Umstrittener Fifa-Ermittler Lauber Erst Urlaub, dann Rücktritt

Indiskretionen und Ermittlungspannen im Fifa-Komplex werden Michael Lauber vorgeworfen. Nun hat er seinen Rücktritt für Ende Januar 2021 angekündigt. Seinen Posten wird er aber deutlich früher verlassen.
Michael Lauber räumt seinen Posten bei der Schweizer Bundesanwaltschaft

Michael Lauber räumt seinen Posten bei der Schweizer Bundesanwaltschaft

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PETER KLAUNZER/EPA-EFE/Shutterstock

Der wegen seiner Ermittlungsmethoden im Fifa-Komplex umstrittene Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber hat für Ende Januar 2021 seinen Rücktritt eingereicht. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Bundesanwaltschaft verkündet, dass der 54-Jährige diesen Schritt angeboten habe. Seinen Posten räumt Lauber allerdings aufgrund von Urlaubsansprüchen schon im August.

Die Aufsichtsbehörde hatte den obersten Schweizer Ankläger unter anderem wegen heimlicher und undokumentierter Treffen mit dem Präsidenten des Fußball-Weltverbands, Gianni Infantino, während der laufenden Ermittlungen gerügt und ihm eine Verletzung seiner Amtspflichten und unwahre Aussagen vorgeworfen. Lauber weist das zurück. Er hatte sich monatelang gegen die Vorwürfe gewehrt und auch beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingelegt.

Bei den Ermittlungen geht es unter anderem um die Vergaben der Fußball-WM 2018 und 2022.

Auch beim Sommermärchen-Prozess gegen frühere deutsche Fußballfunktionäre wegen dubioser Zahlungen im Zusammenhang mit der WM 2006 in Deutschland hatte Lauber keine gute Figur gemacht. Seine Behörde verschleppte die Ermittlungen so lange, bis nicht mehr genügend Zeit für einen Prozess war und die Anklagepunkte vor wenigen Wochen verjährten. Die Angeklagten wollten sämtliche Vorwürfe in den Verfahren widerlegen und setzten auf einen Freispruch.

 

svs/dpa
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