Gianni Infantino Fifa-Ethikkommission ermittelt gegen Fifa-Boss

Gianni Infantino bekommt Ärger: Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbands hat nach SPIEGEL-Informationen Ermittlungen gegen den Verbandspräsidenten aufgenommen. Er soll auf eine Funktionärswahl Einfluss genommen haben.

Gianni Infantino
AP

Gianni Infantino

Von


Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes Fifa ermittelt gegen den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino. Wie der SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe berichtet, wird der 47-Jährige verdächtigt, die Präsidentschaftswahl des afrikanischen Kontinentalverbandes CAF beeinflusst und damit gegen den Ethikkodex des Verbands verstoßen zu haben. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 18/2017
Der große SPIEGEL-Vergleich: Deutschlands ungerechte Schulen

Infantino soll sich für den Kandidaten Ahmad Ahmad aus Madagaskar eingesetzt haben, der bei der Wahl am 16. März in Addis Abeba gegen den bisherigen Amtsinhaber Issa Hayatou aus Kamerun gewann. In diesem Zusammenhang steht der Besuch Infantinos auf einer Party in Simbabwes Hauptstadt Harare im Fokus, die von Ahmads Kampagnenmanager veranstaltet wurde. Das Ethikreglement sieht vor, dass sich jeder Funktionär "politisch neutral" verhält.

Die Fifa äußerte sich auf Anfrage des SPIEGEL nicht zu der Reise nach Simbabwe. Sie teilte mit, alle Geschäftsreisen seien in Übereinstimmung mit den Fifa-Regularien unternommen worden: "Regelmäßige Besuche der Mitgliedsverbände" der Fifa seien Teil der Pflichten des Fifa-Präsidenten. Die Ethikkommission sagte, dass derzeit keine Untersuchung gegen den Fifa-Präsidenten laufe. Allerdings fügte sie hinzu, dass sie zum Schutze aller Untersuchungen keine Angaben machen könne, ob "gegen eine Person eine Voruntersuchung eingeleitet wurde".

Nach Informationen des SPIEGEL sprach die Untersuchungskammer im Rahmen der Ermittlungen bereits mit Zeugen, darunter einem ehemaligen Mitarbeiter der Fifa, der Infantino angezeigt hat und seine Vorwürfe im Gespräch mit dem SPIEGEL wiederholte. Infantino steht damit zum zweiten Mal in seiner 14-monatigen Amtszeit im Mittelpunkt von Ermittlungen der verbandseigenen Justiziare. Im Vorjahr hatte die Ethikkommission das Verfahren eingestellt.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht und welche Geschichten Sie bei SPIEGEL+ finden, erfahren Sie auch in unserem kostenlosen Politik-Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von den politischen Köpfen der Redaktion.

insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
robana 29.04.2017
1. Auflösen
Diesen - für meine Begriffe - durch und durch korrupten 'Verein' sollte man auflösen. Es würde doch reichen, wenn 4 oder 5 europäische Verbande einfach aussteigen. Aber solange man am System verdient ...
renewallich 29.04.2017
2. Wird es Konsequenzen geben?
Nein! Hat es jemals ernsthafte Konsequenzen gegeben? Nein. Also Ende der Diskussion.
John McC!ane 29.04.2017
3. Hat ernsthaft wer erwartet...
...dass jemand rechtschaffenes an die Macht kommt, wenn quasi der oberste Rat der Mafia das neue Oberhaupt wählt? Dieser Verein ist so durch und durch korrupt, dass ohne völlige Zerschlagung und Neuausrichtung keine Wendung zum Guten möglich erscheint!
thunderstorm305 29.04.2017
4. Mafia bleibt Mafia!
Wenn die USA hier nicht mit Ermittlungen begonnen hätten, wäre Herr Blatter wohl immer noch in Amt und Würden. Von Beckenbauer hört man auch nichts mehr in dieser Sache. Der Fußball in Form der UEFA und der FIFA sind durch und durch korrupt. Und das System der vielen kleinen Fußballverbände die am Ende das gleiche Stimmrecht haben wie die großen Ligen in Europa begünstigt diese Form der Korruption. Hier hat sich Herr Blatter eine schöne Form der Bereicherungsmöglichkeit geschaffen. Zu hoffen bleibt dass Europa endlich mit dieser Form der Mafia aufräumt.
H. Krämer 29.04.2017
5. Schleimig wirkender Typ
Jeder echt Fußballbegeisterter wird so einem Typen nur abgestoßen. Dem geht es sicher um viele Interessen bei dem was er macht, aber ganz sicher ist es nicht guter Fußball. Da wirken EU-Funktionäre im Vergleich zu Infantino noch richtig sympathisch.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.