Nach Kongressbeschluss Fifa-Chefaufseher Scala tritt zurück

Die Fifa kommt auch unter ihrem neuen Präsidenten nicht zur Ruhe: Chefaufseher Domenico Scala ist zurückgetreten. Er sei nach einem umstrittenen Kongressbeschluss "konsterniert", sagte er.

Domenico Scala
REUTERS

Domenico Scala


Die Fifa und ihr neuer Präsident Gianni Infantino müssen einen empfindlichen Rückschlag in ihren Reformbemühungen hinnehmen. Chefaufseher Domenico Scala hat nach einer umstrittenen Entscheidung des Fußball-Weltverbands beim Kongress in Mexiko-Stadt seinen Rücktritt erklärt.

Der Schweizer reagierte damit auf den Beschluss, dass der Fifa-Council für ein Jahr ermächtigt wurde, Mitglieder der eigenen Kontrollinstanzen zu benennen oder zu entlassen. Diese Aufgaben obliegen eigentlich dem Kongress, der Versammlung der 211 Fifa-Mitgliedsverbände.

"Die Gremien werden damit faktisch ihrer Unabhängigkeit beraubt und drohen zu Erfüllungsgehilfen derjenigen zu werden, die sie eigentlich überwachen sollten", schrieb der Vorsitzende der Audit- und Compliance-Kommission in seiner Rücktrittserklärung.

Scala: "Bin konsterniert"

Die nach vielen Skandalen um Reputation kämpfende Fifa verliert damit ihren wichtigsten Mitarbeiter für die angestrebte Reformagenda. Für Infantino ist der Rücktritt Scalas eine schwere Niederlage. Zumal der als integer geltende Schweizer die Reformbereitschaft des Weltverbands unter Infantino infrage stellte.

"Ob die verabschiedeten [sic] Reformpunkte nun tatsächlich mit Fleisch und Blut gefüllt werden, bleibt derzeit offen", schrieb Scala: "Ich bin über diesen Entscheid konsterniert, da damit eine zentrale Säule der Good Governance der Fifa untergraben und eine wesentliche Errungenschaft der Reformen zunichte gemacht wird."

Eine Reaktion der Fifa stand vorerst noch aus. Infantino befand sich zum Zeitpunkt des Rücktritts auf der Rückreise vom Kongress.

jan/dpa



insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Bürger Icks 14.05.2016
1. Zumachen, den Saftladen!
Die Fusballspeielr dieser Welt werden dadurch das Fussballspielen schon nicht verlernen, und auch weiter spielen wollen, dazu braucht es keine korrupte MAFIFA! Lasst die FIFA sterben, und der Fussball wirds euch Danken!
deglaboy 14.05.2016
2. OHA es gibt noch Männer, die den Arsch in der Hose haben...
Scala for Kanzler! Solche Leute brauchen wir! Was haben wir stattdessen? Maas, Nahles, Altmaier, Stegner, Gabriel, Roth, Peters...kurzum das nackte Grausen. Welcher andere Staat, ausser Nordkorea, leistet sich eine solch peinliche "Elite"?
Levator 14.05.2016
3. Kein Wunder
bei dem was Infantino so abzieht. Wenigstens hat es wohl Einer begriffen, dass mit diesem "Klub" in der Vita nirgendwo mehr auch nur ein Blumentopf zu gewinnen ist..
karlbe 14.05.2016
4. Offensichtlich...
gab es bei der FIFA doch einen Mann mit Rückgrat. Schade, dass der nun zurückgetreten ist.
experte1305 14.05.2016
5. Da wird die Fifa- Mafia aber furchtbar
enttäuscht sein, und sich vor einen Zug werfen. Der dann natürlich rückwärts fährt!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.