte Sepp Blatter auf dem Fifa-Kongress in Johannesburg. Sollte der Schweizer im Juni 2011 gewählt werden, wär es nach 1998, 2002 und 2007 seine vierte Amtszeit. Ob es seine letzte sein werde, ließ Blatter allerdings offen.

Als möglicher Gegenkandidat gilt Mohamed bin Hammam aus Katar, der Chef der asiatischen Konföderation AFC. Einen Seitenhieb auf einige Exekutivmitglieder, die 2002 den Aufstand gegen ihn geprobt hatten, konnte Blatter sich nicht verkneifen: "Es gab Kräfte, die mich rausschmeißen wollten. Es hat zwei Amtszeiten gedauert, ehe der Präsident von allen akzeptiert wurde. Es spricht nicht gerade für Fair Play, wenn der gewählte Präsident infrage gestellt wird", sagte der 74-Jährige.

Vor der Bekanntgabe seiner Kandidatur konnte Blatter beeindruckende Zahlen präsentieren: Die Fifa hat erstmals in ihrer 106-jährigen Geschichte die Schallmauer von einer Milliarde US-Dollar Eigenkapital (1,061 Milliarden) durchbrochen. Im vergangenen Jahr machte der Weltverband 196 Millionen US-Dollar Gewinn. "Seid ihr jetzt nicht alle glücklich? Das sind wunderbare Zahlen", sagte Blatter.

So erhält jeder der 208 Fifa-Mitgliedsverbände für 2009 eine Bonuszahlung von 250.000 US-Dollar, jede der sechs Konföderationen bekommt 2,5 Millionen US-Dollar.

Der Kongress schien beinahe wie die Aktionärsversammlung eines Weltkonzerns, Blatter bezeichnete die Delegierten der Mitgliedsverbände als "Shareholders". Auch Fifa-Exekutivmitglied Franz Beckenbauer war angesichts des Gewinns beeindruckt: "Die Weltwirtschaft steckt in einer Krise, und die Fifa präsentiert Rekordzahlen. So etwas gibt es nur im Fußball. Das sind natürlich auch für die Mitgliedsverbände sehr erfreuliche Summen. Und man kann damit rechnen, dass - wenn es der Weltwirtschaft wieder besser geht - die Einnahmen noch höher werden", so Beckenbauer.

Da lässt es sich anscheinend auch verschmerzen, dass die Fifa-Agentur "Match" bei der WM 2010 in Südafrika ein dickes Minus gemacht hat, weil 38.000 der teuren Hospitality-Tickets nicht abgesetzt werden konnten. Auch die Hotelbuchungen für die Endrunde erfüllten bei weitem nicht die Erwartungen. "Match geht es finanziell nicht gut, aber die Fifa wird sie nicht hängen lassen", sagte Beckenbauer.

hut/sid



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