Fußball-Weltverband Fifa-Ethikrichter unter Korruptionsverdacht festgenommen

Bei der Fifa richtet er darüber, ob Fußballfunktionäre gesperrt werden müssen oder nicht. Jetzt ist Sundra Rajoo selbst unter Korruptionsverdacht geraten. Die Fifa hat ihn daraufhin suspendiert.

Fifa-Hauptquartier in Zürich
AP

Fifa-Hauptquartier in Zürich


Ein Richter der Ethikkommission der Fifa, Sundra Rooja, ist wegen des Verdachts auf Korruption in seiner Heimat Malaysia vorübergehend festgenommen worden. Der Fußball-Weltverband suspendierte den Ethikrichter daraufhin mit sofortiger Wirkung. Das gab die Fifa am Mittwoch bekannt. Zuvor hatte der Anwalt des Beschuldigten bestätigt, dass dieser von Dienstag auf Mittwoch eine Nacht in Untersuchungshaft verbracht hatte.

Nachdem Rajoo darauf pochte, aufgrund seiner Haupttätigkeit als Direktor des asiatischen Schiedsgerichthofs politische Immunität zu genießen, wurde er zunächst wieder freigelassen. Rajoo, seit 2017 einer von zwei stellvertretenden Vorsitzenden der rechtsprechenden Kammer der Fifa-Ethikkommission, sicherte zu, bei der Aufarbeitung seines Falls mit den Behörden kooperieren zu wollen.

Die Fifa teilte wenig später mit, dass Rajoo "mit sofortiger Wirkung in keinerlei Verhandlungen der rechtsprechenden Kammer mehr involviert sein werde", solange die Untersuchungen gegen ihn laufen. Sein Amt beim asiatischen Schiedsgerichtshof hatte er nach Angaben lokaler Medien ebenfalls bereits aufgegeben.

Laut den Berichten wird gegen ihn der Vorwurf erhoben, seine Position missbraucht zu haben, um sich persönlich finanziell zu bereichern. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung war Rajoo gerade aus der Fifa-Zentrale in Zürich zurückgekehrt, wo er in einem Korruptionsverfahren assistiert hatte.

aha/sid



insgesamt 4 Beiträge
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josef2018 21.11.2018
1. Vermutlich
könnte man bei diesem Verein verhaften wen man wollte, es würde immer den Richtigen treffen. In diesem Fall trifft das Sprichwort, "den Bock zum Gärtner machen" zu 150 % ins Schwarze.
Partyzant 21.11.2018
2. Korruption
Korruption bei der FIFA??? Gibt's doch gar nicht. Und dann noch Korruption in der Ethikkomission?? Unmöglich.Die Behörden aller Länder sollten dieses Pack jagen und verklagen und nicht nur in fußballerischen Ländern. Warum läuft unser Kaiser Franz noch frei rum???
Nubari 21.11.2018
3. Schlimm, schlimm
Das Schlimmste ist jedoch, dass das nun niemand überraschen wird. Mit und seit dem Rauswurf des deutschen Ethikrichters Hans-Joachim Eckert wurde die Ethikkomission getrimmt, um dem völlig skrupellosen Gianni Infantino die gewünschte Ellenbogenfreiheit zu geben. Infantinos Handeln lässt Sepp Blatter wie einen Chorknaben aussehen, der sich mit Kumpels zum gemeinsamen Ladendiebstahl verabredete.
boanerges 21.11.2018
4. Hahahahahahahaha....
Damals bei Blatter nannten die amerikanischen Staatsanwälte die FIFA organisierte Kriminalität. Wer etwas Ahnung hatte, war gegen Infantino, aber es war trotzdem kaum vorstellbar, dass alles noch schlimmer würde. Infantino ist ein Verbrecher, gegen den Börsenspekulanten und Heuschreckeninvestoren bestimmt mehr Schamgefühl haben. Er betreibt unangreifbaren Raubkapitalismus unter dem Sportdeckmäntelchen, umgeben von korrupten Funktionären. Das hat alles System. Wenn die UEFA und besonders unser DFB nicht endlich auf die Barrikaden geht, wird das alles schamlos so weiter gehen mit den Russen, den Kataris und jetzt mit den Saudis.
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