SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

17. Februar 2016, 15:14 Uhr

WM-Vergabe 2018 und 2022

Fifa-Ethikkommission verurteilt Beckenbauer zu Geldstrafe

Im Zuge der Ermittlungen zu den WM-Vergaben 2018 und 2022 ist Franz Beckenbauer von der Ethikkommission des Fußball-Weltverbands wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft verwarnt worden. Zudem muss der 70-Jährige eine Geldstrafe zahlen.

Der Fußball-Weltverband Fifa hat Franz Beckenbauer wegen fehlender Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Korruptionsvorwürfe um die WM-Vergaben 2018 und 2022 verwarnt und zu einer Geldstrafe von 7000 Schweizer Franken (umgerechnet rund 6300 Euro) verurteilt. Das teilte die Ethikkommission der Fifa mit und wies darauf hin, dass in diesem Fall nicht hinsichtlich der Vergabe der WM 2006 an Deutschland untersucht wurde.

Beckenbauer war 2014 bereits wegen mangelnder Zusammenarbeit mit der Kommission vorübergehend suspendiert worden. Er sollte damals, wie alle Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees, die bei der doppelten WM-Vergabe an Russland und Katar im Dezember 2010 beteiligt gewesen waren, der Kommission Fragen beantworten. Bei Beckenbauer ging es unter anderem um Geschäftsreisen nach Katar und seine Rolle als Sportbotschafter des von Gazprom geführten Verbands russischer Gasproduzenten, die er kurz nach der WM-Vergabe angenommen hatte.

Einen Interessenkonflikt schloss Beckenbauer damals aus, kooperierte zunächst aber nicht mit der Ethikkommission. Nach zwei Wochen wurde die Sanktion aufgehoben, nachdem Beckenbauer seine Verweigerung aufgegeben hatte. Die Ermittlungen liefen aber weiter.

luk/sid/dpa

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung