Nach Kongressbeschluss Fifa-Chefaufseher Scala tritt zurück

Die Fifa kommt auch unter ihrem neuen Präsidenten nicht zur Ruhe: Chefaufseher Domenico Scala ist zurückgetreten. Er sei nach einem umstrittenen Kongressbeschluss "konsterniert", sagte er.
Domenico Scala

Domenico Scala

Foto: HENRY ROMERO/ REUTERS

Die Fifa und ihr neuer Präsident Gianni Infantino müssen einen empfindlichen Rückschlag in ihren Reformbemühungen hinnehmen. Chefaufseher Domenico Scala hat nach einer umstrittenen Entscheidung des Fußball-Weltverbands beim Kongress in Mexiko-Stadt seinen Rücktritt erklärt.

Der Schweizer reagierte damit auf den Beschluss, dass der Fifa-Council für ein Jahr ermächtigt wurde, Mitglieder der eigenen Kontrollinstanzen zu benennen oder zu entlassen. Diese Aufgaben obliegen eigentlich dem Kongress, der Versammlung der 211 Fifa-Mitgliedsverbände.

"Die Gremien werden damit faktisch ihrer Unabhängigkeit beraubt und drohen zu Erfüllungsgehilfen derjenigen zu werden, die sie eigentlich überwachen sollten", schrieb der Vorsitzende der Audit- und Compliance-Kommission in seiner Rücktrittserklärung.

Scala: "Bin konsterniert"

Die nach vielen Skandalen um Reputation kämpfende Fifa verliert damit ihren wichtigsten Mitarbeiter für die angestrebte Reformagenda. Für Infantino ist der Rücktritt Scalas eine schwere Niederlage. Zumal der als integer geltende Schweizer die Reformbereitschaft des Weltverbands unter Infantino infrage stellte.

"Ob die verabschiedeten [sic] Reformpunkte nun tatsächlich mit Fleisch und Blut gefüllt werden, bleibt derzeit offen", schrieb Scala: "Ich bin über diesen Entscheid konsterniert, da damit eine zentrale Säule der Good Governance der Fifa untergraben und eine wesentliche Errungenschaft der Reformen zunichte gemacht wird."

Eine Reaktion der Fifa stand vorerst noch aus. Infantino befand sich zum Zeitpunkt des Rücktritts auf der Rückreise vom Kongress.

jan/dpa
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