Gianni Infantino Fifa-Ethikkommission ermittelt gegen Fifa-Boss

Gianni Infantino
Foto: Ivan Sekretarev/ APDie Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes Fifa ermittelt gegen den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino. Wie der SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe berichtet, wird der 47-Jährige verdächtigt, die Präsidentschaftswahl des afrikanischen Kontinentalverbandes CAF beeinflusst und damit gegen den Ethikkodex des Verbands verstoßen zu haben. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)
Infantino soll sich für den Kandidaten Ahmad Ahmad aus Madagaskar eingesetzt haben, der bei der Wahl am 16. März in Addis Abeba gegen den bisherigen Amtsinhaber Issa Hayatou aus Kamerun gewann. In diesem Zusammenhang steht der Besuch Infantinos auf einer Party in Simbabwes Hauptstadt Harare im Fokus, die von Ahmads Kampagnenmanager veranstaltet wurde. Das Ethikreglement sieht vor, dass sich jeder Funktionär "politisch neutral" verhält.
Die Fifa äußerte sich auf Anfrage des SPIEGEL nicht zu der Reise nach Simbabwe. Sie teilte mit, alle Geschäftsreisen seien in Übereinstimmung mit den Fifa-Regularien unternommen worden: "Regelmäßige Besuche der Mitgliedsverbände" der Fifa seien Teil der Pflichten des Fifa-Präsidenten. Die Ethikkommission sagte, dass derzeit keine Untersuchung gegen den Fifa-Präsidenten laufe. Allerdings fügte sie hinzu, dass sie zum Schutze aller Untersuchungen keine Angaben machen könne, ob "gegen eine Person eine Voruntersuchung eingeleitet wurde".
Nach Informationen des SPIEGEL sprach die Untersuchungskammer im Rahmen der Ermittlungen bereits mit Zeugen, darunter einem ehemaligen Mitarbeiter der Fifa, der Infantino angezeigt hat und seine Vorwürfe im Gespräch mit dem SPIEGEL wiederholte. Infantino steht damit zum zweiten Mal in seiner 14-monatigen Amtszeit im Mittelpunkt von Ermittlungen der verbandseigenen Justiziare. Im Vorjahr hatte die Ethikkommission das Verfahren eingestellt.