Suspendierter Fifa-Chef Blatter legt Einspruch gegen Sperre ein

Eigentlich wollte Joseph Blatter nicht gegen seine 90-Tage-Sperre vorgehen. Doch nach juristischen Beratungen hat sich der Fifa-Boss anders entschieden: Es sei Einspruch eingereicht worden, sagte sein Anwalt.

Joseph Blatter: Gesperrter Fifa-Chef wehrt sich
AFP

Joseph Blatter: Gesperrter Fifa-Chef wehrt sich


Fifa-Präsident Joseph Blatter wehrt sich gegen seine Sperre durch die Ethikkommission des Fußball-Weltverbands: Ein Einspruch gegen das Urteil sei eingereicht worden, sagte Blatters Anwalt Richard Cullen der Nachrichtenagentur dpa am frühen Freitagmorgen.

Über den Einspruch muss nun die Fifa-Berufungskommission unter dem Vorsitzenden Larry Mussenden von den Bermudas befinden. Blatters Berater Klaus J. Stöhlker hatte zunächst erklärt, ein Einspruch mache "keinen Sinn".

Blatter musste am Donnerstagabend nach 6331 Tagen im Amt sein Büro auf dem Zürichberg räumen. Die Fifa-Ethikkommission sperrte ihn für 90 Tage und begründete dies mit dem Verdacht auf Verstöße des 79-Jährigen gegen den Fifa-Ethikcode. Hintergrund sind die Korruptionsermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft.

Auch Uefa-Präsident Michel Platini wurde von der Fifa für 90 Tage suspendiert. Er kündigte bereits an, gegen die Sanktion vorzugehen und Berufung einzulegen.

Folgen der Sperre

Der Bann gegen Blatter und Platini kann noch um maximal 45 Tage ausgedehnt werden. Während der Zeit einer Sperre sind beide Top-Funktionäre von allen Fußballaktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene ausgeschlossen.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte vor zwei Wochen ein Strafverfahren gegen Blatter unter anderem wegen des Verdachts der "ungetreuen Geschäftsbesorgung" eingeleitet. Im Kern geht es um eine Millionenzahlung an Platini und TV-Geschäfte mit dem früheren Fifa-Vize Jack Warner, der WM-Rechte für die Karibik für 600.000 Dollar und damit deutlich unter dem Marktwert erhalten haben soll.

Blatter und Platini gesperrt

aar/dpa



insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dr. ch. bernhart 09.10.2015
1. Entscheid gegen Blatter ist unhaltbar
Es ist durch Dokumente bewiesen, dass Platini 2 Millionen von der Fifa erhalten hat. Die Bundesanwaltschaft stuft die übereinstimmende Erklärung, dass es sich um Bezahlung für geleistete Arbeit hat, als unglaubwürdig ein. Eine solche Schlussfolgerung ist vertretbar, da die geleistete Arbeit nicht substantiiert werden konnte. Das begründet einen einfachen Tatverdacht auf eine strafbare Handlung, Möglich ist, dass Platini Blatter erpresst hat (vielleicht mit der Affaire mit der ehemaligen Freundin von Rolando) oder Blatter Platini bestochen hat (damit er nicht als Präsident kandidiert.) mehr wissen wir nicht. Die Bundesanwaltschaft wird das seriös untersuchen, anders als Platini, der in Frankreich als Heiligtum angesehen wird, und bereits freigesprochen worden ist, sehen wir das Ganze unvoreingenommen. Nach schweizer Recht ist die angeordnete Suspension zu diesem Zeitpunkt rechtswidrig. Sie verletzt die Unschuldsvermutung. Das Gerichtsurteil muss abgewartet werden. Ferner wurde der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt Wenn Blatter erpresst wurde, hat er sich nicht strafbar gemacht. Wenn Blatter Platini bestochen hat, ist das nach Schweizer nicht strafbar. Nur die Bestechung von Amtspersonen ist hier strafbar. Zudem besteht ein Rechtfertigungsgrund, wenn er damit weiteren Schaden von der Fifa fernhalten wollte, weil er meinte eine Präsidentschaft Platinis würde die Fifa ruinieren Die ganze Affaire belastet strafrechtlich nur Platini. Der deutsche Fussballverband unterstützt ihn. Das beweist nur deren Naivität. Jedenfalls kann die Rettung der Fifa nicht durch den "guten weissen Mann" kommen.
citi2010 09.10.2015
2.
Unfassbar. Bei Platini genau dasselbe. Und Niersbach stützt den Katar Freund noch.
thunderstorm305 09.10.2015
3. Hier handelt es sich um eine Mafia.
Vermutlich muss man Herrn Blatter tatsächlich in Handschellen abführen und selbst dann wäre er wohl der Meinung aus dem Gefängnis heraus die FIFA leiten zu können. Es ist sehr erstaunlich dass die europäischen Ermittlungsbehörden nichts zur Aufklärung beigetragen haben, sondern die Amerikaner. Nun ist es an der Zeit der FIFA klar zu machen, dass nun Schluss ist. Eine Mafia im internationalen Fußball ist nicht zu akzeptieren. Die gesamte Führungsriege gehört abgesetzt und durch ein internationales Team von Experten ersetzt. Das gleiche muss für die nationalen Verbände gelten. Jedem korrupten Mitgliedsverband gehört ein Aufseher zur Seite, der ermittelt und den nationalen Verband überwacht. Anders wird man dieser Mafia nicht Herr werden.
Eppelein von Gailingen 09.10.2015
4. Blatter war vielleicht mal ein bißchen Vorzeige-Schweizer
Wie er sich gegenwärtig aufführt, untermalt von diesem Artikelbild, könnte er in Hollywood neben Michael Douglas einen "Berber" oder "Clochard" spielen. Tricksereien verschlechtern sein ohnehin ramponiertes Ansehen zusätzlich. Sein Veto gegen die Sperre von 90 Tagen kann auch noch um 45 Tage verlängert werden. Das wäre die richtige Antwort der Ethikkommission. ---Zitat--- Blatters Berater Klaus J. Stöhlker hatte zunächst erklärt, ein Einspruch mache "keinen Sinn". ---Zitatende--- Was also soll das Theater von Blatter & Platini.
antiru 09.10.2015
5. Es reicht
Wieviel Schaden möchte Blatter noch anrichten? Soll er sich zur Ruhe ins Ausland absetzen und mit seinem ehrlich verdienten Geld glücklich bis an sein Lebensende dahin vegetieren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.