Fifa-Entscheidung Ozeanien verliert Stimmrecht bei WM-Vergabe

Der Fußball-Weltverband Fifa wird am Donnerstag mit nur 22 Mitgliedern über die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 abstimmen. Weil der wegen vermeintlicher Bestechlichkeit suspendierte Reynald Temarii seine Schuld nicht eingesteht, hat Ozeanien nun keine Stimme mehr.
Fußball-Weltverband Fifa: Eine Stimme weniger bei der WM-Vergabe

Fußball-Weltverband Fifa: Eine Stimme weniger bei der WM-Vergabe

Foto: Steffen Schmidt/ AP

Hamburg - Neues Kapitel bei der Abstimmung zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022: Der Verband Ozeanien hat bei der entsprechenden Sitzung des Weltverbandes Fifa am Donnerstag kein Stimmrecht mehr. Damit entscheiden nur noch 22 der ursprünglich 24 Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees darüber, in welches Land die Welt-Titelkämpfe vergeben werden.

Hintergrund sind die Korruptionsvorwürfe gegen die beiden Exekutivkomitee-Mitglieder Reynald Temarii aus Tahiti und Amos Adamu aus Nigeria, die einem Artikel der "Sunday Times" zufolge angeboten hatten, ihre Stimmen bei der Entscheidung über die Vergabe der Turniere 2018 und 2022 zu verkaufen. Daraufhin wurden beide von der Fifa-Ethikkommission gesperrt. Temarii wurde ein Jahr lang von allen Aktivitäten im Fußball ausgeschlossen, Adamu für drei Jahre. Sie dürfen damit weder im Weltverband noch in ihren kontinentalen und nationalen Verbänden tätig sein.

Temarii, Vertreter des ozeanischen Verbandes, sollte nach dem Willen der Fifa seine Schuld eingestehen und das Strafmaß akzeptieren. Im Gegenzug hätte Ozeanien bei der Abstimmung am Donnerstag einen Ersatzkandidaten benennen können. Anders als Afrika, das wegen Adamu eine Stimme definitiv verloren hatte. Doch Temarii ließ sich auf den Deal nicht ein und besteht auf sein Recht auf Berufung.

Australien verliert sichere Stimme bei der WM-Bewerbung 2022

"Ich habe beschlossen, auf mein Grundrecht nicht zu verzichten, um meine Ehre, Würde und Integrität wiederherzustellen", schrieb Temarii in einem vom ozeanischen Verband veröffentlichten Brief. "Ich warte auf eine Begründung der Fifa-Entscheidung, um Berufung einlegen zu können", so Temarii weiter.

David Chung aus Papua Neuguinea, der Temarii bei den WM-Vergaben für Ozeanien hätte ersetzen sollen, reagierte diplomatisch auf die für Temarii "unter schwierigen Umständen" gefallene Entscheidung. "Ozeanien wird keine Stimme bei der Vergabe am zweiten Dezember in Zürich haben, aber akzeptiert die Entscheidung von Reynald Temarii", sagte Chung.

Damit verliert Australien, das sich um die WM 2022 bewirbt, eine sichere Stimme. Auch die USA, Katar, Südkorea und Japan wollen die Titelkämpfe 2022. Um das Turnier 2018 kämpfen England, Russland und mit Gemeinschaftsbewerbungen Belgien und die Niederlande sowie Spanien und Portugal.

ham/AP
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