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19. September 2014, 12:15 Uhr

Korruptionsverdacht

Fifa-Ethikkommission zögert Abschlussbericht heraus

Die Fifa nimmt sich viel Zeit, um die internen Ermittlungsergebnisse zu den Korruptionsvorwürfen um den Weltverband auszuwerten. Erst im November werde die Ethikkommission ihre Ergebnisse präsentieren. Im Fokus steht die WM-Vergabe an Katar.

Hamburg - Die Ethikkommission der Fifa lässt sich bei der Bewertung des Untersuchungsberichts zu Korruptionsvorwürfen bei den Vergaben der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 noch Zeit. Deren Vorsitzender Joachim Eckert nannte "Ende Oktober, Anfang November" als Ziel für den Abschluss seiner Untersuchung. Ein abschließendes Urteil falle wohl erst im Frühjahr 2015.

"Ich verstehe, dass es dringend ist", sagte der deutsche Richter am Freitag bei einer Konferenz über Sportethik in Zürich. Er lese "sehr aufmerksam" die 430 Seiten des Untersuchungsberichts von Chefermittler Michael Garcia.

Nach Eckerts Angaben haben den Bericht insgesamt nur vier Mitglieder der Fifa-Ethikkommission gesehen. Niemand vom Weltverband oder auch beschuldigte Funktionäre habe Druck auf ihn ausgeübt, Details preiszugeben.

Anfang September hatte Garcia seinen Bericht der Ethikkommission vorgelegt. In diesem soll es laut Fifa "Folgerungen für das weitere Vorgehen hinsichtlich bestimmter Einzelpersonen" sowie "Empfehlungen für künftige Bewerbungsverfahren" geben. Unklar blieb, ob Garcia nach der einjährigen Untersuchung die Vergabe der WM an Russland (2018) oder Katar (2022) infrage stellt. Vor allem um die Bewerbung des Golf-Emirats gab es immer wieder Korruptionsvorwürfe.

aha/dpa

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